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Regional „Die hässliche Herzogin Margarete Maultasch“ beendet Figurentheatertage
Nachrichten Kultur Regional „Die hässliche Herzogin Margarete Maultasch“ beendet Figurentheatertage
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21:17 17.02.2014
Eine Herzogin, viel Gefolge: Margarete Maultasch, geführt von den Puppenspielern.
Eine Herzogin, viel Gefolge: Margarete Maultasch, geführt von den Puppenspielern. Quelle: Heller
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Göttingen

Über diese Margarete hat 1923 Lion Feuchtwanger den Roman „Die hässliche Herzogin Margarete Maultasch“ geschrieben, aus dem das einleitende Zitat stammt. Den Roman hat Hartmut Mechtel, im Hauptberuf Krimi-Autor, zu einer Bühnenfassung umgearbeitet, die Ania Michaelis am Puppentheater Halle inszenierte. Mit diesem Gastspiel sind am Sonntag im gut besuchten Deutschen Theater die Figurentheatertage zu Ende gegangen.

Die Bühne ist offen, zwei weiße und ein grauer Quader markieren einen Thron, einen Tanzboden oder Kerkermauern. Drei Männer, zwei Frauen und zwei Puppen sowie drei Stofftiere sind an dem Stück beteiligt – als Puppen erleben wir die hässliche Herzogin sowie ihren wunderschönen Widerpart Agnes von Flavon.

Wir erleben Margaretes politische Klugheit, Intrigen, Machtspiele und Morde, lernen einiges über dynastische Verhältnisse im 14. Jahrhundert, über die Wittelsbacher, die Böhmen. Und wir erfahren viel darüber, dass Menschen auch vor Jahrhunderten genauso böse, liebeshungrig, klug oder dumm waren wie unsere heutigen Zeitgenossen.

Reizvolle Spannungen zwischen Mensch und Puppe

Steffi König und Katharina Kummer leihen Margarete und Agnes ihre Stimmen, geführt werden die Puppen bisweilen von drei Akteuren gleichzeitig. Für die Männerrollen – Ehemänner und Günstlinge der hässlichen Herzogin – gibt es keine Puppen, die werden gespielt von Nils Dreschke, Sebastian Fortak und Lars Frank.

Das schafft ungeheuer reizvolle Spannungen zwischen Mensch und Puppe, wobei hier und da die Puppe eine noch größere Bühnenpräsenz mitbringt als ein Schauspieler. Wenn etwa Agnes in ihrem roten Kleid in einem Goldrahmen über die Bühne getragen wird, schaut jeder nur noch gebannt dorthin.

Und sicher gibt es einiges Mitgefühl für ermordete Bühnenfiguren – doch wenn diese Mord auf Stofftierebene gespiegelt werden, nimmt einen das viel mehr mit. Eine Katze, der das Genick gebrochen wird, ein in die Kulissen geschleuderter Mops, ein vergifteter Jagdhund: Das ist das Schlimme. Keine Frage.

Reales und Erträumtes, Psychologie und Kunst sind in diesem Stück untrennbar ineinander verschmolzen. Das macht diese hässliche Herzogin zu einem virtuosen, außergewöhnlich schönen Theaterabend.

Von Michael Schäfer

Weitere Termine im Puppentheater Halle: drei Vorstellungen im Februar (ausverkauft), 29. März und 3. April um 20.30 Uhr. Kartentelefon: 03 45 / 511 07 77.

Erfolgreiches Festival

Eine positive Bilanz zieht Chris Mielke vom Fachdienst Kultur der Stadt und Organisatorin der Figurentheatertage.

Mit rund 4900 Besuchern bei 35 Vorstellungen wurde das Ergebnis des vergangenen Jahres übertroffen.

2013 zählte das Festivals 4500 Besucher bei 30 Vorstellungen, allerdings beeinträchtigt von Umbauarbeiten im Alten Rathaus.

Nach dem Festival ist vor dem Festival: Die Vorbereitungen für die Figurentheatertage sind in vollem Gange. Es werden besondere, denn es sind die 30.

pek

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