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Regional Das Göttinger Symphonie Orchester spielt für die ganze Familie
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17:29 30.10.2013
Höchst interessante Klänge: Göttinger Symphonie-Orchester um Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Die Erde erschien dem Komponisten wohl zu vertraut, so dass er sie in seinen Zyklus nicht mit aufnahm und Pluto, dem sein Status als Planet 2006 ohnehin aberkannt wurde, war damals praktischerweise noch gar nicht entdeckt. So beschränkt sich Holst auf sieben Planeten, denen er jeweils einen programmatischen Beinamen gibt und orientiert sich bei der Namensgebung häufig an der römischen Mythologie.

Im ersten Familienkonzert der Saison am Sonntag Mittag in der Stadthalle spielt das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) das Werk in einer Bearbeitung für kleines Orchester und zwei Klaviere. Diese ersetzen den kompletten Blechbläser-Apparat.

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Durch die Kombination der Instrumente entstehen immer wieder höchst interessante Klänge, so etwa im Satz „Venus“ wenn die Klaviere gemeinsam mit einem Glockenspiel eine zarte Melodie spielen, die auf diese Weise besonders funkelnd daherkommt. Und auch die anderen Stimmen können Ihre Vielseitigkeit zeigen.

„Mars“, die bedrohlich klingende Eröffnung des Werkes im ungewohnten Fünfviertel-Takt spielen die Streicher mit dem Holz ihres Bogens, in „Jupiter“ wird selbst die Pauke zum Melodieinstrument. In wildem Wechsel fliegt das Thema des Satzes „Merkur“ von einer Stimme zur nächsten.

Äußerst ausdrucksvoll

Das Schlusslicht des Werkes ist schließlich „Neptun“, von Holst auch als „der Geheimnisvolle“ betitelt. Eigentlich hätte man für diesen Satz einen Chor benötigt, doch diesmal übernehmen die Instrumentalisten den Gesang selbst. Langsam und leise verklingt die Musik am Ende in kaum hörbarem Summen.

Zwischen den so vielseitigen und stets äußerst ausdrucksvoll dargebotenen Sätzen, erklären Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller und Geiger Thomas Scholz den Kindern im Publikum die Hintergründe zu den einzelnen Stücken. Scholz übernimmt hierbei den Part des Astronomen und gibt kleine Einführungen in die Beschaffenheit und Besonderheiten der Planeten.

Mueller zeigt anhand kurzer ausgewählter Hörbeispiele, wie Holst diese Charakteristika in der Musik hervorhebt. So gab es in diesem Familienkonzert nicht nur tolle Musik zu hören, sondern auch jede Menge über unser Universum zu lernen.

Von Tina Evers