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Regional Drei Premieren bis zum Ende
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14:46 20.03.2018
“Fräulein Agnes" (Rebecca Klingenberg, li.), hier mit Florian Eppinger und Angelica Fornell.
“Fräulein Agnes" (Rebecca Klingenberg, li.), hier mit Florian Eppinger und Angelica Fornell. Quelle: R
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Göttingen

Im vergangenen Jahr lief im August nach der eigentlichen Spielzeit sehr erfolgreich die Inszenierung „1984“ in der DT-Tiefgarage. Diesmal also will Intendant Erich Sidler mit seinem Team einen krachenden Akzent zum Ende der Saison im Großen Haus präsentieren. Regisseur Niklas Ritter, der in Göttingen schon „Shockheaded Peter“ auf die Bühne gebracht hat, inszeniert „Spring Awekening“, ein Stück über die Irrungen und Wirrungen der Pubertät. Die Vorlage lieferte Frank Wedekind (1864-1918) mit seinem Stück „Frühlings Erwachen“. Daraus entwickelten Steven Sater und Duncan Sheik ihr Rockmusical „Spring Awakening“.

Sie begleiten Melchior, Wendla, Moritz und ihre Freunde, durch die verwirrenden Abenteuer der Pubertät. „Mit einer berauschenden Mischung aus Sex, Moral und Rock ‘n Roll hat das Musical von Zuschauer in New York, Los Angeles, London, Wien und Berlin mitgerissen“, teilt das DT mit. Melchior, der kluge Querdenker, und die etwas schlichte Wendla stürzen sich kopfüber und begeistert in das Gefühlschaos, das das Erwachsenwerden mit sich bringt. Derweil kommt der scheue Moritz mit den strikten Moralvorstellungen der Gesellschaft zerbricht. Antworten auf die drängenden Fragen nach der Herkunft der Babys, nach feuchten Träumen und dem Umgang mit Sex ,bekommen die Jugendlichen nicht, sie müssen sich selbst auf die Suche begeben.

Mehrfach wurde das Rockmusical preisgekrönt. Unter anderem erhielt es acht Tony Awards und einen Laurence Olivier Award. Drei Wochen lang wird es auf der großen Bühne im DT fast allabendlich zu erleben sein. Mit dabei ist eine achtköpfige Live-Band mit dem musikalischen Leiter Michael Frey. Intendant Sidler erklärt, mit der Inszenierung „dem Wunsch nach Opulenz“ nachzukommen und ist sich sicher, dass die Produktion viele Familieninteressen abdecke, Theater für alle Generationen also.

Vorher inszeniert Joachim Schloemer „Tosca“ (Premiere: 14. April). Darin will er laut Sidler „musikalische Motive aus der Oper mit Schauspiel verbinden“. Thomas Dannemann wird „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco auf die Bühne bringen (Premiere: 28. April), „ein Stück, das verloren ging“, meint Sidler – viel gespielt in den 1990er-Jahren, danach fast vergessen. „Eine Parabel auf das selbstständige Denken“, sagt Sidler.

Im Mai geht der Intendant mit einer Produktion auf reisen. „Fräulein Agnes“, eine DT-Auftragsarbeit von Rebekka Kricheldorf, ist als eines von sieben Stücken wurde das Werk zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen – eine große Auszeichnung, die Sidler gleich zweimal zuteil wird. Auch mit seiner Inszenierung des Stücks „Beben“ von Maria Milisavljevic ist er Teil des erlauchten Kreises. Große Hoffnungen auf den Gewinn des ersten Preises macht sich Kricheldorf übrigens nicht. „Stücke die lustig sind, bekommen in Deutschland keinen Preis“, habe sie gesagt, berichtet Sidler.

Von Peter Krüger-Lenz