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12:01 27.03.2019
Alternder Punker: Im Film "Weil du nur einmal lebst – Die Toten Hosen auf Tour" hat Regisseurin Cordula Kablitz-Post Campino und Co. begleitet. Quelle: dpa
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Göttingen

Die Toten Hosen werden älter: Der Konzertfilm „Weil du nur einmal lebst“ (Kinostart am 28. März) zeigt eine Punkband, die zwar im Mainstream gelandet ist, an Tourneetagen wie diesen aber immer noch volle Energie gibt. Ein weiteres Highlight in dieser Woche: Robert Redford verabschiedet sich ganz lässig von der Leinwand. Unverkennbar schwingen in „Ein Gauner und Gentleman“ (Kinostart am 28. März) Reminiszenzen an den komödiantischen Western „Butch Cassidy und Sundance Kid“ mit.

Die Kinostarts in der Region im Überblick:

„Weil du nur einmal lebst“ – Mit den Toten Hosen auf Tour

Auch aus ewigen Kindern werden Leute. Früher waren die Toten Hosen Outlaws, die kackfreche Opel-Gang, aufrechte Punks unter Buckelnden - immer breit grinsend den Mittelfinger Richtung Establishment gestreckt.

Heute ist das anders, die größten Kritiker der Elche sind selber welche geworden. In „Weil du nur einmal lebst“ – der Hosen-Doku von Regisseurin Cordula Kablitz-Post erscheint die Band klug, witzig, laut und – erwachsen. Hinter den Hosen steht ein Unternehmen mit Verantwortung für die eigene Belegschaft und die ganze Gesellschaft obendrein.

Aus 190 Stunden Material, gefilmt während der jüngsten Tournee der Düsseldorfer, ist das unterhaltsame Porträt einer Rockgruppe in ihrer erfolgreichsten Phase entstanden. Die Rock’n’Rotzlöffel der frühen Achtzigerjahre haben spätestens 2012, seit dem Ohrwurm „Tage wie diese“, die Mainstream-Millionen umschlungen.

Aber es ist auch die Spätphase der Band, und Gitarrist Michael Breitkopf lässt durchblicken, dass die Hosen endlich sind und enden werden. Möglichst, bevor sie alte Hüte sind. Daran erinnert auch Sänger Campinos Hörsturz, der die Tour-Karawane für mehr als einen Monat stoppt.

Dann zieht sie aber doch weiter, und die Punks zeigen bei den Konzerten die Arbeitshaltung von Wirtschaftswunderkindern – alles geben, hart „robotten“, wie es in ihrem Song „Hier kommt Alex“ heißt. Eine tiefe Krise wie im Metallica-Film „Some Kind Of Monster“ ist nicht auszumachen, die Hosen sind schon mal launisch, aber Freunde, Familie, „some Kind of Liebling“. Wer nach diesem Film nicht Fan ist, wird’s nimmermehr.

„Weil du nur einmal lebst – Die Toten Hosen auf Tour“, Regie: Cordula Kablitz-Post, 112 Minuten, FSK 12, Cinemaxx Göttingen, Movietown Eichsfeld

„Ein Gauner und Gentleman“

Wenn Forrest Tucker eine Bank betritt, dann fragt er zuerst höflich nach dem Direktor, und der eilt gern herbei: Über einen so solide wirkenden Neukunden freut sich schließlich jedes Geldinstitut. Im feinen Anzug, mit getupfter Krawatte und brauner Aktentasche steht Tucker lächelnd da und erkundigt sich nach dem Befinden seines Gegenübers. Gar keine Frage, dieser in Würde gealterte Herr im Bankfoyer hat Stil und offensichtlich eine gute Erziehung.

Nur handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Kunden: Forrest Tucker bittet den Direktor sodann, die braune Aktentasche bis zum Rand mit Dollarscheinen zu füllen. So ausgesucht freundlich tut er dies, dass der Direktor sich hinterher bei der Befragung durch die Polizei nicht einmal genau erinnern kann, ob Tucker nun eine Pistole dabei hatte oder nicht.

