Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional BAP-Gründer Wolfgang Niedecken vor dem Konzert in der Göttinger Lokhalle
Nachrichten Kultur Regional BAP-Gründer Wolfgang Niedecken vor dem Konzert in der Göttinger Lokhalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 18.04.2014
Von Peter Krüger-Lenz
Die aktuelle Band: Ulle Rode, Rhani Krija, Micha Nass, Jürgen Zöller, Wolfgang Niedecken, Anne de Wolff, Werner Kopal (von links). Quelle: EF
Anzeige
Göttingen

Gerade ist der Sänger, Gitarrist, Texter und Kopf der Band mit seiner aktuellen BAP-Besetzung in Freiburg in der Halle angekommen, in der sie am Abend auftreten.

Und natürlich erinnert er sich an die Göttinger Stadthalle: „Ich weiß noch genau, wie sie aussieht – mit so komischen blauen Kacheldingern.“ Das Telefongespräch soll auf das Konzert in Göttingen vorbereiten. Am Sonntag, 1. Juni, macht BAP im Rahmen der „Zieht den Stecker-Tour“ Station in der Universitätsstadt, diesmal in der Lokhalle.

Anzeige

Doch Niedecken erinnert sich an noch mehr Göttingen-Erlebnisse. Anfang der 70er Jahre, er studierte in dieser Zeit Kunst, sei er beim Kunstmarkt gewesen. Vor den großen Festival-Zelten habe er sein Zwei-Mann-Zelt auf einem Grünstreifen aufgeschlagen. Die Stadt Göttienge kaufte daamals ein Bild von ihm an.

Das erste BAP-Buch habe 1983 der Göttinger Verleger Gerhard Steidl fertig gestellt, eine Woche habe er damals in der Stadt verbracht, sagt Niedecken. Steidl nennt er „´ne joode Mann“.

17 Studialben

17 Studioalben hat Niedecken mit BAP veröffentlicht, dazu vier Solo-CDs und eine Reihe von Live-Aufnahmen. Seit 38 Jahren steht er mit BAP auf der Bühne. Wie wählt er aus, was auf einer solchen Tour gespielt wird? Er schreibe die infrage kommenden Titel auf Pappkärtchen, zwei bis dreimal so viele Lieder, wie sie überhaupt spielen könnten, verrät Niedecken, „die schiebe ich dann hin und her“.

Einige Wochen vorher stehe die „Startformation“, die dann geprobt werde. Veränderungen gibt es nach einem Warm-up-Konzert, aber auch im Laufe der Tournee. „Doch jetzt haben wir unsere Ideallinie gefunden“, sagt Niedecken.

„Die Tour ist erst möglich geworden durch meinen Schlaganfall, sagt Niedecken heute. 2011 hatte ihn ein Blutgerinsel an den Rand des Todes geführt. Dadurch habe er Zeit für ein Soloalbum gehabt, das er in Woodstock aufnahm, für die Bandkollegen ein willkommener Anlass den Gedanken einer Unplugged-Tour wieder anzuschieben.

Parforce-Ritt vor allem für die Techniker

Lange schon hätten sie eine solche Tour angehen wollen, gepasst habe es bis dahin nie. Seit vier Wochen sind sie jetzt unterwegs, „ein Parforce-Ritt vor allem für die Techniker“, erklärt Niedecken. Die bauen nachts das Equipment ab und transportieren es in die nächste Stadt für das Konzert am Abend.

Bis etwa 23.30 Uhr spielen sie meist, erzählt Niedecken. Und er verrät: „In unserem Programm kommt viel marokkanisch Angehauchtes vor.“ Niedecken ist oft in das nordafrikanische Land gereist. Und Rhani Krija der Percussionist der Band komme von dort. Der spielt sonst hauptsächlich mit Sting.