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Corona: „KUNST“-Gala 2021 im Deutschen Theater Göttingen abgesagt

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07:00 15.05.2021
Der Verein Kultur unterstützt Stadt Göttingen („KUNST“) hat die Kunstgala 2021 abgesagt – hier eine Aufnahme von der Kunstgala 2020 mit dem Auftritt der Ballettschule Art la Danse.
Der Verein Kultur unterstützt Stadt Göttingen („KUNST“) hat die Kunstgala 2021 abgesagt – hier eine Aufnahme von der Kunstgala 2020 mit dem Auftritt der Ballettschule Art la Danse. Quelle: Peter Heller (Archiv)
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Göttingen

Diese Entscheidung fiel schwer: Der Verein Kultur unterstützt Stadt Göttingen („KUNST“) hat die für den 29. und 30. Mai geplante Kunst-Gala 2021 abgesagt. Ein neuer Termin zu einem späteren Zeitpunkt kam nicht in Frage, teilte der Vorstand mit. Die für Auftritte geplanten Künstler sollen finanziell unterstützt werden.

„Wir haben lange gewartet und alles versucht, damit die Gala in irgendeiner Form stattfinden kann. Die Plakate hängen ja schon überall. Aber gestern mussten wir die bittere Entscheidung treffen, die Gala endgültig abzusagen“, so Nils König vom Kunst-Vorstand. Nach der aktuellen Corona-Verordnung würden die Verbote für Indoor-Kulturveranstaltungen mit Publikum bis zum 30. Mai gelten.

Sonderprogramm des Landes käme zu spät

„Wir hatten auf das Sonderprogramm des Landes für einige Städte gehofft, was für Göttingen auch immer noch in Kooperation mit der Universitätsmedizin geplant ist, allerdings hat sich die Genehmigung verzögert, sodass der Beginn, wenn denn das Sonderprogramm kommt, frühestens Mitte Juni sein wird“, so König. Damit sei klar geworden, dass die Gala im Deutschen Theater nicht mit Publikum veranstaltet werden könne, so Vorstand Willi Arnold.

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Die Vorstände hätten geprüft, ob die Gala im DT hätte realisiert und dann live im Internet gestreamt werden können. Doch aufgrund der großen Zahl der Künstler, die unter entsprechenden Hygiene-Auflagen für die Proben und Auftritte ohne gegenseitige Kontakte im Theater unterwegs sein müssten, wäre diese Alternative nicht möglich gewesen, heißt es in der Mitteilung – ebenso wie eine Verschiebung. Das DT habe zu viele Termine verloren oder ins zweite Halbjahr verschoben und sei inklusive der Händelfestspiele im September ausgebucht.

Kosten an alternativem Ort wären zu hoch

Auch ein anderer Veranstaltungsort sei geprüft worden. Doch die Kosten für Bühnenbau, Tontechnik und Licht sowie Personal wären so hoch, dass kein Erlös hätte erwirtschaftet werden können. Ziel der Gala sei schließlich, aus dem Erlös Kulturprojekte zu fördern.

„Es ist wirklich sehr traurig und frustrierend, die Gala ganz absagen zu müssen“, so Anne Moldenhauer vom Vorstand des Vereins Kultur unterstützt Stadt Göttingen. „Wir versuchen nun, die Künstlerinnen und Künstler aus dem vom Verein ,KUNST’ initiierten Corona-Hilfsprogramm für Soloselbstständige, dass aus Spenden der Göttinger Bürgerinnen und Bürger finanziert wird, zu unterstützen“, betonte Inge Mathes vom Vorstand. Die Mühe und Arbeit, die sie in die Vorbereitung der geplanten Auftritte investiert hätten, solle „ein wenig entlohnt werden“, heißt es in der Mitteilung des Vereins.

Tanz, Theater, Musik: Zehn Auftritte waren geplant

Das von einer Jury zusammengestellte Programm hätte zehn Auftritte mit Tanz, Theater und unterschiedlichsten Musikdarbietungen umfasst. Ein Brass-Quintett des GSO, das Klassik-Duo Reedolin mit Toni Säckl und Henning Vater, eine aus den soloselbstständigen Künstlern Christiane Eiben, Tosha, Hans Kaul, Fred Kerkmann und anderen zusammengesetzte Band „Make Some Neu’s“ und die „real“ Blues Brothers Tim und Peter Funk hätten auftreten sollen. Der Tanz war mit einer sehr aufwendigen Choreographie der Göttinger Ballettschule Art la Danse, der Hooptänzerin Lucia Lovelyloops und der Kathak-Tänzerin Jyotika Dayal eingeplant.

Das Deutsche Theater und das Junge Theater hätten jeweils einen Ausschnitt aus musikalischen Produktionen ihrer Häuser gezeigt und das Impro-Theater-Duo „Die Stereotypen“ mit Nele Kießling sollte das Programm abrunden. Auch sollten kurze Videos gezeigt werden, die von soloselbstständigen Kunstschaffenden im Rahmen der vom Verein aus Bürger-Spenden finanzierten Corona-Soforthilfe-Projekte entstanden sind.

Verein fragt Sponsoren nach weiterer Unterstützung

Um das Ziel der Gala zu erreichen, mit den Erlösen Kulturprojekte in Göttingen auch in diesem Jahr zu fördern, „fragen wir derzeit die Sponsoren“ der Gala, „ob sie dennoch ihre geplante Unterstützung in Form einer Spende aufrechterhalten“, so König. Dann könnten mit der vom Rat der Stadt auf Initiative der SPD beschlossenen Ausfallbürgschaft für die Kunst-Gala dennoch etwa 15000 Euro für die Projektförderung bereitgestellt werden.

Der Verein fördere mit den Erlösen der Gala 2021 Göttinger Kulturprojekte aller Art, die in Corona-Zeiten möglich seien. Alle Kunstformen seien zugelassen: Theater, Musik, Tanz, Performance, Film, bildende Kunst oder auch Aktionen. Auch Kooperationen verschiedener Gruppen oder Kultureinrichtungen seien möglich.

Kunstschaffende können Förderanträge einreichen

Anträge können alle Kultureinrichtungen, Schulen sowie Gruppen, Initiativen oder Vereine, die gemeinnützig sind oder gemeinnützige Partner haben, einreichen. Förderanträge könnten noch bis zum 28. Mai an den Verein „KUNST“, Herzberger Landstraße 4 in 37085 Göttingen, gestellt werden.

Die Anträge müssen eine Projektbeschreibung und eine Gesamtkosten- und Einnahmeaufstellung enthalten, die die beim Verein beantragte Fördersumme enthält. Eine Doppelförderung, vom Verein und aus dem so genannten städtischen „Sammeltopf“ sowie durch Stiftungen für das gleiche Projekt, sei möglich. Die maximale Fördersumme betrage 2000 Euro.

Von Stefan Kirchhoff