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Regional Balettschülerinnen proben für „Sacre du printemps“ in der Lokhalle
Nachrichten Kultur Regional Balettschülerinnen proben für „Sacre du printemps“ in der Lokhalle
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00:18 02.08.2013
Lehrerin, Requisit und Solistin: Judith Kara (links) mit der jungen Tänzerin Moana Krewenka.
Lehrerin, Requisit und Solistin: Judith Kara (links) mit der jungen Tänzerin Moana Krewenka. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Krewenka ist zehn Jahre alt und tanzt als jüngste Solistin im Stück „Sacre du printemps“, das die Ballettschule „art la danse“ und das Göttinger Symphonieorchester, zusammen mit einigen Göttinger Schulklassen im September in der Lokhalle aufführen werden.

„Konzentriere dich nur auf die Puppe, das ist deine Welt“, kommentiert Kara. Eigentlich ist die Puppe nur eine Requisite, doch Krewenka schafft es mit ihrem Tanz, aus dem stummen Spielzeug ein echtes Gegenüber zu machen.

Sie zankt und rangelt mit der Puppe, doch sie drückt sie auch an sich und streichelt sie. Das sei wohl der Unterschied zu einem Teddy, meint Kara, mit dem würden Kinder oft nur kuscheln. Mit einer Puppe könne man auch streiten.

Wenn Kara über ihre Choreografie spricht, nutzt sie häufig das Wort Symbol. Krewenka trete als Symbol für die Kindheit auf, die Puppe sei ein Symbol für unterschiedliche Lebenssituationen, die sich mit dem An- und Ausziehen verschiedener Kleidungsstücke zu erkennen geben.

„Du ziehst ihr das bunte Kleid aus, denn sie ist nicht mehr fröhlich“, erklärt Kara. „Das klingt sehr philosophisch“, antwortet Krewenka.

Moana Krewenka ist zehn Jahre alt und tanzt als jüngste Solistin im Stück „Sacre du printemps“, das die Ballettschule „art la danse“ und das Göttinger Symphonieorchester, zusammen mit einigen Göttinger Schulklassen im September in der Lokhalle aufführen werden.

Kara ist es wichtig, mit starken Bildern zu arbeiten, die bei Publikum leicht etwas auslösen. Es gäbe viele Sacre-Aufführungen, in denen abstrus getanzt werde, und die den Zuschauer mit mehr Fragen als Antworten alleine ließe.

In der Göttinger Ausgabe will sie das Publikum so nahe an die Geschichte heranholen, dass sie selbst eine Idee für ihr eigenes Leben mitnehmen und erkennen „dass der Mensch die Freiheit hat, seine eigene Kleidung zu wählen.“

„Sacre ist mein Wunsch, seit ich angefangen habe“, sagt Kara und gibt zu, „Man wird so ein bisschen wahnsinnig mit dem Projekt“. Sie spielt darauf an, wie schnell sich neue Bilder im Tanz entwickeln.

Kara bezieht dabei ihre Schülerin immer mit ein, fragt nach ihrer Meinung und ihren Ideen. „Guck mal“, sagt Krewenka, dreht der Puppe den Kopf um, und Kara ruft begeistert „Hey, das können wir einbauen!“

Von Daniela Lottmann

„Sacre du printemps“ ist für Freitag, 6., und Sonnabend, 7. September, um 19.45 Uhr in der Göttinger Lokhalle angesetzt, begleitet von umfangreichem Rahmenprogramm.

Karten gibt es unter anderem in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt.