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Nachrichten Kultur Regional Diese Filme laufen ab Donnerstag in der Kinos der Region
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12:02 03.07.2019
Toni Kroos in einer Szene des Films "Kroos" Quelle: NFP
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Göttingen

Fünf Filme laufen in dieser Woche in den Kinos in Göttingen und der Region an. Außerdem setzt sich die Saison des Open-Air-Kinos am Brauweg mit nicht mehr ganz taufrischen Filmen fort. Alle Kinostarts für die kommende Woche gibt es hier im Überblick:

Der Blonde mit den weißen Schuhen

Sie nennen ihn den „Dirigenten“, den „Spiritus Rector“, den „Mutigsten“, das „Kraftwerk auf dem Platz“, den „Landvermesser“, den „Logiker“, den „Ice Man“ – oder auch ganz einfach den erfolgreichsten Spieler, den Deutschland je hatte, gemessen jedenfalls an Titeln. Toni Kroos hat allein viermal die Champions League (dreimal mit Real Madrid, einmal mit Bayern München) sowie mit Deutschland die Weltmeisterschaft gewonnen.

In Manfred Oldenburgs Doku „Kroos“ stimmen Trainer von Joachim Löw bis Zinédine Zidane, Kommentatoren wie Marcel Reif sowie Berater, Masseur, Familie – und nicht zu vergessen: Sänger Robbie Williams auf einem wirklich hässlichen Sofa – Loblieder auf Kroos’ Fähigkeiten auf dem Platz und darüber hinaus an. Die Preisungen stehen in seltsamem Gegensatz zu dem Bild eines Bescheidenen, an dem der fernseherprobte Regisseur ausdauernd malt: Demnach hat Kroos den Bodenkontakt nie verloren – auch wenn er sich nachts mit dem Privatjet nach Hause zu Frau Jessica und Kindern fliegen lässt.

Postieren sich Bundeskanzlerin und Bundespräsident zum Gruppenfoto in der Umkleidekabine der WM-Elf 2014 in Brasilien, dann prokelt Kroos gerade abseits an seinem weißen Schuhwerk herum, an das er keinen Zeugwart lässt. Seine Manager hatten später nach eigenen Worten Mühe, überhaupt ein Foto mit Kroos und dem WM-Pokal in seinen Händen zu finden.

Kroos kann sich über die Darstellung in diesem Film nicht beklagen. Nicht ganz so sehr in der Fußballblase schwebende Zuschauer könnten sich aber wundern, wie weit die Heiligenverehrung in der „Religion Fußball“ (Williams) vorangeschritten ist – gerade weil sie in diesem Fall einem auffällig unauffälligen Sportler gilt, der eben nicht mit Kapriolen wie ein Cristiano Ronaldo auf sich aufmerksam macht.

Einblicke in Umkleiden: Die deutsche Nationalelf nach Sönke Wortmann

Das deutsche Kino folgt nicht nur Toni Kroos in die Kabine: Schon Sönke Wortmann hat uns in seinem Dokumentarfilm „Deutschland – Ein Sommermärchen“ über die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in die Umkleide mitgenommen zu Jürgen Klinsmann und seinen Spielerhelden. Damals stachelte der Trainer seine Jungs schon mal an, den polnischen Gegner „durch die Wand zu knallen“. Deutschland befand sich in jenen Sommermonaten im Glückstaumel, und deutsche Flaggen konnten noch begeistert geschwenkt werden, ohne dass jemand dahinter nationalistisches Gedankengut vermutet hätte.

Überhaupt scheint Sönke Wortmann – der ja selbst mal bei Westfalia Herne und der SpVgg Erkenschwick gekickt hat – so etwas wie der Chronist der deutschen Fußballkicker zu sein: Im Drama „Das Wunder von Bern“ (2003) inszenierte er den überraschenden Triumph von 1954 im Berner Wankdorf-Stadion. In diesem Drama ging es dem Regisseur nicht nur um die Geschehnisse auf dem Rasen, sondern auch um einen traumatisierten Kriegsheimkehrer (Peter Lohmeyer), der sich wieder seine Familie annähert. Nachkriegsleid und Wirtschaftswunder liegen nahe beieinander. Falls jemand das Ergebnis des Endspiels vergessen haben sollte: Die Deutschen um Kapitän Fritz Walter siegten mit 3:2 über die Ungarn. Bundeskanzler Konrad Adenauer wurde damals nicht in der Umkleidekabine gesehen.

Beflissen arbeitet Regisseur Oldenburg die Karriere Kroos’ von der mecklenburgischen Ostseeküste über München nach Madrid ab. Er ist schon froh darüber, dass ihm Zugang zur Gartenkolonie von Kroos’ Großeltern, zum Familienwohnzimmer und zum Swimmingpool in Madrid gewährt wird, wo Papa Toni mit dem Nachwuchs planscht. Auf privaten Familienvideos entdecken wir einen Toni Kroos, der bereits als kickender Junge das Spielgeschehen im Blick zu haben scheint.

Man hätte ja auch mal hartnäckiger nachbohren können: Wie ist das wirklich mit dem Druck, der auf einem wie Kroos lastet, wenn er sich ausnahmsweise mal einen Fehlpass leistet? Wie erträgt er die Huldigung der Fans? Oder die immer gleichen Fragen der Reporter nach dem Spiel? Zugegeben, Kroos macht es seinem Regisseur schwer, Kontroverses herauszukitzeln. Gelassenheit und Selbstbewusstsein sind nach Meinung aller seine Qualitäten. Kroos leidet nicht schon drei Tage vor einem entscheidenden Match unter Durchfall. Er spiele, so sagt er selbst, einfach Fußball.

Die Spanier wüssten bis heute nicht, wer dieser Deutsche wirklich sei, heißt es hier. Für sie sei er irgendwie typisch deutsch und zuverlässig, so wie Angela Merkel in besseren Regierungsjahren. Der Bruder formuliert es so: Der Toni solle so bleiben, wie er ist, nur vielleicht mehr über Gefühle reden und auch mal Schwächen eingestehen.

Toni (l) und Felix Kroos in einer Szene des Films "Kroos" Quelle: NFP

Diese Doku kommt so kontrolliert daher wie ihr Objekt. In Zwischenschnitten gönnt sich der Regisseur poetische Blicke auf Flutlichtmasten im Schneegestöber oder ins Rund des Bernabéu-Stadions. Szenen aus bedeutenden Spielen – das spektakuläre 7:1-WM-Halbfinale gegen Brasilien 2014 oder die von Kroos durch ein geniales Freistoßtor noch gedrehte Partie gegen Schweden 2018 – werden angenehm dosiert eingestreut.

Es lassen sich aber Zwischentöne finden. Da ist das Verhältnis zum Vater, der lange Jahre zugleich der Trainer war. Er hätte die Kinder auch mal in Ruhe mit seinen ständigen Bewertungen lassen müssen, sagt der Vater im Rückblick. Er hätte sich gewünscht, mehr mit dem Vater und weniger mit dem Trainer zu sprechen, sagt der Sohn. Da blitzen Verletzungen auf.

Und dann, natürlich, das schwierige Verhältnis zu den Bayern, die ihn als pickeligen Teenager nach München holten: „Ich wurde gelobt, aber ich durfte nicht spielen“, sagt Kroos. Für ihn ist klar: eine Fehlentscheidung eines Trainers namens Jürgen Klinsmann. Uli Hoeneß ist der Einzige, der Kroos nicht in den Himmel hebt – und sich immer noch nachtragend zeigt, weil Kroos keinen Elfer im verpatzten Champions-League-Finale 2012 gegen den FC Chelsea schießen wollte. In München blieb Kroos der „Querpass-Toni“. Aber Hoeneß sagt auch: „Mir gefallen Menschen, die Grundsätze haben. Und das hat er.“

Einmal trifft Kroos auf irgendeinem Hotelflur sekundenkurz Diego Maradona. Auch über den Argentinier ist jüngst eine Doku gedreht worden: Asif Kapadia zeichnete dessen Aufstieg und Fall in Neapel nach – inklusive Drogen, Frauen, Mafia. So etwas hat der tadellose Toni Kroos nicht zu bieten. Daran mag es liegen, dass einen diese Geschichte vom großen Blonden mit den weißen Schuhen ziemlich kalt lässt.

Kroos“, Regie: Manfred Oldenburg, 114 Minuten, FSK 0, Movietwon Eichsfeld

Ein Superheld hat keinen Urlaubsanspruch

Mit „Spider-Man: Homecoming“ gelang den Marvel-Studios vor zwei Jahren der überraschend frische Relaunch eines altbewährten Stoffs. Der Brite Tom Holland war nach Tobey Maguire und Alex Garland bereits der dritte Darsteller, der ins Spinnenmannkostüm schlüpfte. Er strahlte eine jugendliche Unbekümmertheit aus, die einen produktiven Kontrast zur Verantwortungsbürde bildete, die auf einem heranwachsenden Superhelden lastet. Mit einem flüssigen Inszenierungsstil unterminierte Regisseur Jon Watts jene martialische Steifbeinigkeit, die dem Genre oft anhaftet.

Auch wenn dieser Peter Parker inzwischen außerhalb der Reihe in zwei apokalyptischen „Avangers“-Folgen Erfahrungen sammelte, hat er auch im neuen „Spider-Man: Far From Home“ nichts von seiner Frische eingebüßt. Mit seiner Work-Life-Balance tut sich der Jugendliche angesichts der Doppelbelastung als Schüler und Superheld allerdings immer noch schwer.

Als eine Klassenfahrt nach Venedig und Paris ansteht, lässt Peter Parker nach kurzem Zögern den Spider-Man-Anzug im Schrank hängen. Schließlich will er im guten alten Europa endlich der Mitschülerin MJ (Zendaya) seine Zuneigung gestehen. Natürlich werden die romantischen Pläne bald durchkreuzt. Superhelden haben nun mal keinen Urlaubsanspruch.

Ein riesiges Wassermonster tobt in Venedig. Eine gefährliche Feuergestalt erwartet Peters Schulklasse in Prag. Im Verein mit dem versierten Superhelden Mysterio (Jake Gyllenhaal), der freundlicherweise aus einer anderen Dimension zur Weltenrettung angereist ist, werden die elementaren Zerstörer einer nach dem anderen besiegt. Und gerade wenn man denkt, ob das nun noch eine Stunde so weitergeht, wartet der Film mit einer gelungenen Plotwendung auf.

Die filmische Wirklichkeit wird nun gründlich auf den Kopf gestellt. Was als nette Mischung zwischen Highschoolkomödie und Superheldenfilm begann, verwandelt sich in ein Szenario, in dem echte und virtuelle Realitäten ineinanderfließen und die Manipulation von Wirklichkeitswahrnehmung zum Thema gemacht wird.

Tom Holland in "Spider-Man: Far From Home." Quelle: Sony Pictures

Mit dem Instrument der Comic-Fantasy-Vision verweist „Spider-Man: Far From Home“ auf eine durchaus aktuelle Problematik: Es ist nur noch ein kleiner Schritt von Fake News zu Fake Reality. Das eigentliche Ziel des Bösewichtes ist die Beherrschung der Wahrheit, was in der Ära digitaler Desinformationskampagnen nur allzu plausibel erscheint.

Dabei wird die technisch hergestellte Illusion zum Mittel der Kriegsführung. Die komplizierteste Aufgabe des jungen Helden ist es, diese von der Realität zu unterscheiden. Diese Denkansätze webt Watts, der auch in diesem Sequel wieder die Regie übernommen hat, unaufdringlich ins Franchisekonzept ein, ohne die Unterhaltungsoberfläche aus Teenagerromantik und Superheldenaction zu beschädigen.

„Spider-Man: Far From Home“, Regie: Jon Watts, mit Tom Holland, Jake Gyllenhaal, 129 Minuten, FSK 12, Cinemaxx Göttingen, Movietwon Eichsfeld, Central-Lichtspiele Herzberg, Schiller Lichtspiele Hann. Münden

Mauer zwischen Liebenden

Die große Liebe über die innerdeutsche Grenze hinweg: „Traumfabrik“ ist nicht der erste Film, der sich an diesem Thema versucht. Auch hier reißt der Mauerbau im Jahr 1961 Menschen auseinander.

Bei Dreharbeiten im Defa-Studio Babelsberg funkt es zwischen Kleindarsteller Emil (Dennis Mojen) und dem französischen Tanzdouble Milou (Emilia Schüle). Doch bevor sich die beiden näherkommen, trennt sie auch schon die überraschende Grenzschließung am 13. August 1961. Die Defa-Welt des schönen Scheins kollidiert brutal mit Emils DDR-Realität. Aber der Romantiker gibt nicht klein bei: Während Milou schon wieder in Paris ist, entwickelt er hinter dem Rücken des Studiobosses (Heiner Lauterbach) einen gewagten Plan, um sie wieder zu sehen – mithilfe des Kinos.

Das Zeitkolorit des aufwendig inszenierten Spektakels bringt Regisseur Martin Schreier in diesem nostalgisch gefärbten Drama gut rüber. Auch die Chemie zwischen den beiden superben Hauptdarstellern stimmt. Die anrührende Hommage an das älteste Filmstudio der Welt punktet mit einem bombastischen Finale – und sie hat Herz. Bloß wirkt das Ganze etwas old fashioned.

„Traumfabrik“, Regie: Martin Schreier mit Dennis Mojen, Emilia Schüle, 128 Minuten, FSK 6, Cinemaxx Göttingen, Movietwon Eichsfeld, Schiller Lichtspiele Hann. Münden

Seifenoper aus Nahost

In Tel Aviv geht es heiß her. Zumindest laut der schnulzigen Soap Opera „Tel Aviv on Fire“, die jeden Abend über die TV-Bildschirme flimmert und Israelis wie Palästinenser vor der Glotze vereint. Der junge Palästinenser Salam (Kais Nashif) ist Drehbuchautor des Straßenfegers und muss für die Dreharbeiten jeden Tag die Grenze zwischen Israel und dem Westjordanland überqueren. Bei einer Checkpoint-Kontrolle gerät das Skript der nächsten Folge in die Hände des israelischen Kommandeurs Assi (Yaniv Biton). Das kommt dem gelangweilten Grenzwächter gerade recht. Um seine Frau zu beeindrucken, zwingt er Salam das Drehbuch umzuschreiben. Ein Bombenerfolg! Von nun an denken sich Salam und Assi immer neue schnulzige Dialoge und absurde Plotentwicklungen aus. Der Einfluss des israelischen Militärs auf die populäre, eigentlich anti-zionistische Seifenoper wird immer größer. Aber dann soll die Serie abgesetzt werden, und Salam steht plötzlich vor einem Riesenproblem. r

Tel Aviv on Fire“, Regie: Sameh Zoabi, mit Kais Nashif, Lubna Azabal, Yaniv Biton, 97 Minuten, FSK o.A., Lumière

Ein sogenannter Ehrenmord

Es passierte am Abend des 7. Februar 2005. Nur wenige Tage nach ihrem 23. Geburtstag wurde Hatun Aynur Sürücü von ihrem jüngsten Bruder Nuri mit drei Kopfschüssen getötet. Mitten in Berlin. Der Grund: Sie hatte es gewagt, ein eigenständiges Leben zu führen. Für ihre sunnitisch-kurdische Familie verwirkte sie damit ihr Leben. Ihre Strafe: die Exekution, der sogenannte Ehrenmord. Ein Euphemismus für eiskalten und feigen Mord.

Regisseurin Sherry Hormann, in New York geboren und in Deutschland aufgewachsen, scheut vor diesem heute noch brisanten Thema nicht zurück und redet Klartext – auch auf die Gefahr hin, zwischen religiöse Eiferer auf der einen und wohlmeinende Deutsche auf der andren Seite zu geraten, die aus falsch verstandener Toleranz jegliche Kritik ausblenden. Auch die Justiz berücksichtigte damals die „heimatlichen Wertvorstellungen“ nicht selten als strafmildernd. Das Schicksal von Aynur bedeutete einen Wendepunkt.

Nähe zu dieser jungen Frau stellt die Regisseurin durch einen Kunstgriff her. Aynur (beeindruckend: Almila Bagriacik, „4 Blocks“) erzählt ihre eigene Geschichte in Rückblenden. Als 15-Jährige muss sie die Schule abbrechen und in Istanbul einen ihr fremden Cousin heiraten. Ihr Mann schlägt sie, auch als sie schwanger ist. Aynur flieht zurück nach Berlin – und bringt „Schande“ über ihre Familie, darf das Haus nicht verlassen.Nach der Geburt ihres Sohnes eskaliert die Situation. Die Wohnung ist zu eng. Ihr älterer Bruder belästigt sie sexuell. Aynur findet mit Hilfe des Jugendamts eine eigene Wohnung. Einem selbstbestimmten Leben scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Es folgen Schulabschluss und eine Lehre als Elektroinstallateurin. Und da ist auch die Liebe zu einem Deutschen.

Doch Aynur hängt immer noch an ihrer Familie – und bei der wachsen Hass und Verachtung. Für ihre Brüder ist Aynur eine Hure, die sich wie eine Deutsche verhält. Die Drohungen nehmen zu. Am Ende steht der gewaltvolle Tod. Sie ist ja „nur eine Frau“.Die Regisseurin Hormann wühlte sich mit Drehbuchautor Florian Oeller durch acht Meter Gerichtsakten, die Fakten in diesem Fall sind recherchiert und verbrieft. Geschickt verknüpft die Regisseurin verschiedene Handlungsstränge und Facetten – etwa die Radikalisierung einer modernen Mitschülerin als Nuris Verlobte. Dabei verzichtet sie auf Schwarz-Weiß-Malerei und bedient keine Vorurteile. Eines aber ist klar: Frauenrechte sind nicht verhandelbar.

„Nur eine Frau“ ist kein tränendrüsiges Betroffenheitskino, sondern ein bewegender Film, der Position gegenüber einem frauenverachtenden patriarchalischen System einfordert – und Hoffnung weckt, dass eine offene Diskussion möglich ist. Denn Gewaltverbrechen im Namen einer dubiosen „Ehre“ passieren immer noch, mitten in Deutschland, mitten unter uns.

„Nur eine Frau“, Regie: Sherry Hormann, mit Almila Bagriacik, Merve Aksoy, Aram Arami, 90 Minuten, FSK 12, Lumière

Ganove mit Charme

Forrest Tucker blickt auf eine bemerkenswerte Karriere als Ganove zurück: In der Vergangenheit war es ihm nicht nur zigfach gelungen, Banken um ihr Geld zu erleichtern. Auf die anschließenden Verhaftungen und Urteile ließ er über ein Dutzend Gefängnisausbrüche folgen. Sogar von der sagenumwobenen Insel Alcatraz gelang ihm die Flucht. Mittlerweile lebt er in einer Seniorenwohnanlage, doch noch immer juckt es ihm in den Fingern. Er stellt eine Rentnergang zusammen, mit denen er eine Bank nach der anderen überfällt und dabei eine Menge Kohle macht. Als er dann auch noch die sympathische Pferdeliebhaberin Jewel kennenlernt, scheint sein Ruhestandsleben gesichert. Doch der ehrgeizige Detective John Hunt ist fest entschlossen, der Ganovenbande das Handwerk zu legen.

„Ein Gauner und Gentleman“, Regie: David Lowery, mit Robert Redford, Sissy Spacek, Casey Affleck, Tom Waits, 93 Minuten, FSK 6, Open-Air-Kino im Freibad am Brauweg

Kult-Horror

Während eines Unwetters finden Janet und Brad Schutz in einem unheimlichen Schloß. Herr dieses Gemäuers ist der außerirdische Transvestit und Wissenschaftler Dr. Frank N. Furter. Er und seine exzentrischen Freunde sind begeistert von dem seriösen Pärchen und so präsentieren sie ihnen eine Horror-Show, die wohl niemand jemals vergessen wird.Seit mehr als 30 Jahren ist dieser Film ein echter Kultklassiker. Wer ihn einmal gesehen hat, kommt nie mehr von ihm los.

„The Rocky Horror Picture Show“, Regie: Jim Sharman, mit Susan Sarandon, Richard O`Brien, Tim Curry, 100 Minuten, FSK 12, Open-Air-Kino im Freibad am Brauweg

Psychokrieg beim Abendessen

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan und seine Frau Elisabeth in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Der Abend eskaliert: Die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden.

„Der Vorname“, Regie: Sönke Wortmann, mit Florian David Fitz, Christoph Maria Herbst, Carolin Peters, 91 Minuten, FSK 6, Open-Air-Kino im Freibad am Brauweg

Von Stefan Stosch/Martin Schwickert/Margret Köhler/r