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Regional Traxler-Schau zum Geburtstag
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20:57 20.05.2019
Hans Traxler zum Geburtstag.
Hans Traxler zum Geburtstag. Quelle: R
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Frankfurt

Traxler zählt zu den bedeutendsten Satirikern im deutschsprachigen Raum. Er verpasste dem Zweizeiler seines Kollegen F.W. Bernstein „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche!“ ein Gesicht – er zeichnete ein entsprechendes Rudel, was geradezu prophetisch war. Denn Jahre später steht dieses Bild für den Satirepreis „Göttinger Elch“, er hat sich also quasi selbst porträtiert. Gemeinsam mit Pit Knorr sorgte er zeichnerisch dafür, dass Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl als „Birne“ in der Satire bekannt wurde.

Gruppe von Zeichnern und Autoren

Seit 1951 lebt Traxler in Frankfurt am Main. Nach Stationen an der Städelschule und in der Redaktion der neugegründeten Satirezeitschrift „Pardon“, die er mitbegündet hatte, feierte er 1963 mit der Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ seinen ersten großen Bucherfolg. Bei der Zeitschrift „Pardon“ formierte sich später eine Gruppe von Zeichnern und Autoren, die als „Neue Frankfurter Schule“ bekannt wurde. Neben Traxler als Ältestem der Gruppe gehörten Chlodwig Poth, F.K. Waechter, Robert Gernhardt, Bernstein, Knorr, Eckhard Henscheid und Bernd Eilert dazu, fast alles Elchpreis-Träger.

Traxler wurde vielfach ausgezeichnet. Neben dem „Göttinger Elch“ erhielt er 2007 den Deutschen Karikaturenpreis, beide für sein Lebenswerk. 2014 wurde ihm die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main, 2015 der Wilhelm-Busch-Preis, 2017 der Sondermann-Preis für Komische Kunst und zuletzt, im November 2018, der Friedrich-Stoltze-Preis verliehen.

Großes Spektrum künstlerischer Felder

Zum 90. Geburtstag würdigt das Caricatura-Museum Traxler mit einer großen Werkschau. Im Laufe von mehr als sieben Jahrzehnten schöpferischer Tätigkeit hat Traxler ein großes Spektrum künstlerischer Felder durchmessen und dabei ein eigenständiges Farb-, Form- und Erzählrepertoire entwickelt. Die Schau zeigt das zeichnerische, malerische und schriftstellerische Werk und deckt dabei alle Schaffensphasen ab.

Präsentiert werden Traxlers Bildergeschichten, Cartoons und Illustrationen. Ein Schwerpunkt liegt auf seinen Kindheitserinnerungen, die im März 2019 in Buchform erschienen sind und die von der Kindheit des Künstlers im Dritten Reich erzählen. An Stationen können die Besucher die von Traxler selbst eingelesenen Kapitel des Buchs hören.

Laudation von Thomas Gsella

Die Ausstellung „Hans Traxler: Zum Neunzigsten“ läuft von Montag, 27. Mai, bis Sonntag, 22. September, im Caricatura-Museum Frankfurt, Weckmarkt 17. Eröffnet wird die Werkschau am Sonntag, 26. Mai, um 11 Uhr im Beisein des Künstlers. Die Laudatio hält der komische Dichter und Titanic-Ex-Chefredakteur Thomas Gsella. Die Musik kommt von den Wellbappn. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt drei Euro.

Von Peter Krüger-Lenz

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