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Regional Der alte Fritz und seine Gefühlspolitik
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20:01 28.03.2012
Von Angela Brünjes
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Göttingehn

In ihrem Buch „Gefühlspolitik“ stellt sie die Frage, ob Friedrich II. (1712-1786) Herr über die Herzen war?
Der  Sohn von Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig, war ein respektierter Herrscher, der mit den Jahren als „alter Fritz“ von großen Teilen des Volkes geliebt wurde, obwohl er seinen Untertanen viel abverlangte. Frevert analysiert das Herrschaftsverständnis Friedrichs des Großen ebenso wie dessen gefühlspolitische Praktiken.

Sie zeigt, mit welchen Mitteln der aufgeklärt-absolutistische König die Zustimmung und Zuneigung derjenigen suchte, die seiner Herrschaft unterworfen waren. Dabei geht es auch um die Adressaten der königlichen Ansagen. Friedrichs Form der Kommunikation mit dem Volk führte zu für das 18. Jahrhundert neuen Formen der Partizipation mit Forderungen an den Herrscher.

Frevert und ihre Kollegin Tania Singer, Direktorin am Leipziger Max-Planck-Institut für Neuro- und Kognitionsforschung, sprechen über die Gefühle im Wandel der Zeiten aus der Sicht ihrer jeweiligen Disziplin in der 3sat-Fernsehsendung „Ewige Gefühle? Wie Emotionen unser Zusammenleben beeinflussen“. Das Gespräch wird am Donnerstag, 5. April, um 21 Uhr ausgestrahlt.

Und Frevert wird auch beim Göttinger Literaturherbst 2012 vertreten sein. Am 17. Oktober liest die Historikerin aus ihrem Buch über Friedrich II. in der Wissenschaftsreihe.

Ute Frevert: „Gefühlspolitik. Friedrich II. als Herr über die Herzen?“. Wallstein Verlag in Göttingen, 157 Seiten, 16,90 Euro.