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Regional Chorverband Niedersachsen-Bremen in der St. Pauluskirche Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Chorverband Niedersachsen-Bremen in der St. Pauluskirche Göttingen
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13:13 22.07.2014
Zeitreise durch 300 Jahre: Göttinger Knabenchor singt Krönungs-Anthems von  1714. Quelle: Heller
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Göttingen

In der Göttinger Kirche St. Paulus begaben sich zahlreiche Zuhörer auf  eine von Michael Krause geleitete Zeitreise mit dem Göttinger Knabenchor, der von Cellistin Lucile Chaubard und Heiner Kedziora an der Orgel begleitet wurde.

Die Zuhörer begrüßte Knabenchor-Chef Krause: „Sie sind die 2000 Ehrengäste, die zur Krönung angereist sind.“ Die damaligen Umstände lässt er unter anderem durch Zeitzeugenberichte lebendig werden.

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Das musikalische Programm ist und bleibt jedoch das wesentliche Mittel der Zeitreise. In der gleichen Reihenfolge wie 1714 werden Anthems, Gesänge und Litaneien zu Gehör gebracht wie William Childs „O Lord, grant the King a long life“, Henry Purcells Anthem I: „I was glad“ , William Turners Anthem II: „The king shall rejoice“ und viele andere.

Trotz der Hitze liefert der Knabenchor eine solide und überzeugende Leistung ab. Zwei Chöre seien damals in London beteiligt gewesen, so Krause, und zwei Chöre singen auch an diesem Abend, allerdings nicht gemeinsam.
In der Veranstaltung des Chorverbands Niedersachsen-Bremen übernimmt der „Projektchor 2011“ in der zweiten Hälfte des Konzertes das Zepter.

Die Projektchöre sind als Angebot des Chorverbandes an seine Mitglieder zu verstehen und haben unterschiedliche Arbeitsgebiete. Der Projektchor 2011 unter der Leitung von Eckhard Albrecht präsentiert an diesem Abend das anspruchsvolle Werk „Missa choralis“ von Franz Liszt für gemischten Chor und Klavier, ein nicht ganz zeitgenössisches Werk, wenn man die vorherige Zeitreise nach London bedenkt.

Die 2013 schon mehrmals in evangelischen Kirchen aufgeführte Messe aus dem Jahre 1865 wurde nun erstmals in einer katholischen Kirche dargeboten.

Beginnend mit einem beschwingten, in den einzelnen Stimmen ausgewogenen „Kyrie“ geht es zum „Gloria“ über, das durch eine gut ausgefeilte Dynamik besticht. Überzeugend in seiner Gesamtwirkung ist der Chor vor allem durch seine Präsenz und Singfreude, so dass Schwächen in den Männerstimmen gegen Ende der Messe kaum ins Gewicht fallen. Schade ist allerdings, dass Doris Vetter am Klavier gänzlich untergeht.