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Regional „BAP zieht den Stecker“-Tour: Wolfgang Niedecken mit seiner Band in Göttinger Lokhalle
Nachrichten Kultur Regional „BAP zieht den Stecker“-Tour: Wolfgang Niedecken mit seiner Band in Göttinger Lokhalle
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13:44 10.06.2014
Von Peter Krüger-Lenz
Mundart-Rockmusiker in Göttinger Lokhalle: Wolfgang Niedecken. Im Hintergrund bleiben Bassist Werner Kopal und Drummer Jürgen Zöller.
Mundart-Rockmusiker in Göttinger Lokhalle: Wolfgang Niedecken. Im Hintergrund bleiben Bassist Werner Kopal und Drummer Jürgen Zöller. Quelle: Heller
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Göttingen

Entspannt nennen Konzertgäste den dreistündigen Abend schon in der Pause, heimelig könnte man auch sagen. Oder familiär. Vorher und in der Pause unterhalten sich viele Konzertbesucher darüber, wie oft sie BAP schon erlebt haben.
Neben Niedecken steht eine Wohnzimmertischlampe und alle spielen akustische Gitarren und diverses andere Gerät in angenehmer Lautstärke.

In Wolfgangs Wohnzimmer wird kein Krach gemacht. „BAP zieht den Stecker“-Tour heißt die Konzertreihe, nachdem ein großer Musiksender die Bezeichnung „unplugged“ für sich reklamiert und ein Verbot durchgesetzt hatte. Aber natürlich ist immer elektrische Verstärkung im Spiel, „sonst würdet ihr nichts hören“, erklärt Niedecken.

In Woodstock aufgenommen

17 Alben mit Kölschrock hat BAP inzwischen herausgebracht, vier Soloalben von Niedecken kommen dazu. Und eines, das er noch nicht veröffentlichte. In Woodstock hat er es aufgenommen, der Name ist für Niedecken Programm, das legendäre Festival sein Mekka. Aus diesem gewaltigen Repertoire an Liedern speist sich das Programm.

63 Jahre ist Niedecken jetzt alt, einen Schlaganfall hat er gerade erst überstanden. Ruhiger ist er wohl geworden. Er schreibt einfach seine Lieder, mehrfach verweist er darauf, dass die Band für Arrangements zuständig ist. Säulen sind Ulrich Rode, der Mann für mindestens ein halbes Dutzend Saiteninstrumente, denen er bisweilen auch das Heulen einer Polizeisirene entlockt.

Seine Ehefrau Anne de Wolff begleitet Niedecken schon länger. Sie spielt Geige, Cello, Posaune und noch einiges mehr. Seit 1987 trommelt Jürgen Zöller bei BAP. Er bedient sein Schlagzeug mit bemerkenswerter Präzision – und beeindruckender Mimik. Basser Werner Kopal ist seit 1996 dabei und eigentlich auch nicht mehr wegzudenken.

„Es war uns ein Fest“

„Man kann nicht behaupten, wir hätten uns bei dieser Tournee vor Liebesliedern gedrückt“, sagt Niedecken gegen Ende, nachdem er bereits einige seiner Beziehungen besungen hatte. Die Klassiker sind darunter: die „querjestriefte Frau“, „Magdalena (Weil Maria hatt ich schon)“, „Lisa“, „Lena“, „Ich wünsch mir, Do wöhrs he“, „Do kanns zaubre“, „Anna“ und natürlich „Verdamp lang her“.

Alles ist wiederzuerkennen, einiges klingt ein wenig anderes. Niedecken ist weitergereist, auch das ist zu hören. Einen nordafrikanischen Teil hat er eingebaut und einen vorderasiatischen. Niedecken plaudert entspannt zwischen den Liedern, erzählt Anekdoten, die viele wahrscheinlich schon kennen und verabschiedet sich schließlich mit den Worten „Es war uns ein Fest“. Den Konzertbesuchern auch, das ist deutlich zu sehen.