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Regional Deutsches Theater bekommt neues Haus
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18:34 26.09.2019
Erich Sidler, Gabriele Michel-Frei, Sandra Hinz, Marcus Weide vor dem Containerhaus, das künftig von der Theaterpädagogik genutzt wird. Quelle: Böhm
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Göttingen

Die Theaterpädagogik des Deutschen Theaters ist erfolgreich. 33 Kooperationen mit Schulen gibt es, 140 Teilnehmer wirken in sieben Theaterclubs mit. Jetzt bekommt das Team um Gabriele Michel-Frei ein eigenes Haus.

Fünf alte Übersee-Container bilden auf dem Gelände des DT künftig das Haus für die Theaterpädagogik. „Für uns ist diese Erweiterung des Theaters ein wichtiges Ereignis“, sagt Intendant Erich Sidler. Seit fünf Jahren seien er und sein Team jetzt am DT. „Wir haben immer gesagt, dass wir das Haus öffnen wollen, es durchlässig machen.“ Theater könne viel zum Bildungswesen beitragen. Diese Kompetenz verstärkt einzusetzen, sei gelungen.

Bislang hatte Theaterpädagogik keine eigenen Räume

„Nun aber können wir vor lauter Nachfrage nicht mehr richtig disponieren“, so Sidler. Bislang hatte die Theaterpädagogik keine eigenen Räume, die Gruppen waren mal hier, mal da und seien überall an Grenzen gestoßen. Im neuen Gebäude, das vom Wall aus gut sichtbar ist, können nun Schulklassen und Theaterclubs proben, diskutieren und ausprobieren.

Die Tür öffnen für die Stadt: Erich Sidler, Gabriele Michel-Frei, Sandra Hinz, Marcus Weide am Containerhaus. Quelle: Böhm

„Wenn uns Schulklassen besuchen, bereiten wir die Vorstellungen oft nach oder vor“, erzählt Michel-Frei. Häufig ginge eine Gruppe in die erste Vorstellung, die andere in die zweite. Die Wartezeit könnte jetzt besser genutzt werden.

Das Theater brauche „diesen Raum“, sagt Michel-Frei. Zum einen für die Theaterclubs. Sieben seien es inzwischen, in der Altersgruppe 10 bis 12 Jahre gebe es 50 Anmeldungen. Zum anderen gebe es immer mehr Jugendliche, die gar keinen Bezug mehr zum Theater haben. Wenn die Jugendlichen eine Vorstellung besuchen, könnten sie in der Nachbereitung den nächsten Schritt gehen und beschreiben, was sie erlebt haben, ergänzt Sidler. „Die analoge Begegnung ist unser Alleinstellungsmerkmal“ sagt er. Die digitale Welt habe ihren Platz, aber ohne Begegnung gehe etwas verloren. Es sei toll, wie viele Schauspieler sich bewusst dafür einsetzen, so Michel-Frei und dann auch sagten „Ich bin unbedingt bei dem Nachgespräch dabei.“

„Keine billige Bleibe“

120 Quadratmeter hat der Raum, die fünf Container wurden miteinander verbunden, Wände entsprechend herausgenommen. Vor sechs Monaten habe er die Container bei einer Spedition entdeckt, erzählt Sidler. Die habe ihm die Container gern kostenlos zur Verfügung gestellt. „Wir mussten sie nur abholen lassen.“ Die Stadt hat inzwischen alle Genehmigungen für den Bau erteilt, ein Stromanschluss wird gelegt.

Die Container waren in keinem sehr guten Zustand, sie werden jetzt mit Hilfe der verschiedenen Werkstätten des DT auf Vordermann gebracht. Es komme noch ein Boden aus Recyclingmaterial hinein und es werde eine gute Dämmung geben. „Das wird keine billige Bleibe“, so Sidler.

Eröffnung im November

Der Raum soll so groß bleiben. „Vielleicht schaffen wir noch eine Möglichkeit, für eine kleinere Runde mal was zu unterteilen“, sagt Michel-Frei. Die Außenhülle soll noch gestaltet werden. „Die Chance können wir uns nicht entgehen lassen“, sagt Sidler. Am Gebäude des DT dürfe ja nichts verändert werden, weil das Gebäude unter Denkmalschutz stehe. Das Containerhaus biete nun viele Möglichkeiten, beispielsweise eine jahreszeitliche Gestaltung oder eine Einbindung von Graffiti-Kunst.

Als Eröffnungstermin sei die Zeit nach den Herbstferien angedacht, so Michel-Frei. Anfang November hätte dann auch das Kinderstück Jim Knopf Premiere, das wäre ein guter Zeitpunkt.

Theaterpädagogik am DT

Die Theaterpädagogik des Deutschen Theaters teilt die Angebote in „Theater mit-machen“ und „Theater vermitteln“ ein. Zum Team gehören Gabriele Michel-Frei, Theaterpädagogin, Sonja Bachmann, Leiterin Programm für Kinder und Jugendliche, Lisa van Buren, Regisseurin und Mitarbeiterin der Theaterpädagogik, sowie Jana Kühner, FSJ Kultur. Zur Vermittlung gehört beispielsweise das Angebot „Jour Fixe“. In den Endproben von Inszenierungen können Lehrkräfte sich genauer über das Stück, die inszenatorische Herangehensweise und die Einbindung eines Vorstellungsbesuchs mit Klassen und Kursen informieren. Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene arbeiten in verschiedenen Clubs (6+, 10+, 13+, 16+, 18+) unter der Leitung von Ensemblemitgliedern und der Theaterpädagogin. In den Clubs stehen Improvisation, Spiel- und Körpertraining im Mittelpunkt. Gegen Ende der Spielzeit präsentieren die Clubs ihre eigenen Produktionen im Rahmen des einwöchigen Theaterfestivals für – von – mit Kindern und Jugendlichen „DT – Am Puls“.

Informationen und Anmeldung unter theaterpaedagogik@dt-goettingen.de

Von Christiane Böhm

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