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Regional Bovender Galerie am Thie hat Malerin Watanabe zu Gast
Nachrichten Kultur Regional Bovender Galerie am Thie hat Malerin Watanabe zu Gast
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13:00 27.08.2019
Kyoko Watanabe mit einem ihrer Lieblingsbilder. "Beim Malen haben sich mit der Zeit Formen und Farben ergeben, die dann zum Motiv der Kämpferin wurden." Quelle: Markus_Hartwig
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Bovenden

Träumerei und Erinnerungen“ – unter diesen Titel hat Watanabe die Werke ihrer Ausstellung in der Galerie am Thie zusammengefasst. Dort sind sie noch bis zum 15. September zu sehen. „Viele meiner Gemälde enthalten grobe Pinselstriche. Das liegt daran, dass ich meist mit Emotionen male, ohne zu planen oder fast ohne bestimmte Absichten.“ Für diesen Prozess bedarf es erst einmal nicht viel: Sie mischt Farben und nimmt einen Pinsel zur Hand, um sich ans Werk zu machen. Musik helfe ihr dabei, sich bei ihrer Arbeit freier zu bewegen.

Ich male, zerstöre – und finde Schätze

Beginnt sie mit dem Malen, fühle sich Watanabe, als tauche sie in einen Wasserfall. „Ich liebe diesen Moment“, sagt sie. Beim Malen suche sie nach Freiheit. Und dieser künstlerische Prozess hört sich im ersten Atemzug beinahe beängstigend an: „Ich male, ich zerstöre. Und wenn ich Glück habe, finde ich dort ein oder zwei Schätze auf meiner Leinwand“, sagt sie, um diese „Schätze“ auch gleich zu beschreiben: „Ich finde Gesichter, Vögel, Tiere, Sonnenlicht oder Landschaften. „Das ist mein Arbeitsprozess in der Summe. Vielleicht entdecken Sie beim Betrachten meiner Werke auch eine neue Art zu sehen“, so die Künstlerin zu ihren Besuchern bei der Vernissage am Sonntag.

Kyoko Watanabe ist in Shimonoseki, das liegt an der Südwestspitze der Hauptinsel Japans, geboren und aufgewachsen. „Es ist eine ländliche Gegend, reich an wunderschönen Stränden und Wäldern. Ich wurde ich in einem Bergtempel geboren, der den Drachengott verehrt“. Sie sei glücklich, in dieser Umgebung aufgewachsen zu sein. Schwer vorstellbar, dass diese Umstände ihr späteres Tun nicht beeinflusst haben.

Wendepunkt in London

Als Kind habe sie „viel gekritzelt und gemalt“. Aber anstatt eine Kunstschule zu besuchen, ging sie zum Philosophie-Studium an die Waseda Universität in Tokio. Erst im Alter von 37 Jahren entschied sie sich, für ein Malprogramm nach London zu gehen. „Dies wurde mein Wendepunkt, und mir wurde bewusst, dass ich wirklich malen sollte.“ Und die nächsten Jahre gestalteten sich erfolgreich. In den Jahren von 2014 bis 2017 ist Kyoko Watanabe in ihrer Heimatstadt mit drei Preisen für ihr Schaffen ausgezeichnet worden.

„Leider können wir in unseren Räumen nicht alles von ihrer zeigen“, bedauerte Thomas Minzloff vom Vorstand der „Kulturfreunde Bovenden“. Die Galerie, die mit bildender Kunst, Buchkunst, ortskundigen Themen sowie Fotografie und Autorenausstellungen ein großes Portfolio aufweist, hat nun für die kommenden Wochen die Japanerin Kyoko Watanabe zu Gast.

Einzigartige Auswahl von Farben

„Ihre Bilder loten die Tiefe des Bewusstseins, der Emotionen und der Seele aus“, so Minzloff, der beeindruckt ist von den direkten Pinselstrichen und der „einzigartigen Auswahl von Farben, die Licht und Dunkelheit in sich vereinen.“ Als Japanerin in Deutschland versuche sie, die Wandlung vom alten zu einem neuen Ich in ihren Bildern auszudrücken. „Es ist schön, dass sie sich auf dieser Weise ihrer Umgebung nähert.“

Für das Foto hat sich Watanabe eines ihrer Lieblingsbilder gewählt: „Fighter“ – eine Kämpferin mit Schwert und Schild. Auch dieses Bild habe sie ohne Vorstellung begonnen. „Ich habe mich vom Zufall treiben lassen, und ein altes Gemälde übermalt.“ Mit der Zeit hätten sich Formen und Farben ergeben, die dann zum Motiv der Kämpferin wurden.

Zukunft der Galerie am Thie

Was wird aus der Galerie?

Seit fünf Jahren ist die Galerie am Ort. Derzeit aber ist Thomas Minzloff nicht ganz klar, was künftig mit dem Gebäude, insbesondere der Galerie, geschieht. Die Entscheidung darüber trage die Gemeinde. „Wir sollen nicht ganz raus. Aber so viele Räume wie die Galerie benötigt, soll sie auch nicht bekommen.“ Gerne möchte das Team der Kulturfreunde im Gebäude der alten Schule weiter die Galerie betreiben. „Behalten wir nur diesen einen Raum, verzichten wir.“ Minzloff hat einen eigenen Vorschlag: „Wir bekommen für unsere Galerie eine Etage, und geben einzelne Räume für andere Nutzung frei, wenn sie aktuell nicht von uns benötigt werden.“

Bunter Strauß an Ausstellungen

Von August 2019 bis Mai 2010 präsentiert der Verein „Kulturfreunde Bovenden in der Alten Schule Bovenden, Am Thie 2, einen bunten Strauß an Ausstellungen und Aktionen. Mit den Werken von Kyoto Watanabe startet der Verein in sein neues Veranstaltungsjahr. Bereits am 6. September beginnt ein über vier Termine andauernder Workshop Holzskulpturen. „Ich liebe Tiere“ ist der Name der Ausstellung von Natalie Prindull (29. September bis 20 Oktober). In ihr reflektiert die Künstlerin, dass es nur möglich ist, in Harmonie mit der Natur zu leben. Am 3. November schließt sich die Ausstellung mit Malereien von Gabriele Schaffartzig an. Bis 24. November zeigt die Künstlerin, dass für sie die Leinwand einen direkten Fluchtweg in die Welt der Fantasie darstellt.

Ab dem 30. November ist in der Galerie der Adventsbasar aufgebaut. Fotokalender, gerahmte Bilder und Plastiken sowie Antiquarisches mit weihnachtlichen Themen können dort bis zum 1. Dezember erworben werden. Vom 8. bis 22. Dezember wird der „Wintersalon“ von Künstlern bestritten, die bereits in der Galerie zu Gast waren. Kugeln sind vom 19. Januar bis 16. Februar 2020 das Thema des Spieleerfinders Reinhold Wittig. Er sagt: Ohne Kugeln kann man nicht auskommen. Eine Ausstellung zu 1070 Jahre Flecken Bovenden (1. bis 22. März 2020) sowie Beiträge zur Geschichte der Fotografie in Göttingen (19. April bis 17. Mai 2020) bilden den Abschluss des Ausstellungsjahres.

Öffnungszeiten während der Ausstellungen (außer Workshop und Basar): Dienstag und Donnerstag, 16-18 Uhr, Sonntag 15-17 Uhr. Eintritt frei.

Von Markus Hartwig

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