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Regional Comedian Kaya Yanar in der Stadthalle Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Comedian Kaya Yanar in der Stadthalle Göttingen
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19:05 25.10.2013
Meister der „Kanak-Sprak“: Kaya Yanar in der Göttinger Stadthalle. Quelle: JV
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Göttingen

„Around the world“ heißt das aktuelle Programm des 40-jährigen Deutschtürken, der 2001 mit dem TV-Format „Was guckst du“ bekannt wurde.

Yanar ist wirklich gut darin, im Handumdrehen seine „Kanak-Sprak“ einzusetzen, um danach gleich wieder er selbst zu sein. Auch kann er glänzend Luft zwischen seinen Lippen hindurch quetschen. Das klingt dann wie ein Flatus, dient aber daneben auch als Geräusch eines Aufpralls, eines Stromschlages, eines Fahrtwindes beim Skifahren oder sonstigen Slapstick-Momenten aus Yanars Weltreise.

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Doch nicht nur Armbrüche und Elektroschocks hat der Deutschtürke in der weiten Welt gesammelt. In Europa sei er zunächst mit einigen „Kulturschöckchen“ davon gekommen.

Kulturschock in China

Einen ausgewachsenen Kulturschock erlitt Yanar dagegen in China. Er analysiert die seltsamen Essgewohnheiten der Chinesen („Die fressen alles, was vier Beine hat und kein Tisch ist“) und sinniert über das traurige Schicksal des Pandabären: „Die Chinesen zeigen ihnen Panda-Pornos, damit sie sich fortpflanzen. Verrückt!“.

Die Gags kommen fast sekündlich. Yanar springt munter von Thema zu Thema und wieder zurück, bringt einen anfänglichen Versprecher (aus Aftershave und Haarspray wurde „Afterspray“) immer wieder spontan und passend ein. Damit verleiht er dem Abend der vielen Multi-Kulti-Kalauer eine Struktur.

Seine kosmopolitischen Erkenntnisse haben Yanar jüngst den deutschen Comedy-Preis beschert. Dabei sind seine Geschichten oftmals platt, inhaltsarm, übertrieben und reich an Flatulenzgeräuschen.

Was letztendlich aber überzeugt und ihm ordentlichen Beifall beschert, ist mehr das professionelle Spiel aus Mimik und Figuren, die er verkörpert. Für den Bruchteil einer Sekunde schlüpft er in eine Rolle, um dann wieder den munteren Erzähler zu geben.

Von Katharina Kilburger