Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional So war das erste Konzert des neuen Dirigenten
Nachrichten Kultur Regional So war das erste Konzert des neuen Dirigenten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:32 22.09.2018
Der Neue am Dirigentenpult: Nicholas Milton dirigiert das Göttinger Symphonie-Orchester. Quelle: el
Göttingen

Offenbar hatte Nicholas Milton einen Einstand ohne jedes Risiko geplant – selten war in den vergangenen Jahren ein GSO-Programm derart konventionell. Beethovens Fünfte, die Akademische Festouvertüre von Brahms und das überaus süffige Cellokonzert von Dvořák mit dem Starsolisten Daniel Müller-Schott: Da kann wohl nichts schief gehen.

Keine billige Effekthascherei

Doch gleich mit der Brahms-Ouvertüre fegte Milton jegliche Befürchtung dahin, es könne ein langweiliger, stinknormaler Konzertabend werden. Da gab es aufregende Steigerungen, die aus einem spannungsreichen Pianissimo dynamisch kraftvoll anwuchsen. Auch den hier und da etwas knorrigen kompositorischen Witz, mit dem Brahms die zugrundeliegenden Studentenlieder übereinanderschichtet und durcheinanderwirbelt, ließ Milton zünden: ein temperamentvolles, pointenreiches Dirigat, sicherlich auf Wirkung bedacht, aber ohne billige Effekte.

Daniel Müller-Schott war für den Solopart von Dvořáks Cellokonzert ein idealer Interpret. Sein großer, edler Ton, seine Intonationssicherheit auch in den heikelsten Doppelgriff-Passagen, sein zupackendes Temperament, gepaart mit der Fähigkeit, sein Instrument wie eine menschliche Stimme singen zu lassen: all diese Qualitäten konnten sich in diesem Konzert wunderbar entfalten. Und Milton zeigte am Dirigentenpult seine Kunst, den Solo- und Tuttipart genau aufeinander abzustimmen, ging auch auf kleinste Tempo-Nuancen Müller-Schotts ein, ohne aber die Zügel aus der Hand zu geben. Sein Orchester folgte mit Präzision und Enthusiasmus. Ein ganz besonders ergreifender Moment war das beseelte und beseligende Zusammenspiel von Müller-Schott mit GSO-Konzertmeisterin Natalia Scholz. Für die Ovationen des Publikums in der ausverkauften Stadthalle bedankte sich der Solist mit Ravels Habanera, die auch ohne Klavierbegleitung zu bezaubern vermag.

Beethovens c-Moll-Symphonie – wohl die populärste unter allen – war das Schlussstück des Abends, ein Werk, von dem man schon im Vorhinein meint, jeden Ton zu kennen. Sicher, das ist nicht falsch. Doch selten hört man diese Symphonie derart mitreißend, derart feurig, ja bisweilen so neu, als entstünde das Werk just im Augenblick des Hörens. Miltons Zeichengebung ist präzise, sein Temperament äußert sich eher in den Armen und Händen als in den Beinen. Hier und da, etwa bei wenigen nicht ganz synchronen Streicher-Pizzicati, schien es, als müssten Orchester und Dirigent sich noch ein wenig aneinander gewöhnen.

Starker Klang der Kontrabässe

Anders als bisher war auch die Sitzordnung der Instrumentalisten mit den zweiten Violinen rechts vorn, dahinter die Bratschen, den ersten Violinen links vorn, dahinter die Celli und – ganz ungewöhnlich – mit den Kontrabässen in der Mitte hinter den Holzbläsern. Dem Klang ist das dienlich; dass der Kontakt zwischen ersten und zweiten Violinen in dieser Aufstellung etwas weniger eng ist, führte jedenfalls nicht zu Komplikationen. Und der Klang der Kontrabässe wirkte tatsächlich ein wenig stärker.

Mit seinen bisweilen sehr frischen Tempi forderte Milton das Orchester gehörig, doch selbst die schnellsten Kontrabass-Passagen liefen nirgends aus dem Ruder. Im Finale der Fünften war es, als strahle die Musik helles Licht aus. Und der sieghafte Schluss dieses Werkes wurde auch zu einem Sieg für den Dirigenten, der mit Ovationen überschüttet und mit Bravorufen bedacht wurde. So gab er noch eine Zugabe: den fünften Ungarischen Tanz von Brahms, aus dem er alles herauskitzelte, was zum Mitreißen gut ist.

 „Seelendrama“ am 28. September

Nächstes GSO-Konzert: „Seelendrama“ am Freitag, 28. September, um 19.45 Uhr in der Stadthalle mit Musik von Glinka, Sibelius und Tschaikowsky. Dirigent: Nicholas Milton, Solist: Emmanuel Tjeknavorian, Violine; Einführungsvortrag 19 Uhr. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt, sowie online unter gso-online.de.

Von Michael Schäfer

Göttingen Session Possible bei Porsche in Göttingen - „Stars hinter den Stars“ auf einer Bühne

Der Bassist von Limp Bizkit, der Keyboarder von Sarah Connor, der Gitarrist von Bryan Adams und Balkan-Beats-Star Benedikt Stehle gemeinsam mit zwei Sängern und einem Saxofonisten auf einer Bühne: Wolf Codera bringt die „Stars hinter den Stars“ nach Göttingen.

22.09.2018

Weltstar André Rieu – Walzerkönig von Mexiko bis Australien – geht 2019 auf Welttournee. Im Januar gastiert er in der Volkswagenhalle in Braunschweig. Karten gibt es im Vorverkauf.

21.09.2018

Mit einem selbst produzierten Video zu ihrer ersten Single hatten die Dry Dudes 2016 ein von Tausenden Fans begrüßtes Online-Outing. Die neue Tour führt das Pop-Duo am 21. November ins Göttinger Apex.

21.09.2018