Man kann verstehen, dass Robert Redford angekündigt hat, mit diesem entspannten Auftritt sein Leinwand-Leben zu beschließen. Es sei genug nach bald sechs Jahrzehnten als Schauspieler, hat er gesagt. Angefangen hatte er als Fernsehschauspieler in Serien wie „Maverick“ oder „Die Leute von der Shiloh Ranch“. Seinen ersten großen Kinoerfolg landete er 1967 in der Verfilmung der Theaterkomödie „Barfuß im Park“ an der Seite von Jane Fonda. Wenn überhaupt, hat Redford gesagt, dann würde er lieber noch mal hinter der Kamera stehen. Oscars für den besten Film und die beste Regie regnete es für ihn bereits 1981 bei seinem Debüt „Eine ganz normale Familie“.

Tucker verkörpert in seniorengerechter Form noch einmal vieles von dem, was Redfords Rollenprofil ausgemacht hat: Ein sympathischer Outlaw räubert sich lässig durch die Welt und folgt dabei seinen eigenen moralischen Maßstäben. Unverkennbar schwingen da Reminiszenzen an den Western „Butch Cassidy und Sundance Kid“ mit, in dem Redford und Paul Newman vor einem halben Jahrhundert ein romantisches Ganovenleben führten.

In Robert Redfords Gesicht ist noch immer der Jungencharme zu finden

Newman ist seit knapp zehn Jahren tot, sein Kumpel aus den großen Tagen Hollywoods ist noch in prächtiger Verfassung. In Redfords von tiefen Furchen durchzogenem Gesicht ist immer noch der Jungencharme zu entdecken, der ihn unwiderstehlich für Frauen und Männer macht.

Regisseur David Lowery (“A Ghost Story“) ist klug genug, Tucker keine lästige Romanze anzudichten - auch wenn Jewel (Sissy Spacek) genau im richtigen Moment bei Tuckers beinahe schon missglückten Flucht mit ihrem kaputten Truck am Highway steht und ihm so ungeahnt zur rettenden Tarnung verhilft. Lediglich eine zärtliche Nähe entwickelt sich zwischen den beiden. Einmal küsst Trucker Jewel zum Abschied an der Haustür. Er nimmt dafür den Hut ab, so wie sich das gehört.

Manches weise Wort über das Altwerden tauschen die beiden aus. Sie reden über Dinge, die man noch erledigen muss und solche, die im Rückblick gar nicht so entscheidend waren. Und was Tucker da über sein angebliches Bankräuberleben erzählt, nimmt Jewel ihm sowieso nicht ab. Der Clou ist, dass Tucker gar nicht anders kann, als sein Räuberleben fortzusetzen. Die Beute braucht er nicht, nur den Kick. Im obersten Schrankfach bei ihm zu Hause stapeln sich die Dollarbündel. Trotzdem zieht Tucker immer wieder mit seiner braunen Aktentasche los. Es gehe ihm bei seinem räuberischen Job nicht um seinen Lebensunterhalt, sondern um das Gefühl zu leben, sagt er.

„Ein Gauner und Gentleman“ mit Robert Redford Quelle: DCM

Niemand versteht das besser als der Polizist John Hurt (Casey Affleck), der Tucker bald auf den Fersen ist und ihn und dessen Helfer Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits) „Over-the-Hill-Gang“ tauft. Das ließe sich wohl am besten übersetzen mit einer Bande, die das Beste schon hinter sich hat.

Seiner Frau beschreibt Hurt den Gesuchten so: „Er ist ein alter Mann, der einmal jung war, und der es liebt, Banken auszurauben.“ Hurt seinerseits liebt es, dem Bankräuber nachzuspüren. Wie sagt doch Hurts kluge Tochter: „Wenn du ihn kriegen würdest, könntest Du ihn nicht mehr jagen.“ Respekt für den jeweils anderen verbindet Jäger und Gejagten. Mehr als einmal begegnen sie sich zufällig.

Große Actionszenen sollte hier niemand erwarten. Die Autoverfolgungsjagden haben vor allem den Zweck, Dollarnoten durch die Luft wirbeln zu lassen. Eine feine Nostalgie durchzieht den Film, auch das passt zu einem Abschied.

Der echte Forrest Tucker wurde immer wieder eingefangen

Forrest Tucker hat es wirklich gegeben. Berühmt war er als Ausbrecher-König. Nach eigener Rechnung ist er 18 Mal erfolgreich aus einem Gefängnis ausgebrochen und zwölf Mal weniger erfolgreich. Allerdings wurde er auch jedes Mal wieder eingefangen. 2004 starb er hinter Gittern.

Aber dieser Bezug zur Wirklichkeit ist gar nicht wichtig. Wichtig ist, was Hurt auf den Bildern einer Überwachungskamera entdeckt: Wenn Tucker eine Bank überfällt, dann lächelt er. Sollte Redford die Schauspielerei immer noch genauso lieben wie Tucker seine Banküberfälle, könnte es gut sein, dass wir sein Jungenlächeln irgendwann doch wieder auf der Leinwand entdecken.

„Ein Gauner und Gentleman“, Regie: David Lowery, mit Robert Redford, Sissy Spacek, Casey Affleck, 94 Muniten, FSK 6, Neue Schauburg Northeim

„Dumbo“

1941 eroberte „Dumbo, der fliegende Elefant“ die Herzen der Kinozuschauer. Eine rührende Geschichte über einen Zirkuselefanten, der wegen seiner Segelohren verspottet wird und am Ende alle überrascht. „Sehen Sie den genialsten, liebenswertesten und wunderschönsten Zeichentrickfilm, den Walt Disneys wundertätige Künstler je mit ihren magischen Pinseln geschaffen haben“, jubelte Filmkritiker Bosley Crowther damals in der „New York Times“. Ob Crowther damit richtig lag - Ansichtssache. Klar ist jedoch, dass „Dumbo“ bis heute als Klassiker gilt. Jetzt gibt es eine Neuauflage als Realfilm mit Danny DeVito, Colin Farrell, Eva Green und einem Kurzauftritt von Lars Eidinger. Regie führt Tim Burton mit seiner Vorliebe für schrägen Humor und schaurig-schöne Fantasie.

Danny DeVito spielt Max Medici, der seinen abgewirtschafteten Zirkus irgendwie über die Runden bringen will. Dass sein einstiger Star Holt Farrier (Colin Farrell) im Krieg einen Arm verloren hat und nicht mehr Dressurreiten kann, ist eine Katastrophe. Während der Direktor um seinen Zirkus kämpft, beobachten Holts Kinder Milly und Joe etwas Unglaubliches: Dumbo kann fliegen, dank seiner riesigen Ohren.

Medici sieht seine Chance, viel Geld mit dem Wundertier zu verdienen, ebenso wie der skrupellose Unternehmer Vandevere (Michael Keaton). Der will Dumbo mit Hilfe der Artistin Colette (Eva Green) zur Hauptattraktion seines neuen Abenteuerparks „Dreamland“ machen. Doch Vandevere ist nicht ehrlich und hegt in Wahrheit böse Absichten, die Milly, Joe und die anderen Zirkusleute unbedingt vereiteln wollen.

Der Film feiere das Anderssein, Familienwerte und Träume, schreibt Disney auf seiner Homepage. Wie Tim Burton diese Geschichte umsetzt, darauf darf man gespannt sein. Zu seinen bekanntesten Werken zählen so unterschiedliche Filme wie das Kinderabenteuer „Charlie und die Schokoladenfabrik“, die Tragikkomödie „Edward mit den Scherenhänden“, das Superhelden-Abenteuer „Batman“ von 1988 oder die Gruselsaga „Sleepy Hollow“, in Deutschland frei ab 16 Jahren.

Auch Burtons Kinderbuchverfilmung „Alice im Wunderland“ geriet eher düster und wurde deshalb erst für Kinder ab 12 Jahren empfohlen. Gut möglich also, dass auch sein „Dumbo“ nicht ganz so lieblich ausfallen wird, wie man es von früher gewohnt ist. Wobei auch der Zeichentrickfilm im Original nicht nur fröhlich ist, sondern von einer feinen Melancholie durchzogen ist – der stillen Traurigkeit des Außenseiters. (dpa)

„Dumbo“, Regie: Tim Burton, mit Danny DeVito, Eva Green, Colin Farrell, 114 Minuten, FSK 6, Cinemaxx Göttingen, Movietown Eichsfeld, Central-Lichtspiele Herzberg

„Beach Bum“

Matthew McConaughey ist der Titelheld, der „Strandgammler“: Ein dauerbekiffter Lebenskünstler und einst gefeierter Poet, mit sonnengegerbter Haut und gebleichter Zottelmähne. Am Miami Beach gehört er gewissermaßen zum Inventar - jeder kennt und liebt ihn. Das ist auch schon so ziemlich alles, was die Story betrifft. Der Independent-Regisseur Harmony Korine („Spring Breakers“) ist bekannt für solche Konzepte: viel Atmo, wenig Handlung. Hier funktioniert das vor allem deshalb, weil so viele gute Nebendarsteller im Spiel sind, darunter Jonah Hill als Literaturagent und Snoop Dogg als Drogenbaron. (epd)

„Beach Bum“, Regie: Harmony Korine, mit Matthew McConaughey, Snoop Dogg, Isla Fischer, 95 Minuten, FSK 16, Cinemaxx Göttingen

„Willkommen in Marwen

Mark Hogancamp (Steve Carrell) bei einer brutalen Kneipenprügelei von fünf Hooligans zusammengeschlagen und erleidet schwerste Verletzungen. Der Weg zurück in Leben fällt ihm schwer, immer mehr gerät er zum Einsiedler. Zu einem seiner wichtigsten Kontakte wird Roberta, eine Spielwarenhändlerin, die ihm Weltkriegspuppen mit Nazikluft und eine Truppe weiblicher Gegenspielerinnen verkauft. Mit ihnen denkt Hogancamp sich im Garten Szenen aus und spielt Kriegsszenen im fiktiven belgischen Dörfchen Marwen nach. Die Fotografien dieser Nachbildungen bringen ihm in diesem Drama nach einer wahren Geschichte und mit ungewöhnlicher Animationen schließlich gar gefeierte Ausstellungen in New York. (dpa)

„Willkommen in Marwen“, Regie: Robert Zemeckis, mit Steve Carell, Leslie Mann, Diane Kruger, 116 Minuten, FSK 12, Cinemaxx Göttingen

„Anderswo – Allein in Afrika

Anselm Nathanael Pahnke ist mit dem Fahrrad durch Afrika gefahren, nie mit Bus oder Bahn. Einmal quer über den Kontinent, immer nur auf dem Drahtesel. 15.000 Kilometer hat er hinter sich gebracht und dabei 15 verschiedene afrikanische Länder durchquert.

Seine Erlebnisse bringt Anselm nun als Dokumentarfilm in die Kinos. „Anderswo – Allein in Afrika“ erzählt davon, wie er sich in der Kalahari dafür entscheidet, alleine weiterzufahren, als seine beiden Freunden, die mit ihm gemeinsam losgeradelt sind, umdrehen. Mehrmals erkrankt er an Typhus und Malaria, trifft auf wilde Tiere und muss sich mit Wasserknappheit und korrupten Beamten herumschlagen. Vor allem aber sammelt er unglaubliche Erfahrungen und lernt einen einzigartigen Kontinent und dessen Bewohner in ihrer ganzen Schönheit kennen.

„Anderswo – Allein in Afrika“, Regie: Anselm Nathanael Pahnke, Janco Christiansen, 103 Minuten, FSK o.A., Lumière

„Heavy Trip“

Sie heißen Impaled Rektum und sie spielen „Symphonic-Post-Apocalyptic-Reindeer-Grinding-Christ-Abusing-Extreme-War-Pagan-Fennoscandian-Metal“. Mit ihren langen Haaren und ihrer stets in Schwarz gehaltenen Kleidung sind die Freunde Turo, Pasi, Lotvonen und Jynkky in ihrem finnischen Heimatdorf Exoten. Sie planen auf dem Northern-Damnation-Festival in Norwegen aufzutreten, um zu beweisen, dass sie was können. Doch schon bei der Generalprobe in der örtlichen Kneipe geht alles schief. Dann verlieren sie auch noch ein Bandmitglied, und ihr Transporter wird von der Polizei beschlagnahmt. Doch eine waschechte Metalband lässt sich von solchen Kleinigkeiten nicht unterkriegen.

Ein chaotischer Roadtrip mit crowdsurfenden Särgen, heroischen Wikingern und einem Raketenwerferkonflikt zwischen Finnland und Norwegen beginnt.

„Heavy Trip“, Regie: Jukka Vidgren, Juuso Laatio, mit Max Ovaska, Ville Tiihonen, Johannes Holopainen, 90 Minuten, FSK 12, OmU und DF, Lumière

Von Matthias Halbig/Stefan Stosch/dpa/epd

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