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13:33 10.07.2019
Himesh Patel als Jack Malik in einer Szene des Films "Yesterday". Quelle: Jonathan Prime/Universal Picture
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Göttingen

Keiner hat Spuren in der Musikgeschichte hinterlassen wie die Beatles. Kaum vorstellbar, wenn sich niemand mehr an ihre Songs erinnern würde – außer einem Musiker. Oder auch bester Stoff für eine Komödie. „Yesterday“ ist ab Donnerstag in den Kinos der Region zu sehen. Das Lumière zeigt außerdem ab Donnerstag „Rocketman“. Open air erwartet Kinogänger in dieser Woche drei ganz unterschiedliche Filme.

Welt ohne Beatles

Die menschliche Vorstellungskraft kennt Grenzen. Wer es nicht glaubt, möge jetzt mal für einen kurzen Augenblick eine Welt ohne Coca-Cola imaginieren. Oder ohne „Game of Thrones“. Oder auch ohne Alkohol. Gut, das ein oder andere mag man sich vielleicht sogar wünschen, aber kann man es sich deswegen tatsächlich vorstellen?

Jetzt ist vielleicht etwas leichter nachzuvollziehen, was dem notorisch erfolglosen Singer-Songwriter Jack (Himesh Patel) passiert: Als eines Nachts für genau zwölf Sekunden rund um den Globus der Strom ausfällt, wird Jack von einem Bus angefahren. Als er wieder aufwacht, hat er nicht nur zwei Schneidezähne verloren, etwas viel Folgenreicheres ist geschehen: Kein Mensch auf diesem Planeten kann sich noch an die Beatles, geschweige denn an deren Songs erinnern.

Wieso das so ist? Tja, schwer zu sagen.

Jack aber weiß noch die meisten Lieder mehr oder weniger auswendig. Die Beatles jedoch finden nicht einmal mehr im Internet statt. Jack stößt bei seiner Onlinerecherche immer nur auf „Beetle“, und das ist das englische Wort für Käfer.

Und was die Geschehnisse noch undurchsichtiger macht: Die Rolling Stones sind weiter in den Köpfen und auch im Netz präsent.

Erst schüttelt Jack ungläubig den Kopf, dann sieht er seine Chance gekommen: Er gibt all die unsterblichen Songs der Fab Four als die seinen aus – und steigt in kürzester Zeit vom lokalen Loser, der sich in einem heruntergekommenen englischen Seebad durchschlägt, zum globalen Star auf.

Okay, so ganz überzeugend klingt die Ausgangslage nicht. Aber das ist egal in Danny Boyles origineller Komödie „Yesterday“. Im Drogenklassiker „Trainspotting“ hat der Regisseur seine Helden ja auch schon mal im dreckigsten Klo Schottlands und damit seltsamerweise in einem azurblauen Ozean abtauchen lassen, ohne dass dies den Spaß gestört hätte.

Beatles im Film, Filme über die Beatles

John, Paul, George und Ringo waren in ihren großen Tagen selbst Kinohelden. In Richard Lesters Musikkomödien „A Hard Day’s Night“ (1964) und „Help!“ (1965) spielten sie sich selbst – in einer superharmonischen Version: eine Popgruppe, deren Musiker auch allerbeste Kumpels waren. In dem Zeichentrickfilm „Yellow Submarine“ (1969) reisten die Beatles im gelben U-Boot durch psychedelische Ozeane. Und die Doku „Let It Be“ (1970) zeigte die Band, die die Swinging Sixties dominiert hatte, im Studio beim Auseinanderbrechen.

Der beste Film über die Beatles ist „Nowhere Boy“ (2009), in dem das Leben des jungen John Lennon (Aaron Taylor-Johnson) bei seiner Tante Mimi (Kristin Scott Thomas) gezeigt wird. Zwar dreht sich alles um Musik, der Name Beatles wird aber nie genannt. Direkt vorm Abspann fragt Mimi ihren John, wie seine Band denn nun heiße. Die Antwort bleibt aus. Iain Softleys „Backbeat“ (1994) knüpft an die Handlungszeit von „Nowhere Boy“ an. Erzählt wird von der Feuertaufe der Beatles in den Clubs der Reeperbahn und von dem Beatles-Bassisten Stuart Sutcliffe, der sich vor dem Durchbruch der Band in die Hamburgerin Astrid Kirchherr verliebte.

Ein armer Liverpooler Künstler (Jim Sturgess) verliebt sich in den Sixties in eine reiche Amerikanerin (Evan Rachel Wood). Julie Taymors „Across The Universe“ (2007) ist ein Filmmärchen voller BeatlesSongs und -Motive.

Hier hält sich der Brite nicht erst mit weiteren Erklärungen auf, die es wohl auch gar nicht geben könnte. Er lässt Jack seinen auf einer Lüge beruhenden und deshalb von Anfang an vergifteten Weg zum Ruhm beschreiten.

Nebenbei kriegt dabei das Showgeschäft einige gehörige Watschen ab. Eine knallharte Managerin in Los Angeles (Kate McKinnon, bestens bekannt aus „Bad Spies“) nimmt Jack an die Kandare und zieht die Zügel immer straffer an. Das Jahrhunderttalent ist ihr „Produkt“ und soll nach allen Regeln des Marketings passgenau zurechtgestutzt werden.

Witzig ist das vor allem deshalb, weil auch ein echter Superstar hier mit von der Partie ist, der ja auch irgendwann mal ganz unten angefangen haben muss: Ed Sheeran spielt sich gewissermaßen selbst. Vermutlich ist das gar nicht so einfach, wenn man Ed Sheeran heißt.

Sheeran beweist eine gehörige Portion Selbstironie: Bei einem Sangesduell zwischen den beiden behauptet Jack, mal eben in Minutenschnelle den Klassiker „The Long and Winding Road“ zu kreieren. Da kann auch der große Sheeran nur mit viel Sportsgeist konstatieren, dass es noch Größere gibt als ihn selbst.

Der nur scheinbar unvergleichliche Jack aber begegnet zu seinem Schreck Ringo Starr und Paul McCartney, die in einer Talkshow plötzlich auf die Bühne gebeten werden – diese Szene entpuppt sich jedoch als Albtraum. Dafür trifft er einen anderen Unvergesslichen, der in einem Strandhäuschen sein privates Glück gefunden hat. Der Name des Mannes soll hier nicht verraten werden.

Himesh Patel als Jack Malik in einer Szene des Films "Yesterday" Quelle: Universal Pictures

In einem der schönsten Filmmomente wird Jacks Gewissen entlastet: Erst schwenkt eine Frau in einer Pressekonferenz ein „Yellow Submarine“ im Modellformat in ihren Händen und gibt sich damit als weiterer wissender Beatles-Fan zu erkennen, dann steht sie vor ihm – und bedankt sich zu seiner Überraschung: Sie sei so froh, dass all die Stücke nun nicht in Vergessenheit geraten, an die sich kein anderer mehr erinnern kann. Merke: Es gibt Songs, die keiner Plattenfirma, sondern dem kulturellen Gedächtnis der Menschheit gehören.

Der neuseeländische Drehbuchautor Richard Curtis ist ein alter Hase, was Feel-Good-Movies mit britischem Touch betrifft. Er hat schon die Vorlagen zu „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ und „Notting Hill“ geschrieben.

Ein wenig kommt ihm seine Routine hier aber in die Quere. Irgendwann konzentriert sich die Geschichte auf nur noch eine Frage: Will Jack mit der Lüge leben und vor Fans singen, die leuchtende Handys in der Hand schwenken, oder will er mit Elly (Lily James) sein Leben verbringen, der Frau in den weiten Röcken, die er in dem britischen Seebad zurückgelassen hat?

Musikalisch wird die Geschichte fachkundig unterfüttert vom Briten Daniel Pemberton. Seine Songauswahl sieht am Ende so aus: Erst singt der verzweifelte Jack auf einem Hoteldach „Help“ (und zitiert den letzten Liveauftritt der Beatles auf dem Gebäude des Musiklabels Apple Records), dann stimmt er „All You Need Is Love“ an.

„Yesterday“, Regie: Danny Boyle, mit Himesh Patel, Lily James, 116 Minuten, FSK 0, Cinemaxx Göttingen, Movietown Eichsfeld

Im Bett mit Elton John

n der Mitte der 1960er-Jahre lebt Reginald Dwight, ein unscheinbarer, normaler Junge, in einem Vorort von London. Etwas dick und viel zu schüchtern, fühlt er sich erst am Klavier so richtig wohl und kommt aus sich heraus. Als er nach London kommt, ist damit auch die Zeit angebrochen, endlich seiner größten Leidenschaft zu frönen: Dem Rock‚n’ Roll. Er lernt den talentierten Songschreiber Bernie Taupin kennen und taucht in die Londoner Musikszene ein. Doch mit dem Namen Reginald Dwight wird es der junge Musiker nicht weit bringen. Kurzerhand nennt er sich in Elton John um und seinem kometenhaften Aufstieg steht nichts mehr im Wege, denn erst mal auf der Bühne ist vom schüchternen Reggie nicht mehr viel übrig.

Eine ausführliche Filmkritik lesen Sie hier.

„Rocketman“, Regie: Dexter Fletcher, mit Taron Egerton, John Madden, 120 Minuten, FSK o.A., Lumière

Filme im Open-Air-Kino am Brauweg

Gegen den Strom

Halla ist fünfzig, Chorleiterin und eine unabhängige Frau. Doch hinter der Fassade der ruhigen Routine führt sie ein Doppelleben als leidenschaftliche Umweltaktivistin. Unter dem Decknamen „Die Bergfrau“ führt sie einen heimlichen Krieg gegen die lokale Aluminiumindustrie. Mit Vandalismus bis hin zur Industriesabotage gelingt es ihr, die Verhandlungen zwischen der isländischen Regierung und einem internationalen Investor zu stoppen. Doch dann erfährt sie, dass ihr Antrag für die Adoption eines Kindes endlich angenommen wurde. Sie plant ihre letzte und kühnste Operation als Retterin der isländischen Highlands.

„Gegen den Strom“, Regie: Benedikt Erlingsson, mit Halldora Geirhardsdottir, Johann Sigurdarson, 100 Minuten, FSK 6, Donnerstag, 11. Juli, 22 Uhr

Free Solo

Jeder Fehler, die kleinste Unaufmerksamkeit kann den Tod bedeuten: Free-Solo-Kletterer Alex Honnold bereitet sich im Sommer 2017 auf die Erfüllung seines Lebenstraums vor. Er will den bekanntesten Felsen der Welt erklimmen, den 975 Meter hohen und fast senkrechten El Capitan im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Free Solo bedeutet: im Alleingang, ohne Seil und ohne Sicherung.Die mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmerin Elizabeth Chai Vasarhelyi und ihr Kameramann, Profi-Bergsteiger Jimmy Chin, durften Honnold begleiten. Ganz nah dran an ihrem Protagonisten zeigen sie, wie er durch perfekte Vorbereitung alle Ängste besiegt, um sein unmöglich scheinendes Vorhaben in die Tat umzusetzen. Mit beeindruckenden Kamerabildern, gedreht aus schwindelerregenden Perspektiven, ermöglichen sie dem Zuschauer, den Aufstieg aus nächster Nähe mitzuerleben.

„Free Solo“, Regie: Elizabeth Chai Vasarhelyi, Jimmy Chin, 100 Minuten, FSK 6, Freitag, 12. Juli, 22 Uhr

Der Junge muss an die frische Luft

Der Ruhrpott im Jahr 1972: Hans-Peter ist neun, ein bisschen pummelig und kann die Leute zum Lachen bringen. Das kommt sowohl bei den Kunden im Krämerladen seiner Oma Änne als auch bei seiner feierwütigen Verwandtschaft gut an. Als seine Mutter in eine tiefe Depression stürzt, muss er sein komödiantisches Talent noch ausbauen. Basierend auf Hape Kerkelings gleichnamigem autobiografischem Bestseller.

Eine ausführliche Filmkritik lesen Sie hier.

„Der Junge muss an die frische Luft“, Regie: Caroline Link, mit Julius Weckauf, Luise Heyer, Sönke Möhring, 100 Minuten, FSK 6, Sonnabend, 13. Juli, 22 Uhr

Von Stefan Stosch / r

Vor einem Dreivierteljahr haben sich fünf Musiker aus Göttingen zusammengetan und die Jazz-Fusion-Band Fapoon gegründet.

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