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Regional Christina Martin im Göttinger Apex
Nachrichten Kultur Regional Christina Martin im Göttinger Apex
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16:00 21.04.2017
Ein eingespieltes Team: Christina Martin und Dale Murray.
Ein eingespieltes Team: Christina Martin und Dale Murray.  Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Martin kennt Deutschland schon aus ihrer Zeit als Au-Pair-Mädchen im niedersächsischen Salzgitter. In den USA geboren, findet ein Großteil ihrer Kindheit in Kanada statt, wo sie auch den Durchbruch schafft und mehrere Auszeichnungen erhält. So wird ihr zweites Album „Two Hearts“ mit dem Music-Nova-Scotia-Award für das beste Popalbum des Jahres und sie als die beste weibliche Sängerin ausgezeichnet. Musikalisch bewegt sich Martin zwischen Folk, Country, Rock und Pop, getragen durch ihre imposante Gesangsstimme.

Eine große Flasche Jägermeister

Mit ihrer lockeren Art, teils in Deutsch, teils in Englisch sprechend, gewinnt Martin das Publikum auf Anhieb. Und dann nimmt ihre Stimme den Raum ein, leicht brüchig, kraftvoll, dass es einem den Atem verschlägt. „Take Me Back In A Dream“ singt sie und man möchte sie umgehend beim Wort nehmen. Gitarrist Murray hat sie 2007 kennengelernt. Ein große Flasche Jägermeister war da im Spiel, um dann vom guten Freund zum Partner und „Music-Brother“, wie Martin ihn nennt, zu werden.

Murray produziert auch ihre Alben, und sie haben sich für ein gemeinsames Leben in einem 140 Jahre alten Farmhaus auf dem Land entschieden. Für das lockere „Two Hearts“ scheint ihre leicht kratzige, gebrochen klingende Stimme wie geschaffen, während Murray immer wieder wunderbar raumfüllende Licks auf der E-Gitarre beisteuert.

„Lungs Are Burning“, ein neuer Song, behandelt eindringlich das Thema Drogensucht. Martin verlor ihren Bruder durch eine Überdosis. In dem Song geht es um eine neue Mode-Droge, die in Kanada zunehmend zu einem Problem wird. Einer humorvollen Geschichte über die Jagdsaison auf dem Land folgt mit trashiger E-Gitarre das rockige „I’ve Got A Gun“. Ein beeindruckter Barkeeper in Polen habe, so Martin, nach ihrem gemeinsam mit Matt Epp geschriebenen Song „Where The Dark Meets The Light“ sogar einen Drink benannt.

Martin liebt die Interaktion mit dem Publikum, dass zu ihrer sichtlichen Freude jedes Stück von Beginn an mit langanhaltendem Beifall belohnt. Dem von Martin sehr geschätzten Privileg, frei in andere Länder reisen zu können, gibt sie zum Ende mit „I Don’t  Wanna Say Goodbye To You“ ein musikalisches Gesicht um abschließend noch zu einer unplugged gespielten Ode an ihre Mutter von der Bühne zu steigen.

Von Jörg Linnhoff