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Regional „Da kann ich auf der Gitarre richtig abheben“
Nachrichten Kultur Regional „Da kann ich auf der Gitarre richtig abheben“
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06:19 19.03.2012
Bei einem seiner früheren Auftritte im Göttinger Live-Club Nörgelbuff: Albert Lee.
Bei einem seiner früheren Auftritte im Göttinger Live-Club Nörgelbuff: Albert Lee. Quelle: Beisert
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Göttingen

Seit Jahren spielen Sie regel­mäßig im Göttinger Nörgelbuff. Erinnern Sie sich noch an diese Konzerte?

Oh ja, sehr gut! Die Reaktion des Göttinger Publikums war wirklich immer hervorragend. Wir lieben es jedesmal, in diesen Kellerclub wiederzukommen.

Sie mögen Auftritte in kleinen Clubs?

Ach wissen Sie, ich spiele einfach überall gerne, wo mich das Publikum sehen möchte.

Wo touren Sie am liebsten?

Obwohl ich so lange in den USA gelebt habe, war ich doch meistens in Europa unterwegs. Ich liebe es ganz besonders in Deutschland zu touren und spiele hier bereits seit 1962.

Sie standen an der Seite von so vielen Weltstars. Wie wichtig waren diese Jobs für Ihren persönlichen Stil?

Ich habe von allen gelernt - wirklich! Und ich hoffe, sie profitierten von meinen Beiträgen zu ihrer eigenen Musik.

Als Mensch sind Sie bei aller Bekanntheit immer natürlich geblieben.

Wahrscheinlich weil ich nicht reich und berühmt bin (lacht). Tatsächlich habe ich persönlich auch kaum Zeit und Lust für Künstler, die arrogant und überheblich sind.

Hat das Leben als Musiker Ihre Persönlichkeit geformt?

Ich bin immer ein ziemlich entspannter Mensch geblieben. Das ist mir wichtig. Ich will nicht diesen Stress auf einer Tournee, der mich zum Herzinfarkt bringt.

Schon sehr früh waren Sie von Country-Musik beeinflusst. Was begeistert Sie an dieser Musik?

Ich liebe nahezu alle Musik­stile. Doch die US-Country-Musik hat mich ich stets wegen ihrer Ehrlichkeit und der tollen Tempi der Stücke besonders fasziniert.

Songs wie „Country Boy“ spielen Sie bereits seit Jahrzehnten. Reifen die Lieder über die Jahre wie ein guter Wein?

Diese Songs machen mir einfach einen riesigen Spaß zu spielen. Jedesmal! Und für „Country Boy“ habe ich eine totale Vorliebe – das Stück ist einfach gut für mich, da kann ich auch auf der Gitarre richtig abheben.

Ihre Stücke sind meist von anderen Songwritern geschrieben. Was braucht ein Song, damit Sie ihn spielen?

Ich mag in den Songtexten gut erzählte Geschichten. Auch die Akkorde und Melodie sollten mir gefallen. Und er muss zu meiner Stimme passen.

Sie spielen so viele hochvirtuose und schöne Gitarrensoli. Was zeichnet das perfekte Solo aus?

Es muss melodisch sein und eine packende Dramaturgie haben. Zudem muss es emotional stark sein und auch etwas ausdrücken. Ein Solo ist wirklich keine leichte Sache!

Welches Verhältnis haben Sie zu ihrem Instrument?

Ich spiele jetzt bereits seit über fünfzig Jahren Gitarre. Das Instrument erlebe ich wie einen sehr guten Freund.

Sie spielen sogar eine Gitarre, die Ihren Namen trägt und eine ganz eigene Form hat. Wie kam es dazu?

Ich war von Anfang an mit der Gitarrenfirma „Music Man“ befreundet. Sie entwarf das ungewöhnliche Design der „Albert-Lee-Gitarre“. Ich war sofort begeistert. Sie ist genau auf meine Bedürfnisse ausgerichtet – der Sound, die Tonabnehmer, die Saitenlage. Für meinen sehr speziellen Stil, gleichzeitig mit Plektrum und Fingern zu spielen, ist sie eine absolute Traumgitarre.

In Göttingen werden Sie wieder mit den „Hogan’s Heros“ sein. Bitte erzählen Sie etwas über diese Band.

Der Pedal-Steel-Spieler Garry Hogan hatte in England lange ein Steel-Guitar-Festival veranstaltet. Vor über 20 Jahren hatte er mich als Gast eingeladen. Er brachte die Musiker zusammen und erfand den Bandnamen. Seitdem spielen wir zusammen.

Gibt es für Sie denn ein Leben jenseits der Musik? Haben Sie ein Hobby?

Oh ja! Ich liebe es mit Autos zu spielen! Zwar bin ich kein so erfahrener Mechaniker, aber es gibt mir eine große Befriedigung, Autos zu reparieren und in Ordnung zu bringen.

Das Konzert von Albert Lee & Hogan’s Heros am Freitag, 30. März, beginnt um 21 Uhr im Nörgelbuff, Groner Straße 23, in Göttingen. Karten gibt es in Göttingen unter anderem im Nörgelbuff, im Alten Rathaus, Markt 9, und im Reisebüro Uhlendorff, Paulinerstraße 13.