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Regional Brillantes Werk voller Witz und Esprit
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18:25 05.07.2011
Klangschön formulierend: die Musiker des Universitätsorchesters.
Klangschön formulierend: die Musiker des Universitätsorchesters. Quelle: Heller
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Festliche Bläserklänge eröffneten das Semesterkonzert in der Aula der Universität: Die „Septours de cuivres“ gehören zu jenen Werken für Blechbläser, mit denen der Franzose Antoine Simon im ausklingenden 19. Jahrhundert in seiner Wahlheimat Russland viel Erfolg hatte. Auch in der Uni-Aula taten die ausgewählten Sätze, gespielt in der Besetzung für zwei Trompeten, zwei Posaunen und drei Hörner, ihre Wirkung: Die Besucher im gut gefüllten Saal waren eingestimmt auf einen ebenso festlichen wie bewegenden Abend.

Ein Stimmungsbild von beklemmender Intensität ist „Die Mittagshexe“ von Antonin Dvořák: Mit den tiefen Registern der Bläser, der Bassklarinette und fahlen Streicherklängen malt der Komponist eine Atmosphäre der Bedrohung. Das Familienglück, zu dem auch der Kinderlärm einer quengelnden Oboe gehört, ist nicht von Dauer, und ein pädagogischer Trick schlägt auf fatale Weise fehl: Die Sinfonische Dichtung nach einer Sagensammlung Karel Jaromir Erbens setzte das Universitätsorchester unter Leitung von Ingolf Helm packend und dynamisch differenziert bis zur eindrucksvollen Schlusssteigerung um.

Musikantischer Schwung, dynamischer Nachdruck sowie eine gute Ausbalancierung der Stimmgruppen kennzeichneten die Interpretation der Beethoven-Sinfonie: Zwar wählte Ingolf Helm eher gemäßigte Tempi, doch füllten die Musiker alle vier Sätze mit einer Spannung, die die Hörer unmittelbar fesselte.

Auch wurden musikalische Details, etwa die Bläsereinwürfe im ersten Satz, jederzeit klangschön ausformuliert. Und dem Finale (Allegro vivace) wusste das Orchester schließlich etwas von jener himmelstürmenden Vitalität mitzugeben, die so typisch ist für Beethoven: Der begeisterte, anhaltende Applaus des ganzen Saals war den Musikern sicher.

Von Matthias Körber