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Regional Bildung neuer Formationen: Göttinger Impro-Festival liegt im Trend
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07:00 27.02.2019
Göttingen liegt voll im Trend der evolutionären Entwicklung: Lars Wätzold, Akteur des Festival-Veranstalters Comedy-Company.
Göttingen liegt voll im Trend der evolutionären Entwicklung: Lars Wätzold, Akteur des Festival-Veranstalters Comedy-Company. Quelle: r
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Göttingen

Wätzold konstatiert: „Mittlerweile kollaborieren in den ,großen‘ Ensembles einzelne Spieler und gründen neue Gruppen.“

Große, renommierte Ensembles in den Anfangsjahren in Göttingen

Zwei dieser neu formierten Spielgemeinschaften treten zwischen dem 8. und 26. März in der Stadt auf. Während Wätzold und Kollegen von der Göttinger Comedy-Company in der Anfangszeit etablierte, renommierte Gruppen einluden, engagierten sie 15 Jahre später deren Protagonisten: The Messengers und Marked sind Beispiele dieses Trends – „Weltstars“, wertet Wätzold die Bedeutung der Impro-Profis.

In neuen Impro-Gruppen individuelle Kompetenzen neu ausspielen

Evolutionär bedeute: „Sich aus den Ursprüngen neu zu orientieren, das passt ganz natürlich zusammen.“ Die Akteure trennen sich nicht von ihren Wurzeln, sondern strecken ihre Fühler aus, um die jeweiligen Fähigkeiten und Kompetenzen in neuen Formaten auf ein innovatives Niveau zu heben.

Impro-Weltstar Lee White in „brandneuer“ Formation mit Daniel Orrantia

Das Duo Marked genieße weltweit Anerkennung. „Lee White ist ein Star, eine Hälfte des legendären Duos Crumbs“, so Wätzold. „Er ist ein Könner im langsamen, spielend leichten Storytelling.“ Der Kanadier sei mit verschiedenen Projekten und Kollegen in Europa zu sehen – und in Göttingen „brandneu“ als Marked mit Daniel Orrantia: „Beide haben bisher erst ein paar Shows gespielt“, sagt Wätzold. Der Kolumbianer Orrantia, Mitglied der international bekannten Gruppe Picnic aus Bogota, „ist ein Meister des körperlichen Surrealismus. Er ist physisch total präsent, voller Energie.“ Das Duo spielt die Show in englischer Sprache.

Jim Libby und Anne Rab: Performance-Techniken mit Impro verbinden

Am 15. März stehen Marked und The Messengers auf der Bühne – in getrennten Shows. Jim Libby und Anne Rab bilden das Duo The Messengers. Libby ist Gründer der international erfolgreichen Formationen „English Lovers“ und „Rocket Sugar Factory“, mit der er bereits 2012 zu Gast in Göttingen war. Rab war langjährig aktiv in den renommierten Ensembles „TheaterTurbine“ und „Knalltheater“. Beide, so Wätzold, „haben sich gefunden und zusammengetan, um neue Formen zu entwickeln, diverse Performance-Techniken in das Impro-Theater einzuflechten“.

Mit-Gründer der Berliner „Die Gorillas“ im Göttinger Lumière

Bei der Premiere des Göttinger Impro-Festivals standen „Die Gorillas“ aus Berlin auf der Bühne des Lumière – Champions ihrer Zunft. „Wir haben Michael Wolf von den Gorillas gezielt für das diesjährige Festival eingeladen“, sagt Wätzold. Wolf steht mit der Company am 12. März auf der Bühne des Jungen Theaters. Der Gründungs-Gorilla ist Akteur einer „brutalst möglichen Gameshow, in der der Moderator die Kommandos gibt, und alle anderen müssen springen.“ Der Mann habe ein Gespür für Gags. Seine Kunst, so Wätzold besteht darin, „komplexe Storys knackig auf den Punkt zu bringen“.

Kanadische Impro-Stars: Image wie Brasilianer beim Fußball

Die Stars, betont Wätzold, kommen mit Vorfreude nach Göttingen. 2003 haben sich die berühmten Berliner Gorillas noch etwas geziert, „sie wollten nicht so gern in der Provinz auftreten; ähnlich sei es bei kanadischen Spielern gewesen – sie hatten in der Impro-Welt ein Image „wie die Brasilianer im Fußball“.

