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Regional Basisförderung gegen Festivalitis
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19:03 23.07.2009
Vom Landschaftsverband 2008 mit 4000 Euro unterstützt: das Projekt „Epoche F – Neue Musik in Göttingen“. Für 2009 – Konzert am 30. August – ist ebenfalls ein Förderantrag gestellt.
Vom Landschaftsverband 2008 mit 4000 Euro unterstützt: das Projekt „Epoche F – Neue Musik in Göttingen“. Für 2009 – Konzert am 30. August – ist ebenfalls ein Förderantrag gestellt. Quelle: EL
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Der niedrigste Betrag: 422 Euro, eine Ausfallbürgschaft für eine Kulturveranstaltungsreihe in der Scharzfelder Einhornhöhle. Der Höchstbetrag: Je 10000 Euro als jährliche Strukturförderung für das Göttinger Symphonie Orchester, das Northeimer Theater der Nacht und den Kinder- und Jugendtheaterverein „Domino“. Der Landschaftsverband Südniedersachsen hat 2007 und 2008 kulturelle Institutionen der Landkreise Holzminden, Osterode, Northeim und Göttingen mit jährlich rund 350000 Euro gefördert. Das geht aus der Zweijahresbilanz hervor, die Olaf Martin, Geschäftsführer des Landschaftsverbandes, jetzt vorgelegt hat.

Seit 2005 hatte das Land Niedersachsen Teile seiner Kulturförderung auf die Landschaftsverbände übertragen. Das hat dazu geführt, dass im Jahr 2008 der Anteil der Landesmittel von zuvor gut 150000 Euro auf knapp 300000 Euro anstieg. Dazu kommen die Mitgliedsbeiträge der beteiligten Kommunen in Höhe von knapp 100000 Euro und eine Dauerbeteiligung der Versicherungsgruppe Hannover (VGH) von 204000 Euro jährlich.

„Kulturbonus“

Die Aufgaben des Landschaftsverbandes sieht Martin nicht allein auf dem Gebiet der Projekt- und Strukturförderung. Vermehrt will er – um die Förderung gezielter einsetzen können – sich auch unmittelbar dem Publikum von Kulturveranstaltungen zuwenden. Dies geschieht zum einen durch die Ausgabe eines Gutscheinhefts „Kulturbonus Südniedersachsen“, mit dem die Angebote von mehr als 60 Einrichtungen zum halben Preis besucht werden können. Zum anderen wird in diesen Tagen ein Forschungsprojekt zur Frage der Akzeptanz des kulturellen Angebots gestartet, bei dem 2009 und 2010 Besucherbefragungen und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt werden.

Denn in den 20 Jahren der Existenz des Landschaftsverbandes, so Martin, haben sich die Bedingungen für die Kultur erheblich verändert. Die Krise der kommunalen Finanzen habe dazu geführt, dass „Kultur in Eigenregie der Kommunen“ abgebaut werdea. Bibliotheken, Museen und Archive würden zusammengelegt, verkleinert oder geschlossen. Dazu gebe die Überalterung der Gesellschaft Anlass zur Sorge: „Das „klassische Bildungsbürgertum erodiert.“ Der Trend zur „Eventisierung“ und „Festivalitis“ ginge zu Lasten einer kontinuierlichen Kulturarbeit – die der Landschaftsverband mit seiner projektungebundenen Basisförderung von Kultureinrichtungen zu unterstützen versuche.

Von Michael Schäfer

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