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Regional CDU kritisiert Entscheidung
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19:11 25.09.2012
Von Peter Krüger-Lenz
Das Deutsche Theater Göttingen.
Das Deutsche Theater Göttingen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Fritz Güntzler, Fraktionschef der CDU/FDP-Ratsgruppe, bemängelte, dass die Vertreter der SPD- und der Grünen-Ratsfraktionen „die Entscheidung durchgeprügelt“ hätten. CDU und Linke votierten laut Güntzler für eine Verlängerung.

Zurmühle

„Selbstverständlich ist es völlig normal, nach einer 15-jährigen Amtszeit eines Intendanten über einen Wechsel nachzudenken“, meint Güntzler. Doch der Wechsel komme „zur falschen Zeit“. Im Zusammenhang mit der Haushaltssanierung der Stadt und zur Erfüllung der Bedingungen des Entschuldungshilfepaktes müsse das Theater über einen längeren Zeitraum hinweg jährlich 250 000 Euro sparen.

Auch die Entwicklung der Zusammenarbeit des DT mit dem Jungen Theater Göttingen müsse noch weiter entwickelt werden, so Güntzler. Und weiter: „Da wird es mit Sicherheit nicht leicht werden, einen guten neuen Mann oder eine vergleichbare Frau zu finden, die bereit sein werden, diese Umstrukturierungsprozesse zu Ende zu führen.“

Güntzler

Der DT-Förderverein „bedauert den Rauswurf des Intendanten“, teilt dessen Vorsitzender Harald Noack mit. Zurmühle stehe für eine zwar teilweise kontroverse, aber insgesamt die Erwartungen des Publikums erfüllende behutsame Adaption zeitgenössischer Stücke, die gelungene Belebung des Musiktheaters und die Öffnung für Spielorte im Landkreis.

Göttingens Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD), die auch Mitglied des DT-Aufsichtsrates ist, hält die Entscheidung, den Vertrag nach 15 Jahren nicht zu verlängern, „kulturpolitisch für richtig“. Die Findungskommission werde ihre Arbeit zur Suche eines neuen DT-Intendanten Anfang Oktober beginnen. Eine Entscheidung soll spätestens im kommenden Frühjahr fallen. Schlapeit-Beck plädiert für „eine künstlerische Intendanz – wie bisher“.

Noack

Es heißt, Zurmühle sei vom Aufsichtsrat eine Verlängerung um zwei Jahre angeboten worden. Die hatte er jedoch bei einem Gespräch mit den Grünen aus Stadtrat und Kreistag abgelehnt und auf einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren bestanden. Schließlich, so verlautet aus gut unterrichteten Kreisen, habe Zurmühle einer Verlängerung um drei Jahre zustimmen wollen, was der Aufsichtsrat dann jedoch abgelehnt habe. Zurmühle teilte mit, dass die Entscheidung für ihn überraschend gekommen sei und verwies auf seine erfolgreiche Arbeit.

Schlapeit-Beck