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Regional Austellung in der Galerie Ahlers in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Austellung in der Galerie Ahlers in Göttingen
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17:48 25.04.2014
Malen um des Malens willen: Jochen Pankrath Sujets sind vor allem unbekleidete Frauen. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Farbe und Form stehen gleichberechtigt nebeneinander, die Bedeutung tritt zurück.

Und doch, am oberen linken Rand des großformatigen Bildes löst sich das strenge Rautenwerk auf, die Reihen lichten sich. Erst jetzt sind die schwarzen Eckchen als Mützen aus Bärenfell zu erkennen, die roten Dreiecke als Uniformen der britischen Palastwache.

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Der Nürnberger Professor für Kunst, Ralph Fleck, zeigt auf diesem Bild, das ab dem heutigen Sonnabend in der Ausstellung „Der klare Blick“ in der Galerie Ahlers zu sehen ist, den Grat nicht nur zwischen Ornament und Abstraktion auf, sondern thematisiert zugleich malerische Verdichtung und Auflösung, Zuspitzung und Verschwinden.

Malen um des Malens willens

Nach und nach tritt eine der Wachen vor dem Buckingham-Palast dazu, stellt sich in Reih und Glied, ergänzt das Bild, komprimiert die Masse, wird Masse, wird Muster, wird Farbe und Form und löst sich auf. An diesem Steilhang, an dem das Malen um des Malens willens mit dickem, pastosem, formenden Farbauftrag stattfindet, sind auch die weiteren Bilder des Malers angesiedelt.

Und in gewisser Weise treffen sie sich dort mit den Arbeiten von Anna Bittersohl und, wenn auch an ganz anderer Stelle, mit denen Jochen Pankraths. Beide zeigt Oliver Ahlers gemeinsam mit ihrem ehemaligen Lehrer und heutigen Wegbegleiter Fleck.

Die großformatige Malerei Bittersohls besticht auf den ersten Blick durch ihr grünes Sujet, durch das schöne Spiel von Licht und Schatten zwischen Weiden und Mangroven. Doch schnell zeigt sich, dass subtil und malerisch differenziert weitere kleinste Ebenen durch Farbe eingeschoben sind, sie locken das Auge und nehmen es mit in die Tiefe.

Vor allem nackte Frauen

Auch hier ergibt sich im Über- und Untereinander des mal groben, mal feinstem Duktus die Frage nach der Malerei – und der Kunst mitsamt ihrer Geschichte.

Pankrath wiederum löst diese Fragen  für sich anders, er zerrt sie spielerisch auf eine Meta-Ebene, lässt die Leinwand stehen oder probiert etwas anderes aus und malt vor allem nackte Frauen. Um des Malens willen. 

Die Ausstellung wird am heutigen Sonnabend um 15 Uhr in der Galerie Ahlers, Düstere Straße 21 in Göttingen, eröffnet. Sie ist dienstags bis freitags von 10 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr bis zum 24. Mai zu sehen.

Von Tina Lüers