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Regional Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer ist tot
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16:30 25.07.2019
Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer. Quelle: Frank May/dpa
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Hamburg

Die Romangeschichten „Das Schöne, Schäbige, Schwankende“ der Autorin sollen am 9. August bei Klett-Cotta erscheinen. Schon ihr Debüt „Frau Mühlenbeck im Gehäus“ ist 1980 bei dort herausgekommen. Seitdem war sie dem Haus treu verbunden. Zu ihren bedeutendsten Werken gehören „Teufelsbrück“ (2000), „Verlangen nach Musik und Gebirge“ (2004), „Errötende Mörder“ (2007), „Gewäsch und Gewimmel“ (2013) und „Der Scheik von Aachen“ (2016).

Kronauer wurde 1940 in Essen geboren und lebte in Hamburg. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Samuel-Bogumil-Linde-Preis der Partnerstädte Göttingen und Thorn, dem Fontane- Preis der Stadt Berlin, mit dem Heinrich- Böll-Preis, dem Hubert-Fichte-Preis der Stadt Hamburg, dem Joseph-Breitbach-Preis, dem Jean-Paul-Preis und dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. 2005 wurde ihr von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung der Büchner-Preis verliehen.

Als Kronauer 2011 die Leipziger Poetikvorlesung hielt, in der Autoren aus der Werkstatt ihres Schreibens berichten, würdigte Josef Haslinger, Direktor des Deutschen Literaturinstituts, ihren Roman „Zwei schwarze Jäger“ (2009) als „Opus magnum der deutschen Gegenwartsliteratur“, bevor die Schriftstellerin über ein Schreiben reflektierte, das bei ihr verknüpft war mit dem der Kollegen und Vorbilder.

Panzer abgedroschener Zusammenhänge

Einigen davon begegnet sie in ihrem Band „Favoriten. Aufsätze zur Literatur“ (2010). Sie nannte Robert Walser und Ernst Jandl, Ror Wolf und Michel de Montaigne. Jandls Worte von der „Spannung zwischen dem beschädigten Wort und der unverletzten Syntax“ hätten sie ermutigt, sagte sie, denn „sie bekräftigten meinen Eindruck, dass man sich in einem Panzer etablierter, abgedroschener Zusammenhänge, Bilder, Symbole, Vereinbarungen befindet, den es zu sprengen gilt, um die Welt auf der Ebene der Sprache zu verändern“.

Göttinger Würdigung

Die Stadt Göttingen trauertum die Brigitte Kronauer. Im Jahr 2013 wurde der Schriftstellerin der von den Partnerstädten Thorn und Göttingen gemeinsam verliehene Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis für ihre herausragenden literarischen Leistungen zugesprochen. Kronauer gelang es mit ihrem Werk, „Ideale und Werte zu schaffen, die Menschen, Gesellschaften und Nationen zum gemeinsamen Gespräch führen“, so die damalige Jurybeurteilung. Die Preisvergabe an die Autorin fand am 23. Juni 2013 in einer feierlichen Veranstaltung im polnischen Thorn statt. Gemeinsam mit ihr wurde der polnische Schriftsteller Eustachy Rylski geehrt.

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