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Regional Deutsches Theater: Kammerkonzert des Göttinger Symphonie Orchesters
Nachrichten Kultur Regional Deutsches Theater: Kammerkonzert des Göttinger Symphonie Orchesters
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18:58 27.04.2014
Spielfreude: Gastdirigent Klöber und das GSO. Quelle: Schäfer
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Göttingen

Zwar klafften am Freitag beim dritten und letzten Abend dieser Saison ein paar Lücken in den Reihen – doch die waren wohl dem warmen Frühlingsabend geschuldet, an dem sich mancher mögliche Interessent von ersten Grillgenüssen im Freien hatte abwerben lassen.  

Genüsse aber gab es im DT durchaus, zu Beginn gleich zwei ausgesprochen kurzweilige. Mit der zart-liebenswürdigen Serenade F-Dur des jungen Glasunow eröffnete das GSO den Abend: ein Appetithäppchen, das mit hoher Spielkultur und fein differenziertem Ausdruck den Mund wässerig machte.

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Ein weiteres Mini-Häppchen war die Serenade op. 71 von Darius Milhaud, von deren drei Sätzen keiner länger als anderthalb Minuten dauert. Die Bezeichnung „Petite Symphonie“ ist also noch wörtlicher zu nehmen, als man auf Anhieb vermuten würde. Dabei ist die harmonische Würzung dieser Musik durchaus raffiniert.

Sorgfältige Stafffelung der Stimmen

Das Hauptwerk hatte sich das GSO für den Schluss aufgespart: Mozarts „Posthorn-Serenade“, ein Werk aus der späten Salzburger Zeit, kurz bevor Mozart als freier Künstler nach Wien übersiedelte. Gastdirigent Otis Klöber, der die Glasunow- und Milhaud-Stücke mit Freude an kleinen Details gestaltet hatte, legte hier viel Wert auf dynamische und klangliche Kontraste, auf ansteckende Spielfreude und sorgfältige Staffelung von Haupt- und Nebenstimmen.

Vielleicht wäre hier und da eine noch graziösere Linie, eine etwas weniger straffe Tempogestaltung möglich gewesen. Etliche Solopassagen schmückten den Abend, von denen die Piccoloflöte, Flöte, Oboe, Fagott sowie das               Posthornsolo hervorgehoben seien – letzteres von Helmut Pöhner brillant geblasen. Anhaltender, herzlicher Beifall nach einem ohrenfreundlichen Abend.

Von Michael Schäfer