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Regional Wolken als Sehnsuchtskomponenten
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16:00 28.04.2019
"Wo die Stadt endet" heißt eine Ausstellung mit Schwarzweiß-Fotografien von Klaus Kölmel im Göttinger Künstlerhaus. Quelle: Klaus Kölmel
Göttingen

Ein Weg, der aus der Stadt führt, Felder, Wiesen, Hecken sind schon sichtbar, noch ein letztes Haus rechts oder links, vielleicht ein Schuppen, ein Umschaltkasten, ein Baum. Kölmel hat am Rande der Stadt Göttingen solche Orte festgehalten.

Eine Wanderung in Altenburg sei ein Auslöser für die Reihe dieser Fotografien gewesen, erzählt Kölmel bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Künstlerhaus. Auch dort habe er an einem Weg gestanden, der aus der Stadt herausführte. Hier habe sich dieses Gefühl bei ihm eingestellt, über eine Schwelle zu gehen, ihm sei der Gedanke gekommen an eine mögliche Entscheidung zwischen weitergehen und umkehren. Danach habe er in Göttingen solche Orte gesucht. Einige Aufnahmen seien auch in Mühlhausen entstanden.

Analoge Technik

Kölmel stellt Bilder her, wie er sagt. Er fotografiert mit einer analogen Kamera Pentacon Six, entwickelt die Filme in seiner eigenen Dunkelkammer. Ein Handwerk nennt er das Fotografieren und Umgehen mit den Negativen. Ein analoge Technik, die geschützt werden sollte. Eines seiner Vorbilder sei der Tschechische Fotograf Josef Sudek, der einmal gesagt habe „Eile ist ein schlechter Ratgeber“.

Das sei auch sein Prinzip beim Fotografieren. An vielen Orten sei er mehrfach gewesen, habe die richtige Stimmung gesucht. Der Göttinger Künstler Georg Hoppenstedt sagte dazu in seiner Einführung zur Ausstellung: Kölmel habe Wolkenkonstellationen gesucht, solange bis die Stimmung vor Ort zu seinem inneren Bild passte. Wolken, so bestätigt Kölmel, seien ausgesprochen wichtig für seine Bilder. Wolken seien Sehnsuchtskomponenten. Ein Himmel, der nur grau sei oder nur blau, sei für seine Bilder unpassend.

Innerlich berühren lassen

Ein relativ kleines quadratisches Format hat Kölmel für die Abzüge in seiner Ausstellung gewählt, sie stecken in deutlich größeren grauen Passepartouts. Allzu leicht macht es dieses Format dem Betrachter nicht, sich innerlich berühren zu lassen, einen Widerhall zu finden für Gefühle wie Geborgenheit, Enge, Trostlosigkeit, am Rande stehen, wie es sich Hoppenstedt für die Bilder wünscht. Man muss sich in Ruhe einlassen auf Kölmels Aufnahmen. Eile ist ein schlechter Ratgeber.

Öffnungszeiten

„Wo die Stadt endet“ ist bis zum Freitag, 24. Mai, im Weißen Saal des Künstlerhauses Göttingen, Gotmarstraße 1, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 16 - 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 11 –16 Uhr.

Von Christiane Böhm

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