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Regional Dietmar Robert Schröter – seit 30 Jahren Profi-Künstler
Nachrichten Kultur Regional Dietmar Robert Schröter – seit 30 Jahren Profi-Künstler
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18:38 24.08.2018
Atelierbesuch bei Dietmar Robert Schroeter: Seit 30 Jahren ist er als Berufskünstler tätig. Quelle: Foto: Hinzmann
Göttingen

Schon im Alter von fünf Jahren sei er von Farben fasziniert gewesen, hat Dietmar Robert Schröter einmal gesagt. Inzwischen ist der Ballenhäuser Künstler 84 Jahre alt und seit 30 Jahren Profi. Das feiert er mit einer Ausstellung in der Göttinger Galerie Alte Feuerwache, die am Sonnabend, 25. August, eröffnet wird.

Wer Schröter besuchen will, muss sich bis an den Ortsrand vortasten. Der steht sein Haus, selbst entworfen, erzählt er mit berechtigtem Stolz. Einige Außensitzplätze hat er auf Balkon, Terrasse und im Garten integriert, der Blick von dort schweift über das wunderschöne südniedersächsische Hügelland. Aber Schröter hat auch Raum geschaffen für seine Arbeit. Ateliers für verschiedene Formen des Arbeitens hat er sich eingerichtet und dabei den Lichteinfall berücksichtigt. Denn Schröter ist professioneller Künstler, einer von sehr wenigen, die in Südniedersachsen von ihrer Profession leben können.

Ein Jahr Maler auf Probe

Vor 30 Jahren hat er sich zu diesem Schritt entschlossen. Damals arbeitete er an der Pädagogischen Hochschule in Göttingen und wollte doch eigentlich nur Maler sein. Schröter nahm ein Jahr unbezahlten Urlaub. „Ich wollte erproben, ob ich meinen eigenen Ansprüchen gerecht werde.“

Eigentlich habe er nach Berlin ziehen wollen, auch in den 1980er-Jahren schon eine der Kunsthauptstädte in Deutschland. Zweifel ließen ihn von dem Plan Abstand nehmen. Er habe weder nur noch Rezipient sein wollen, noch alles verpassen. Er landete im Markgräflerland im Südwesten Deutschlands. Heute sagt Schröter: „Nach drei Monaten habe ich entschieden, nie wieder etwas anderes zu machen, nicht mal VHS-Kurse geben, nicht wieder vermittelnd tätig sein.“

Zu Besuch bei einem Berufskünstler. Einen Überblick über sein Werk zeigt er in Göttingen.

52 Jahre war er damals alt, und er räumt ein, dass eine kleine Pension geholfen habe, die er sich in 29 Jahren im Schuldienst erarbeitete. Den damit geschaffenen Freiraum hat Schröter eifrig genutzt, wie das riesige Konvolut an Kunstwerken zeigt, das er in seinem Haus aufbewahrt. Es ist nicht einfach, bestimmte Schaffensperioden in Schröters Werk auszumachen, denn seine Kunst habe „nie eine lineare vollzogen“, sagt der Künstler. Vollkommen gegenstandslose Malerei steht neben Werken, die an Landschaft erinnern und dazwischen tauchen immer wieder realistische Bilder auf. Alles habe immer nebeneinander existiert, erklärt er.

Doch los gegangen sei es bereits in der Schule. „Es soll so etwas geben wie Kunst, bei der man nichts erkennt, wie Musik.“ Das habe ihn motiviert zu einem Referat zu diesem Thema, das damals in Deutschland noch keines war. Schon in den 1950er-Jahren habe er dann fotografiert, in den Hinterhöfen in Berlin, die ihn magisch angezogen hätten. Und dann zeigt Schröter ein Leinwandbild aus seiner eigenen Kunstgeschichte. Nach einem Bild einer Berliner Stadtlandschaft habe er es gemalt - „eine traurigere Landschaft gibt es kaum. Kein Mensch, kein Tier, kein Blümchen, nichts“.

Szenen aus den Bergen

Und dann zeigt Schröter Bilder aus seinem Oeuvre wie sie auch in der Ausstellung gezeigt werden könnten. Er erzählt sehr eloquent über Malerei, auch über seine eigene. Er spricht von einem Bild, „das von der Farbe lebt, das Freiheit atmet“. Wieder stehen Werke, die den Geist des Informell der 1950er-Jahre atmen, neben bemerkenswerten realistischen Darstellungen von Landschaft, häufig Szenen aus den Bergen. Er sei immer gerne gewandert, sagt Schröter, auch heute noch. „Wenn ich auf etwas stolz bin, dann darauf, dass ich nicht eingleisig fahre“, erklärt er mit Blick auf seine Vielseitigkeit.

Wie ein malender Beamter arbeitet Schröter nicht. „Ich muss aufpassen, wann die Muse küsst“, sagt er und schmunzelt dabei. Im seinem Keller stünden, Bilder monatelang, manchmal jahrelang, bevor er sie wieder hervorhole, um weiter daran zu arbeiten. Das führt nicht immer zu einem glücklichen Ende. „Gerade habe ich 80 Leinwände entsorgt“, erklärt der Künstler, hoffnungslose Fälle.

Eigenes Studio im Haus

Neben der Malerei mit Acrylfarben, die er in der Galerie Alte Feuerwache zeigt, befasst sich Schröter auch mit Aquarellmalerei. Ein eigenes kleines Studio hat er sich in seinem Haus dafür eingerichtet. Diese Bilder stellt er in der Galerie Art Supplement in der Burgstraße aus, ein eigenständiger Ableger der Feuerwache. Eine große Schau für einen bemerkenswerten Künstler.

Die Ausstellung mit ausgewählten Werken aus 30 Jahren von Dietmar Robert Schröter wird am Sonnabend, 25. August, um 16.30 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4 in Göttingen, eröffnet. Sie ist montags bis freitags von 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

Von Peter Krüger-Lenz

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