Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Bettina Reinhart ist neue Verwaltungsdirektorin am Deutschen Theater
Nachrichten Kultur Regional Bettina Reinhart ist neue Verwaltungsdirektorin am Deutschen Theater
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:04 02.12.2011
Von Peter Krüger-Lenz
Anzeige

33 Jahre alt ist sie, geboren am 12. August – wie ihr Vorvorgänger Ulrich Klötzner –, und hat schon einige Stationen hinter sich gebracht. Nach einem Studium der Verwaltungswissenschaft absolvierte Reinhart Kulturmanagement-Praktika unter anderem am Burgtheater in Wien und sattelte das entsprechende Studium noch drauf. Direkt nach dem Abschluss bekam sie die Verwaltungsleiterstelle am Theater in Aalen, „dem kleinsten Stadttheater Deutschlands“, erklärt Reinhart. Ein Haus mit 20 Mitarbeitern und einer Verwaltungschefin, die „Mädchen für alles“ war, sagt Reinhart. Dort allerdings habe sie Einblick in alle Bereiche bekommen – „eine gute Voraussetzung für die Arbeit am DT“.

Das Haus am Wall hat sie schon vor einigen Jahren kennengelernt bei einer Verwaltungsleiter-Tagung, die Klötzner in Göttingen organisiert hatte. Schon damals habe sie gedacht: „Hier würde ich gerne arbeiten.“ Auch die Stadt sei ihr lange vertraut. Häufig habe sie eine alte Freundin hier besucht, Brit Kirsten Hennig, vor einigen Jahren Schauspielerin am Jungen Theater.

Für ihre Arbeit am DT hat sich Reinhart einiges vorgenommen, ohne allerdings konkret zu werden. Kooperationen will sie ausweiten, Abonnenten befragen, Abonnements attraktiver gestalten, eventuell neue Abopakete für neue Zielgruppen anbieten, die Mitarbeiter motivieren und den Service verbessern. Tickets sollen Zusatznutzen für die Besucher bringen. Mit der Theaterkarte auch ins Schwimmbad gehen können? „Die Gespräche laufen noch“, antwortet sie ausweichend. Und schreckt sie der finanzielle Druck, unter dem das DT in den vergangenen Jahren mal mehr, mal weniger stand? Das bin ich gewöhnt“, sagt sie, „mich kann nichts mehr schocken“. In Erlangen habe sie bereits eine heftige Sparwelle mitgemacht. Am DT „muss man nicht jeden Euro dreimal umdrehen – vielleicht nur noch zweimal“. Mit Intendant Mark Zurmühle bildet Reinhart jetzt ein Leitungsteam. „Wir arbeiten beide am künstlerischen Produkt“, erklärte er und berichtete von Plänen.

So könnte es in der Spielzeit 2012/13 eine sogenannte Bürgerbühne geben, sagte Zurmühle mit Blick auf zwei Zielgruppen: junge Menschen, mit denen an Lebensentwürfen gearbeitet werden solle, und die Älteren, „die immer fitter werden. Die Zusammenarbeit mit Schulen soll ebenso ausgebaut werden wie die Kooperation mit der freien Theaterszene. So soll die Werkgruppe 2 mit der das DT das Stück „Soldaten“ in der Saline Luisenhall auf die Bühne brachte, in der zweiten Spielzeithälfte eine Produktion im DT verwirklichen.
Auch die Universität sei näher gerückt, erklärte Zurmühle. An Orten innerhalb der Uni, an die man nicht einfach gelange, soll es Blind Dates geben, kleine Produktionen also, von denen den Besuchern vorher nichts verraten wird, und die sich auch mit wissenschaftlichen Themen befassen.