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Regional Der Schauspieler Burghart Klaußner
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19:17 15.10.2009
Unterkühlt: Pfarrer (Burghart Klaußner, links), Baron (Ulrich Tukur) und seine Ehefrau (Ursina Lardi). Quelle: X-Verleih
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Eben ist der Film „Das weiße Band“ angelaufen (Tageblatt berichtete), Klaußner spielt darin einen Pfarrer. In Cannes wurde das Werk mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, Deutschland hat ihn zur Verleihung des Oskars für den besten ausländischen Film angemeldet. Am Sonntag kommt Klaußner ins Sterntheater Göttingen zur Vorstellung des Films.

„Die Jury hat in dem Film etwas gefunden, was es selten gibt: einen sehr genauen Blick auf einen historischen Zeitpunkt“, meint Klaußner zur preiswürdigen Stärke des Werkes. Und: Michael Haneke, der österreichische Regisseur, habe ein außergewöhnlich rigoroses ästhetisches Konzept entwickelt. Der Film wurde zwar in Farbe gedreht, die wurde ihm später jedoch entzogen. Klaußners Begründung: „Unsere Erinnerungen sind in Schwarzweiß.

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Ähnliche Berufe

Dass er einen Pfarrer spielt, sei für ihn nichts Außergewöhliches, sagt Klaußner, „jede Rolle ist etwas besonderes.“ Dennoch unterscheidet sich die Arbeit diesmal von anderen. „Ich bin noch evangelisch erzogen worden und konfirmiert.“ Er sei von einem „spannenden Pfarrer unterrichtet worden und habe damals überlegt, selbst diesen Beruf zu ergreifen. Als er später seinem Vorbild erzählte, dass er Schauspieler werde, habe der Pfarrer geantwortet: „Die beiden Berufe sind sich doch sehr ähnlich.“

Derzeit dreht Klaußner mit Regisseur Philipp Stölzl einen Film über den jungen Goethe. Der 60 Jahre alte Schauspieler gibt darin den Vater der von dem jungen Dichter geliebten Charlotte Buff. Derzeit macht der Filmtross Station in Quedlinburg, sodass der Abstecher nach ins Sterntheater unproblematisch ist.

Ob ihm Göttingen gefällt? „Ich war noch nie dort“, sagt Klaußner. War er doch. 2005 las er beim Innenhof-Theaterfestival aus dem Werk von Thomas Bernhard. „Na klar“, jetzt erinnert sich. „Es passiert immer so viel. Das war schön dort“, sagt Klaußner, lamentiert ein bisschen über sein Gedächtnis und sagt lachend: „So lebe ich immer in der Gegenwart.“

Burghart Klaußner kommt zur Vorstellung des Films „Das weiße Band“ am Sonntag, 18. Oktober, um 17.30 Uhr ins Sterntheater, Sternstraße in Göttingen.

Von Peter Krüger-Lenz

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