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Regional Oratorium in Auftrag gegeben
Nachrichten Kultur Regional Oratorium in Auftrag gegeben
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18:42 27.03.2017
Von Michael Caspar
Carl Rütti Quelle: r
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Göttingen

„Modern, aber harmonisch“ seien die Werke von Rütti, berichtete am Montag Bernd Eberhardt, der Leiter der Kantorei, bei einer Pressekonferenz im Gemeindesaal von St. Johannis. Es gebe in den Werken des Schweizers „sehr aufregende, dramatische Stellen“, aber auch „lyrische Passagen“. Der neuen Komposition, an der der Künstler seit Ende vergangenen Jahres arbeite, liege eine Erzählung aus dem Lukas-Evangelium zugrunde. Ein Fremder begegne da zwei Jüngern, die nach der Kreuzigung Jesu niedergeschlagen von Jerusalem nach Emmaus wanderten. Der Fremde bringe ihr Herz „wieder zum Brennen“ und verschwinde. Erst da würden die Jünger in ihm den Auferstandenen erkennen.

„Wir erhalten die Noten erst im Mai“, berichtete Eberhardt. Er stehe aber im Gespräch mit dem Komponisten. So habe er darauf gedrungen, dass das Oratorium nicht zu filigran werde. Schließlich sei neben Chor und Göttinger Symphonieorchester (GSO) auch die – ziemlich weit entfernte – Orgel einzubinden.

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Rütti ist in Deutschland nicht so bekannt“, sagte Eberhardt. Er habe dessen Musik in England kennengelernt. Auf seine Initiative hin habe der Göttinger Kammerchor 2010 Rüttis Requiem erstmals in der Bundesrepublik aufgeführt. Später habe er mit der Standkantorei und dem Cheltenham Bach Choir Rüttis Missa angelorum in Göttingen zu Gehör gebracht.

Bereits am Sonntag, 21. Mai, will die Stadtkantorei gemeinsam mit Vokalsolisten und dem GSO das 1874 entstandene Oratorium „Luther in Worms“ aufführen. „Es ist 1983 auf Drängen der Musikwissenschaftlerin Christa Kleinschmidt bereits schon einmal in Göttingen zu hören gewesen“, sagte Eberhardt. Das habe eine gewisse Meinardus-Renaissance bewirkt.