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Regional Deutsch-Französischer Liederabend im Goethe Institut
Nachrichten Kultur Regional Deutsch-Französischer Liederabend im Goethe Institut
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17:10 13.06.2013
Untermalt gestenreich das Klavierspiel Serrands: Sänger Pissors.
Untermalt gestenreich das Klavierspiel Serrands: Sänger Pissors. Quelle: JV
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Göttingen

Die französische Pianistin Isabelle Serrand und der deutsche Sänger und Schauspieler Wolfgang Pissors stehen am Mittwochabend im Goethe Institut als die musikalischen Repräsentanten der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich auf der Bühne. Während des Liederabends wird jedwede Grenze zwischen den beiden Ländern aufgehoben.

Leicht und unbeschwert

Das Klavierspiel Serrands ist leicht und unbeschwert. Mit kleinen instrumentalen Zwischenspielen lockert sie das Programm immer wieder auf und sorgt mit plötzlichen Einschüben bekannter Melodien wie etwa Stille Nacht oder die Moldau für Überraschungsmomente. Und auch Pissors sorgt stets für Abwechslung. Mal singt oder rezitiert er in der einen, mal in der anderen Sprache, vereinzelt stimmt auch Serrand in den Gesang mit ein.

Und manchmal ändert sich die Sprache auch mitten im Lied. Wenn Pissors Gesang gelegentlich die Expressivität fehlt, so gleicht er dies durch seine bisweilen fast pantomimischen Bewegungen und seine freudige Ausstrahlung wieder aus. Sein Körper scheint der Spiegel von Serrands Klavierspiel zu sein – schnelle hüpfende Zwischenspiele imitiert er auf ebensolche Weise, seine Arme kreisen zu fließenden Melodien durch die Luft.

Groteske Texte

Die Texte der Lieder sind bisweilen regelrecht grotesk. Sie handeln von Walen, die Ihrer Jäger erstechen und von Schnecken, die zum Begräbnis eines Blattes kriechen. Doch auch ernste Texte von den schweren Momenten im Leben und heitere kurze Geschichten sind zu hören. So unterschiedlich diese Lieder zunächst auch scheinen, haben sie doch etwas gemeinsam. Ihre Autoren oder Komponisten, alle deutscher oder französischer Herkunft, verband eine enge Freundschaft zueinander: Die Rede ist von Jacques Prévert, Joseph Kosma, Christiane Verger Bertolt Brecht und Hanns Eisler. Noch mehr deutsch-französische Freundschaft hätte man mit einem Konzertabend wohl kaum verdeutlichen können.

Von Tina Evers