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17:15 25.05.2019
Die Band Kaedo präsentiert am 25. Mai in Göttingen ihren ersten Longplayer.
Die Band Kaedo präsentiert am 25. Mai in Göttingen ihren ersten Longplayer. Quelle: r
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Göttingen

Die Indierock-Band Kaedo, früher als „Better Than“ bekannt, präsentiert am 25. Mai im Exil in Göttingen (Weender Landstraße 5) mit einem Release-Konzert ihr erstes Studio-Album. Die Band will damit nach der kürzlich erfolgten Namensänderung den nächsten Schritt ihrer musikalischen Weiterentwicklung einläuten – inzwischen übrigens mit deutschen Texten. „Kaedo“ ist ein Kunstwort, das ganz bewusst keine klare Assoziation hervorrufen soll. Dazu passt, dass die Gruppe kein eindeutiges Genre für sich definieren mag, weil sie sich „stilistisch permanent weiterentwickelt“.

Als „Better Than“ einst „Rock am Kauf Park“ gewonnen

Als „Better Than“ hatte die Band 2016 den Wettbewerb „Rock am Kauf Park“ für sich entscheiden können. Dann kam für vier Bandmitglieder das Abitur. „Zum Glück haben wir es, anders als viele andere junge Bands, geschafft, zusammen zu bleiben“, sagt Sänger Phillip Scholz. Bis 2018 spielte die Gruppe etwa 50 Konzerte und nahm 2016 auch schon eine EP auf. Das nun fertige Longplayer-Album entstand unter anderem in Zusammenarbeit mit Fury-In-The-Slaughterhouse-Bassist Christian Decker und Eric Timmann (Off-Ya-Tree).

„Sind extrem eng zusammen gewachsen“

Die Ursprünge von „Better Than“ gehen ins Jahr 2012 zurück, sind also mittlerweile sieben Jahre her. „Anfangs haben wir, wie wahrscheinlich jede Band, Coversongs von den großen englischen Bands gespielt“, erinnert sich Scholz. Das Ziel sei es damals gewesen, die Songs so zu gestalten, dass sie für die jungen Musiker besser wirkten als zuvor im Original – deshalb „Better Than“. Angefangen haben die Jungs zu dritt: Neben Scholz (Gesang, Klavier) gab es noch Ricardo Rudolph (Gitarre, Gesang) und Jonathan Koch (Schlagzeug). „Wir brauchten noch einen Bassisten, deshalb musste Jonathans kleiner Bruder Jakob Bass lernen“, berichtet Scholz.

Später sei mit Florian Kloppmann ein weiterer Gitarrist zur Band gestoßen. Er habe den Sound „nochmal auf ein neues Level gehoben“, lässt Scholz die Entwicklung Revue passieren. Und er betont: „Tatsächlich hat sich die Besetzung so über all die Jahre gehalten, und wir sind extrem eng zusammen gewachsen.“ Doch im vergangenen Sommer verließ Drummer Jonathan wegen seines Studiums Göttingen – und damit auch die Band. „Wir sind sehr froh, dass wir Ende 2018 mit Jogi (Joachim Wagner, Anm. d. Red.) einen perfekten Nachfolger am Schlagzeug gefunden haben, der nicht nur super trommeln kann, sondern auch menschlich genau in das brüderliche Gefüge der Band reinpasst“, sagt Scholz.

Auf zu neuen musikalischen Ufern

Und doch steht die erste Umbesetzung auch für einen Umbruch in der Band; wenig später verabschiedete sich die Gruppe von ihrem eigentlich etablierten Namen. „Der Zeitpunkt für die Namensänderung war schon seit längerer Zeit fällig“, erklärt Sänger Scholz. Doch nicht nur der Besetzungswechsel und das erfolgreiche Ende der Studioaufnahmen markierte den idealen Zeitpunkt für den Reboot. „Mit dem Namen ,Better Than’ hing auch immer noch das Bild einer sehr jungen Band an uns – wir waren im Schnitt 14 Jahre alt, als wir angefangen haben –, das uns, als mittlerweile viel reifere und ehrlicherweise auch bessere Band, nicht mehr gerecht wurde“, begründet der Sänger.

Außerdem mache die Band mittlerweile nur noch deutschsprachige Musik – da wollte der englische Name nicht mehr so recht ins Bild passen. Und was heißt nun Kaedo? „Darum ranken sich viele Mythen, die besser nicht gedruckt werden sollten“, antwortet Scholz geheimnisvoll.

Den eigenen Stil erst jetzt gefunden

Immerhin, beim Genre wird er dann doch ein bisschen konkreter: „Wir haben überhaupt erst jetzt so richtig einen eigenen Stil gefunden. Wenn man so jung mit der Musik beginnt, wächst man in sein Instrument und eine gewisse Professionalität erst hinein. Wir haben mit klassischem Rock bis Pop-Rock angefangen und sind mit der Zeit mehr zum Alternative/Indie gewechselt. Unseren größten Sprung haben wir in den letzten beiden Jahren gemacht, da wir viel professioneller geworden sind. Unsere Gitarristen produzieren zum Beispiel den Großteil der Musik bei Florian im Heimstudio.“

Mit dem Wechsel von den englischen zu deutschen Texten sei die Band ebenfalls gereift. Scholz: „Dadurch hat die Lyrik unserer Songs einen viel größeren Stellenwert erhalten, da die Texte von dort an eine viel höherer Verantwortung hatten. Englische Texte ziehen an einem vorbei. Bei den deutschen Texten hört man automatisch hin. Da kann man dann nicht einfach irgendwas hin klatschen.“

Kaedo will jetzt „richtig loslegen“

Und was kommt als nächstes? „Jetzt stehen wir mit einem kompletten Album und vielen weiteren neuen Songs in den Startlöchern und wollen richtig loslegen“, kann es Scholz augenscheinlich kaum abwarten. Das Album soll der Grundstein sein: „Damit wollen wir unsere Reichweite auch außerhalb Göttingens erhöhen. Wir haben viele interessante Projekte in der Planung und haben unser Booking voll auf 2020 ausgelegt“, so der Sänger. „Wir alle haben im Winter gemerkt, dass wir die Zeit zwischen unseren intensiven Studiengängen am liebsten mit dem Musikmachen verbringen und dass wir bereit wären, für eine Zeit lang das Ganze mehr als nur hobbymäßig zu machen“, beschreibt Scholz die hohen Ambitionen. Mit einem Schmunzeln schiebt er hinterher: „Von dem Traum eines großen Deals konnten wir uns also seit 2012 immer noch nicht verabschieden.“

Doch jetzt freue sich die Band erst einmal „tierisch auf den 25. Mai“. Den Leuten in ihrer Heimatstadt Göttingen wollen die Jungs von Kaedo nicht nur ein tolltes Konzert liefern – sondern ihnen auch zeigen, was sie insbesondere im vergangenen halben Jahr so gemacht und wie sie sich musikalisch entwickelt haben.

Die Band Kaedo präsentiert am 25. Mai in Göttingen ihren ersten Longplayer. Quelle: r

Wer dabei sein will: Los geht es am Sonnabend um 20.30 Uhr. Tickets sind noch an der Abendkasse erhältlich. Unterstützt wird Kaedo von Jakob Karl und Band, die den Abend eröffnen werden. Weitere Infos gibt es auf instagram.com/kaedo_musik, facebook.com/kaedomusik oder kaedo.de.

Von Markus Riese

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