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Regional Casting-Marathon mit 17 Teilnehmern
Nachrichten Kultur Regional Casting-Marathon mit 17 Teilnehmern
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11:18 09.11.2010
Begeisterter Künstlernachwuchs auf der großen Bühne in der Lokhalle: die Teilnehmer des Castings.
Begeisterter Künstlernachwuchs auf der großen Bühne in der Lokhalle: die Teilnehmer des Castings. Quelle: Heller
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Kunterbunt war das musikalische Aufgebot in der Tat. Von den mehr als 100 regionalen Bands und Künstlern, die sich beworben hatten, um bei der nächsten „Pop meets Classic“-Show aufzutreten, wählte die Jury letztendlich 17 Finalisten aus. Diese hatten nun erstmals die Chance, sich vor Publikum und Jury zu präsentieren und somit Teil der siebten Ausgabe von „Pop meets Classic“ zu werden. Unter den schillernden Auftritten der Sänger, Tänzer, Didgeridoo-Spieler und Beat-Boxer die Passenden auszuwählen, stellte die vierköpfige Jury vor eine mehr als schwere Aufgabe.
Christoph Jess, von Beginn an künstlerischer Leiter des Events, übernahm zusammen mit Projektleiter Kai Ahlborn und dem freischaffenden Journalisten und Fotografen Christoph Mischke die Jurorenrolle. Als Überraschungskandidatin wurde zusätzlich Karen Otto aus dem Publikum dazugeholt. Die 53-jährige Verwaltungsangestellte beteuerte, keinen der auftretenden Künstler zu kennen und somit neutral werten zu können. Für weitere Verblüffung sorgte Jess’ Ankündigung, dass es bei diesem Casting nicht darum gehe, aus 17 Teilnehmern einen auszuwählen. „Wie viele wir am Ende nehmen, wissen wir nicht genau. Das wird der Nachmittag zeigen. Vielleicht werden es vier, fünf oder nur drei.“
Dass es überhaupt zu einer Auswahl kam, ist angesichts der Qualität der Auftritte erstaunlich. Neben berührenden Darbietungen von Künstlern wie Viktoria Schwanke oder der gerade Mal zehnjährigen Anna-Maria Helmer, deren klassischer Gesang für Gänsehaut sorgte, heizten einige Auftritte wie die von „Soulkizz“, einer rappenden und singenden Beat-Box-Formation, kräftig ein. Eine gefühlvolle Interpretation von „Zombie“, dem Klassiker der Cranberries, präsentierte Anais-Elena Woggon. Und auch Jurymitglied Jess konnte hier sein Können unter Beweis stellen: Da der Gitarrist der 18-jährigen Schülerin ausfiel, sprang er kurzerhand ein – und gab hinterher sogar noch Tipps zur korrekten Gitarrenstimmung.
Es war ein wildes und vor allem vielseitiges Musikspektakel, das an diesem Nachmittag präsentiert wurde. Spannungsgeladen bis zum Schluss, blieb das Publikum trotz vierstündigem Hör- und Seh-Marathon bis zur letzten Sekunde. Sechs Künstler wurden hinterher ausgewählt: Die „Guitaridoos“, eine Gitarren-Didgeridoo-Duo mit Eugen Beidinger und Markus Ohlef, erhielten als erstes die Zusage. Zu erwarten war die zweite Wahl der Jury: die Mädchen-Tanzgruppe „agila“, die auf Grund ihrer großen Teilnehmerzahl zwei Auftritte präsentierte, begeisterte mit kreativen und anspruchsvollen Tanzeinlagen.
Auch die 1950er-Jahre-Musik von „Hillbilly Schmitt and the Bluehoon Boys“ mit Tom Dyba, Matthias Koch, Christian Schmidt und Markus Hinzmann überzeugte für ein Weiterkommen. Shandra Konzok, die mit ihrem selbst komponierten Lied „Für immer dein“ glänzte, konnte sich zusammen mit der Alternative-Powerpop-Band „Faradize“, bestehend aus Jan Fehrs, Andi Twele und Maik Kroner, ebenfalls über eine Zusage freuen. Zu guter Letzt wählte die Jury die Musical-Sänger Nikolaus Kahlen und Andrea Wunderlich. Eigentlich als Solo-Künstler aufgetreten, werden sie nun zusammen bei „Pop meets Classic 2011“ auftreten.

Von Swenja Lohrengel