16. Internationale Göttinger Impro-Festival im „evolutionären“ Trend

„Und alle waren überrascht, wie stressfrei es bei uns ist, waren von der Stadt sehr angetan.“ So wie die Fans von der Veranstaltung in Südniedersachsen, sagt der 49-Jährige: „Göttingen hat in der Impro-Szene einen sehr guten Ruf.“ Das 16. Internationale Impro-Festival liege „voll im Trend der evolutionären Entwicklung; die machen wir mit. Eine tolle Mischung von verschiedenen Persönlichkeiten, die auf den Festivalbühnen stehen.“

Alle Tageblatt-Beiträge zu den Festivals: gturl.de/Impro-Festival; das Programm: gturl.de/Impro-Programm; Impro-Papst Jim Libby: gturl.de/Impro-Porträt.

SMS, Kadi und Köche: Das Festival-Programm

Sieben Auftritte, vier Locations, vier Ensembles, zwei Städte und einen Star der Küchen-Künstehat das Internationale Impro-Festival vom 8. bis zum 26. März zu bieten. Die gastgebende Comedy-Company spielt zum Auftakt am 8. März in Dransfeld – die folgenden Bühnen stehen in Göttingen. Zum Abschluss geht’s im Jungen Theater heiß her. Mit der Drohung „Wir sehen uns vor Gericht“ streifen die Spieler der Comedy-Company am Freitag, 8. März, um 20 Uhr in der Dransfelder Stadthalle ihre Roben über, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Beweise, Zeugenaussagen und Gutachten werden die Fantasie der Zuschauer beflügeln – denn das Publikum darf das Urteil fällen.

Am Dienstag, 12. März, folgt der „Impro-Slam“: Einer der Gorillas und die Company treten um 20 Uhr im Jungen Theater in einer „brutalst möglichen“ Gameshow auf. Die Zuschauer dürfen dem diktatorischen Moderator ohne Hemmungen helfen.

Am 15. März wird im Lumière „SMS“ gefunkt. An diesem Freitag schickt das Publikum ab 20 Uhr Nachrichten als Inspiration an das Duo The Messengers. „Ein Abend voller falsch gewählter Nummern, Gruppen-Chats und privater Nachrichten. Ebenfalls an diesem Abend im Lumière auf der Bühne: Das Weltklasse-Duo Marked. Lee White und Daniel Orrantia spielen auf Englisch. Die Tattoos ihrer Zuschauer bilden die Vorlage für „bizarre, urkomische und doch ehrliche Geschichten“. Die Aussagen der Tattoos erhalten eine ganz neue Bedeutung.

Am nächsten Tagheißt die Devise „Musik ist Trumpf“: In der Sonnabendshow werden The Messengers, Marked und die Leute von der Company im Lumière tanzen, singen, schreien. Wie und was, entscheidet das Publikum: Oper, Heavy Metal, Schalalalager – die Stars müssens bringen. Die Show wird teilweise auf Englisch gespielt. Ein Theatersport-Match liefern die Comedy-Company und The Messengers am Sonntag um 19 Uhr im Lumière. Die Ansage: „Das bessere Team gewinnt. Was auch immer.“

Am Donnerstag, 21. März,improvisieren „die vier Irren“ von der Company im Theater der Nacht in Northeim mit Kuscheltieren – die das Publikum mitbringt. Die Zuschauer führen ab 20 Uhr Regie.

Die „erste Impro-Kochshow der Welt“ kündigen Lars Wätzold, Michael Zalejski (Comedy-Company) und Jacqeline Amirfallah zum Festival-Abschluss am Dienstag, 26. März, an. Während die Company-Kumpel staunen, zaubert der Göttinger TV-Star am Herd – mit allem, was das Publikum ins Junge Theater schleppt. Ganz schnell kommen der Schauspieler und der Pianist auf den Geschmack – und nehmen höchstpersönlich Küchenmesser und Kochlöffel in die Hand. Daumen hoch – Daumen runter: Das Publikum bestimmt, was schmeckt.

Ticketsfür das Erscheinen vor Gericht sind unter anderem in der Geschäftsstelle des Göttinger (Weender Straße 44) und des Eichsfelder Tageblatts, Marktstraße 9 in Duderstadt, erhältlich – online auf goeticket.de; Tickets „Impro-Slam“: Junges Theater, 05 51 / 49 50 15; Karten für SMS und Market gibt es im Lumière unter 05 51­ / 48 45 23; Tickets für „Musik ist Trumpf“: 0551/484523; für das Theatersport-Match: 05 51 / 48 45 23; Tickets für die nächtliche Kuscheltier-Parade gibt’s in den Tageblatt-Geschäftsstellen; Speisekärtchen fürs JT-Gastro-Spektakel: 05 51/49 50 15.

Von Stefan Kirchhoff