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Regional Daniel Foerster inszeniert „Das kalte Herz“
Nachrichten Kultur Regional Daniel Foerster inszeniert „Das kalte Herz“
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17:58 22.05.2018
Der Regisseur Daniel Förster. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Foerster ist in Göttingen geboren. Hier sammelte er erste Theatererfahrungen. Nach dem Abitur verschlug es ihn nach Bremen. Er studierte Theaterwissenschaften in Berlin und absolvierte schließlich ein Regiestudium in Ludwigsburg. Zwei Jahre lang war er anschließend Stipendiat am Schauspiel Frankfurt. Erich Sidler, den Intendanten des Deutschen Theaters Göttingen, habe er 2014 beim Stückemarkt in Heidelberg kennengelernt, sagt Foerster. Eine seiner Produktionen war eingeladen, Sidler saß in der Jury. Bewusst habe er sich bei Sidler beworben, ihn in einer E-Mail nach Frankfurt eingeladen. Eine Dramaturgin sei gekommen, man wurde sich schließlich einig über ein Engagement.

Frühe Kapitalismus-Kritik

Über verschiedene Stoffe hätten sie geredet, erinnert sich Foerster, die Wahl sei schließlich auf das Hauff-Märchen gefallen, eine frühe Kapitalismus-Kritik vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Die allerdings will Foerster nicht in den Vordergrund stellen.

Der Text sei „eine gute Plattform zum Ausloten menschlicher Gier, menschlicher Abgründe“, erklärt der 31-jährige Regisseur, „und natürlich auch eine Coming-of-Age-Geschichte“. Gut sei daran abzulesen, „wie die Umwelt den Menschen zu einer Persönlichkeit formt“. Hier gehe es „um eine tiefe Sehnsucht, seine Persönlichkeit zu finden – in den Proben sind wir auf den Begriff Herzensbildung gekommen.“

Harten Arbeit ohne viel Lohn

Hauptfigur der Geschichte ist Peter Munk. Er führt das Köhlergeschäft des Vaters weiter, kann sich aber mit der harten Arbeit ohne viel Lohn nicht anfreunden. Einem Waldgeist verkauft er schließlich sein Herz. Einen kalten Stein bekommt er dafür in seine Brust gesetzt.

„Das Setting reizt mich“, sagt Foerster, „sehr düster und melancholisch.“ Spannend sei der magische Aspekt der Waldgeister im Gegensatz zum Vernunftgedanken. Dass dies alles im Zentrum steht und nicht die Kapitalismuskritik sei seine Entscheidung, erklärt Foerster: „Ich wollte es nicht zu einem Diskursabend machen.“

Geruch wie damals

Dass er wieder zurück ist am DT sei „seltsam, aber sehr schön. Es riecht noch wie damals, als ich im Jugendclub war.“ Aber er sei auch nie richtig weg gewesen, als Zuschauer immer da. Als Regisseur erlebe er das nun „auf einem anderen Level, mit dem zeitlichen Abstand noch mal anders kennen“. Jetzt stehen die Endproben an, dann die Premiere. Gibt es schon Absprachen für die Zeit danach? Direkt im Anschluss gehe es zu Vorproben nach Graz. Dort inszeniere er die Spielzeiteröffnungsproduktion. Eine große Herausforderung? „Ich stelle mich der Aufgabe“, sagt Foerster lächelnd. In der kommenden Spielzeit warten Projekte in Kaiserslautern und Osnabrück. Und wie steht es mit dem DT? „Ich habe auf jeden Fall große Lust, hier wieder was zu machen.“

Die Premiere am Freitag, 25. Mai, beginnt um 20 Uhr im Studio des Deutschen Theaters Göttingen, Theaterplatz 11. Karten gibt es unter der Telefonnummer 05 51 / 49 69 300.

Von Peter Krüger-Lenz

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