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Regional Youtube-Star Kinga Głyk beim Göttinger Jazzfestival
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13:39 24.09.2019
YouTube-Star und Jazz-Bassistin: Kinga Głyk. Quelle: R
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Göttingen

Auf der Internetplattform Youtube wurde Kinga Głyk zum Star. Mittlerweile hat die Jazz-Bassistin aus Polen einen Plattenvertrag bei einem Major-Label. Am Freitag, 8. November, gastiert die sympathische Jazzmusikerin mit Fusion-Jazz auf dem Göttinger Jazzfestival. Das Tageblatt erreichte die 22-jährige Künstlerin unmittelbar nach den Videoproduktionen zu Ihrem neuen Album.

Göttinger Tageblatt: Durch YouTube wurden Sie berühmt und sind heute bei einem Major-Label. Wie sehen Sie die Rolle von Social Media im Musikgeschäft?

Kinga Głyk: Mit Social Media erreicht man in kürzester Zeit sehr viele Menschen und kann Musik oder Videos schnell teilen. Ich liebe es, mit einem breiten Publikum virtuell und kontinuierlich in Kontakt zu sein. Sie unterstützen mich nicht nur, indem sie zu Konzerten kommen, sondern auch durch Kommentare, Botschaften und das Teilen meiner Musik. Da Social Media heute ein so großer Teil des Lebens der Menschen ist, finde ich es wichtig, dass Musiker mit ihrer Kunst dazu beitragen.

Wie kam es zu Ihrer Liebe zum Bass?

Schon als ich als Kleinkind Radio hörte, wusste ich, dass ich Bassistin werden möchte. Ich weiß nicht, warum mich gerade dieses Instrument so sehr faszinierte. Ich schätze, ich war von tiefen Tönen angezogen. Mein Vater, der selbst Musiker ist, brachte mir im Alter von zehn Jahren einen Minibass mit nach Hause. Er konnte nicht verstehen, dass seine Tochter ein so männliches Instrument spielen wollte. Aber er hat mich sehr unterstützt auf meiner musikalischen Reise.

Welche Rolle spielt der Bass in einer Band?

Der Bass ist zusammen mit den Drums das Herz der Band. Nur wenn sie synchron sind, ergibt der Rest Sinn. Ohne Bass da fehlt etwas Wesentliches.

Was ist für Sie wichtiger beim Bass? Die funky Rhythmen oder der warme Klang?

Am Bass gefällt mir die Vielfalt des Klangs, den ich erzeugen kann. Außerdem muss ich mein Spiel nicht auf eine Klangfarbe beschränken, sondern kann so viele verschiedene Arten erforschen. Der Rhythmus ist extrem charakteristisch und wichtig – aber das Schöne ist, dass er mit einer melodischen Linie kombiniert wird.

Welche Musik haben Sie als Kind gehört?

Musik war ein wichtiger Teil unseres Lebens zu Hause. Da mein Vater ein Jazzmusiker war, war mir Jazz am bekanntesten. Es ist ein so anspruchsvolles und komplexes Genre, das viel Einsatz und Arbeit erfordert, um es zu perfektionieren. So hat sich meine Musik schon früh geprägt.

Der Weather-Report-Bassist Jaco Pastorius ist eines Ihrer Vorbilder. Wie haben Sie es geschafft, ihn nicht zu imitieren, sondern Ihren eigenen Stil zu finden?

Ich suche ständig nach meinem eigenen Sound. Ich glaube, es ist wichtig, authentisch zu sein und nicht zu versuchen, jemand anderes zu sein. Es gab und wird immer nur einen Jaco Pastorius geben. Ich werde mich weiterhin von ihm und anderen inspirieren lassen. Gerade für junge Musiker ist es hilfreich, Legenden und bahnbrechende Pioniere zu hören.

Gab es auch weibliche Vorbilder, die Sie ermutigten, professionelle Musikerin zu werden?

Nein! Als ich anfing, kannte ich keine Bassistinnen. Aber im Laufe der Zeit wurde ich auf Esperanza Spalding und Tal Wilkenfeld aufmerksam, die ich sehr schätze. Ich würde ihnen gerne die Hand schütteln und ihnen für ihre Musik danken.

Wie war es während Ihrer Pubertät, in einer Familienband mit Ihrem Vater am Schlagzeug zu spielen? Gab es auch den Wunsch, sich von den Eltern zu distanzieren?

Ich denke, mit meiner Familie zu spielen war das Beste, was mir zu Beginn meiner Karriere passieren konnte. Die große Ermutigung durch meinen Vater, führte mich dahin, wo ich heute bin, und gab mir die Kraft, meine Band zu leiten. Wir haben so viel zusammen erlebt, und das war natürlich nicht immer einfach. Aber ich schätze es sehr, dass wir trotz Schwierigkeiten immer noch zusammenarbeiten.

Ihr Album „Dream“ haben Sie mit einer amerikanischen Band aufgenommen. Was hat das bei der Musik und Zusammenarbeit verändert?

Bei „Dream“ ist für mich wirklich ein Traum wahr geworden. Die Musiker bei diesem Projekt waren außergewöhnlich und es war eine große Freude, diese Zeit mit ihnen im Studio zu verbringen. Alles war live, spontan und wirklich organisch.

Ihr YouTube-Hit war „Tears in Heaven“ von Eric Clapton. Hat Mr. Clapton Sie schon kontaktiert?

Nicht Eric Clapton persönlich, sondern sein Kollege schrieb mir eine wunderbare Nachricht. Die ganze „Tears in Heaven“-Geschichte wird immer eine wunderbare Erinnerung bleiben, und ich werde für den Rest meines Lebens erstaunt sein, wie das alles passiert ist.

Interview: Udo Hinz

Weitere Informationen zum Göttinger Jazzfestival

Von Udo Hinz

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