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Regional Pop-Sängerin trifft Jazz-Pianisten
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15:42 25.01.2019
Schlagen eine Brücke vom Pop zum Jazz: das neuformierte Busse/Eiben Quartett Quelle: Jörg Linnhoff
Göttingen

Was passiert, wenn eine ausgewiesene Pop- und Soulstimme auf einen Jazzpianisten trifft? Das dies hervorragend miteinander harmonieren kann, davon konnten sich die Besucher beim ersten Auftritt des neuformierten Busse/Eiben Quartetts in der Reihe „Jazz in Tiefenbrunn“ überzeugen.

Mal etwas Neues wagen und genreübergreifend in anderen musikalischen Gefilden wildern – so kann die Idee der in Göttingen allseits bekannten Sängerin Christiane Eiben beschrieben werden. Eiben kommt aus der Pop-Ecke, liebt aber nach eigener Aussage auch den Jazz. Nachdem sie zuvor schon begleitend auf hohem Niveau mit unterschiedlichen Künstlern überregional gearbeitet hatte, suchte sie nun für das neue Projekt nach entsprechenden Jazz-Musikern. So stieß sie auf den renommierten Göttinger Pianisten Christoph Busse, der von Beginn an der Idee mit Begeisterung begegnete.

„The Velvet Gentlemen“

Busse, der Jazz und klassische Musik studierte und mehrfach den „Jazzpodium Preis Niedersachsen“ erhielt, hat 2018 mit seinem Quartett das viel beachtete Album „The Velvet Gentlemen / Satie“ veröffentlicht. In der aktuellen Ausgabe der Jazzthetik gibt es einen mehrseitigen Artikel dazu.

Bei der Vorbereitung des neuen Projekts ging es zunächst darum, eine gemeinsame musikalische Schnittmenge zu finden. Dazu brachten beide ihre Lieblingssongs mit in die ersten Proben, um sie dort in einen gemeinsamen Kontext zu bringen. So überraschte Eiben den Jazzer Busse unter anderem mit dem etwas ungewöhnlich strukturierten Pop-Song „What Is Love For“ von Justin Currie.

Einer der besten Schlagzeuger Europas

Bei der Suche nach hochkarätigen Begleitmusikern brachte die Sängerin ihren langjährigen Freund und Schlagzeuger Heinz Lichius mit ins Spiel. Lichius gilt als einer der besten Schlagzeuger Europas und hat mit vielen renommierten Künstlern und Bands unterschiedlicher Genres wie Ulla Meinecke oder der NDR Bigband zusammen gearbeitet. Auch Gregory Porter stand Lichius mal kurzfristig bei einem Konzert in Kiel zur Seite.

Für die Besetzung des Bassisten schlug Busse den Kontrabassisten Lars Hansen vor. Seiner stilistischen Offenheit verdankt dieser Zusammenarbeiten mit Künstlern wie Ute Lemper, Ken Norris, Inga Rumpf oder dem NDR Symphonie Orchester. Zusätzlich ist er Dozent für E-Bass in Hannover und Hamburg.

Nur eine gemeinsame Probe

Lichius wie auch Hansen leben in Hamburg und so gab es letztendlich nur eine gemeinsame Probe aller vier Musiker. Davon ist im Konzert in dem trotz widriger Wetterverhältnisse sehr gut besuchten Plenarsaal des Sozialzentrums Tiefenbrunn nichts zu spüren.

Das Quartett harmoniert erfrischend und legt bekannten Songs wie Jamie Cullums „These Are The Days“, „Blackbird“ von den Beatles oder dem Joni Mitchell Klassiker „A case Of You“ ein wohlklingendes Lounge-Gewand an, in das sich Eibens kraftvolle Stimme wunderbar einfügt. Mit geschlossenen Augen fühlt man sich in eine Hotel-Lounge des Filmklassikers „Die fabelhaften Baker Boys“ versetzt. „Baby I’m A Fool“ von Melody Gardot kommt mit einem verträumten Piano-Intro. Der Song scheint Eibens Stimme förmlich zu Füßen zu liegen.

CD in Planung

Mit dem Standard „Orange Coloured Sky“ oder Ella Fitzgeralds „I’m Putting All My Eggs In One Basket“ brechen sie zwischenzeitlich den Lounge-Kontext auf. Mit sichtlichem Spaß in ihrem Zusammenspiel glänzen die Musiker auch mit kleinen solistischen Ausflügen. Eine dauerhafte Kooperation wie eine CD-Produktion sind geplant.

Ein Premieren-Auftritt, der großes Wohlgefühl hinterließ und von den Besuchern mit lang anhaltendem Beifall bedacht wurde.

Von Jörg Linnhoff

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