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Regional Das Programm des Literarischen Zentrums Göttingen für die kommende Saison
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18:53 13.08.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Umgetrieben von der Sorge um die Welt: der Schriftsteller Jostein Gaarder. Quelle: Lello
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Eine PR-Maßnahme des Verlages, meinte Gesa Husemann, Interimsleiterin des Literarischen Zentrums, zum Titel des Werks. Gaarder schildert die Welt im Jahr 2084: „Kamele in Norwegen, saure Meere und Heerscharen von Flüchtlingen aus den unbewohnbaren Äquatorgebieten.“ So träumt die 16-jährige Nora von der zukünftigen Welt, die der Klimawandel komplett verändert hat.

Nora hat Angst vor dieser Welt, aber sie entwickelt auch Tatkraft.  Gaarder stellt das Buch am Montag, 25. November, um 17 Uhr in der Aula im Max-Planck-Gymnasium vor. Deutsche Passagen liest die Schauspielerin Sonja Elena Schroeder. Mit der Übersetzerin Gabriele Haefs spricht Gaarder auf Englisch  über sein Gesamtwerk.

Mit dem Start einer neuen Reihe endet das Herbst-Winter-Hauptprogramm am Donnerstag, 30. Januar. Unter dem Titel „Debütantinnenball“ stellen drei Autorinnen ihre Erstlingswerke vor. Funny van Money erzählt in „This is Niedersachsen und nicht Las Vegas, Honey“ von ihrer Table-Dance-Tour durch Deutschland. Die Einführung der Studien­gebühren und das an sich schon teure Studium hätten die Autorin gezwungen, sich nach einem lukrativen Job umzuschauen, berichtet Husemann und meint. Von einer Reisenden in emotionaler Schieflage schreibt Britta Schröder in „Zwölfender“, und Franziska Wilhelm spürt in ihrem Debütroman Selbstmördern dort nach, wo sie ihr letztes Bier zapfen. Den illustren Titel „Meine Mutter schwebt im Weltall und Großmutter zieht Furchen“ hat sie dem Buch verpasst. Die Lesung, mit der das Zentrum sich jüngeres Publikum erschließen möchte, beginnt um 20 Uhr und endet in einer Party mit Musik.

Zwei Göttingen-Bezüge finden sich in dem Programm. Jo Lendle ist in Göttingen aufgewachsen und hat hier mit anderen ein Kulturzentrum gegründet. Demnächst soll er die verlegerischen Geschäfte des Hanser-Verlags übernehmen. Im Literarischen Zentrum stellt Lendle am Mittwoch, 18. Dezember, um 20 Uhr seinen fünften Roman vor: „Was wir Liebe nennen“.

Für ihr Buch zu dem großen Entdecker James Cook, das in der Reihe „Abenteuer!“ erscheint, hat Autorin Maja Nielsen in der Ethnologischen Sammlung der Universität, Theaterplatz 15,  recherchiert. Am Sonntag, 9. Februar, stellt die Autorin, die 2013 als „Lesekünstlerin“ ausgezeichnet wurde, es dort auch vor. Beginn ist um 11.15 Uhr.

Die Reihe „Das Alter in der Literatur“ setzt der pensionierte ARD-Korrespondent Sven Kuntze am Donnerstag, 23. Januar, um 20 Uhr fort. Sein Plan: „Altern wie ein Gentleman“. Dafür engagierte er sich ehrenamtlich als Großvater und wohnte einige Wochen im Altenheim.

„Der Welt eine Stirn bieten“ will die Erziehungswissenschaftlerin Hilde Schramm. Sie ist Tochter des Nazi-Architekten Albert Speer und hat ihrer jüdischen Lehrerin Dora Lux, die sie in den 50er-Jahren zum Abitur führte, ihr aktuelles Buch gewidmet. Am Sonntag, 17. November, liest sie um 20 Uhr daraus und spricht mit der Historikerin und Genderforscherin Claudia Bruns darüber.

„Nachtgestalten“ heißt das jüngste Buch des hochgelobten Schriftstellers Clemens Meyer. Er kommt damit am Donnerstag, 31. Oktober, um 20 Uhr ins Literarische Zentrum und spricht nach der Lesung mit dem Kritiker Kolja Mensing.
Einen vielbeachteten Krimi hat der nigerianische Autor Helon Habila mit „Öl auf Wasser“ geschrieben. In dem Umweltkrimi geht es um Rebellen, die ein Engländerin entführen. Mitten im Ölkrieg sollen der junge Journalist Rufus und die Reporterlegende Zaq beweisen, das die Frau noch lebt. Habila präsentiert die Geschichte, die wie eine große Reportage klingt, am Montag, 16. September, um 20 Uhr.

Zum Auftakt ist Ulrike Edschmid am Dienstag, 3. September, um 20 Uhr zu Gast im Literarischen Zentrum. 40 Jahre lang ist das Buch in ihr gereift, das sie dabei hat. Sie liest aus „Das Verschwinden des Philip S.“ Darin schreibt sie über ihre Beziehung zu Werner Sauber. Mit ihm und ihrem Sohn lebt sie in einer Wohngemeinschaft zusammen. Dort lebt auch der RAF-Terrorist Holger Meins. Edschmid und Sauber geraten ins Visier der Fahnder. Edschmid wählt den Rückzug ins Private, Sauber geht in den Untergrund. Später wird er erschossen.

Das komplette Programm: literarisches-zentrum-goettingen.de.

Karten gibt es unter anderem in den Tageblatt-Geschäftsstelle, Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt.