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Regional Dietmar Dath im Literarischen Zentrum Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Dietmar Dath im Literarischen Zentrum Göttingen
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14:18 26.01.2016
Schreibt dicht und ausführlich: der Autor Dietmar Dath.      Quelle: Wenzel
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Göttingen

Von der Mitte her sei sein fünfzehnter Roman gewachsen, der sich mehr an Leitmotiven orientiert, als an einer Handlung. Der Roman beschäftigt sich zwar mit dem Islam, zeichnet aber kein Schreckensszenario einer islamischen Weltverschwörung à la Houellebecq. Anhand zahlreicher verwobener Einzelschicksale – das Personal des Romans ist enorm – beschäftigt sich Dath eher mit außergewöhnlichen, mystischen Erfahrungen seiner Figuren und lässt Religionswissenschaft und -theorie beiseite.

Die Beschäftigung mit den Figuren, zu denen auch ein Journalist gehört, der Dietmar Dath heißt, habe ihn verändert, so der geistig wendige, immer wieder intellektuelle Größen zitierende Dath. Vor allem seine einstige Annahme, dass sich Wissenschaft und Glaubenssysteme nicht vertrügen, der Glaube an einen Gott weniger würde, je mehr der Mensch darüber nachdenke, habe sich nicht bestätigt: „Denken ist nicht dein Feind.“ Und das sagt einer, der sich selbst als Marxist bezeichnet, kaum zu glauben.

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Dath ist keiner, der kurz oder greifbar schreibt, dafür aber dicht und sprachlich reich. Fertige Satzbausteine scheint es bei ihm nicht zu geben. Auch im Gespräch mit Torsten  Hoffmann und  Gerhard Kaiser schlägt er intelligente und zuweilen verwirrende Haken. Aussprüche wie, „alles hat Folgen, aber manchmal vorher“ sind typisch für ihn. Er scheint sich ungern festzulegen und gibt sich dafür gern geheimnisvoll. Wie er sein neues Buch finde, wüsste er noch nicht, es sei ja noch neu. Und er beanspruche auch keine Deutungshoheit über sein bisheriges Werk, das er lapidar „altes Zeug“ nennt. Über die Figuren seines Science-Fantasy-Textes sagt er resümierend: „Keiner ist gescheitert, aber alle fahren zur Hölle.“

Dietmar Dath: „Leider bin ich tot“, Suhrkamp, 461 Seiten, 16,99 Euro.

Von Marie Varela