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Regional Domfestspiele statt Ferien
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19:28 15.07.2009
Kathi und die Amme: zwei Rollen für Ingrid Domann bei den Domfestspielen.
Kathi und die Amme: zwei Rollen für Ingrid Domann bei den Domfestspielen. Quelle: Hinzmann
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Kollegen und Freunde haben es auch gesagt: „Warum machst du nicht Urlaub?“ Ingrid Domann hat überzeugende Gründe dafür, das Angebot der Festspielleitung in Bad Gandersheim angenommen zu haben. „Es ist eine schöne Abwechslung zu meinem Job am Deutschen Theater.“ Und: „Es ist eine sehr gesunde Form der Berufsausübung.“ Sie habe den ganzen Tag an der frischen Luft geprobt, erzählt die Schauspielerin, „man ist nur noch hungrig, nur noch müde.“

An zwei Produktionen der diesjährigen Festspielsaison ist Domann beteiligt. Im „Weißen Rößl“ spielt sie Kathi, eine Angestellte in dem Operettengasthaus, in „Romeo und Julia“ die Amme. „Eine neue Erfahrung sind Openair-Festspiele für mich nicht“, sagt Domann. Von 1998 bis 2003 habe sie unter dem Intendanten Peter Lotschak bei den Festspielen in Bad Hersfeld mitgewirkt. Neu ist allerdings ihr Erlebnis mit dem „Weißen Rößl“, „meine erste Operette“. Eine Aufgabe, die sie offensichtlich mit sehr viel Vergnügen angegangen ist. „Morgens um zehn auf die Probe gehen und stundenlang ,Im Weißen Rößl’ zu singen, das ist privilegiert.“ Ihre Kathi sei nur eine kleine Rolle, „doch ich habe mir vorgestellt, dass ohne sie nichts läuft“, berichtet Domann und lacht.

Mit nach Basel genommen

Mit dem Gandersheimer Intendanten Johannes Claus verbindet Domann „eine sehr langjährige Arbeitsbeziehung“. Nach 14 Jahren in Wiesbaden, der zweiten Station der gelernten Buchhändlerin nach ihrem Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, habe er sie 1993 mit nach Basel genommen, wo sie fünf Jahre lang engagiert war. Domann: „Jetzt freue ich mich, mal wieder mit ihm zusammenarbeiten zu können.“

In Bad Gandersheim fühlt sich Domann ausgesprochen wohl. „Ich denke, dass wir als Schauspieler dort sehr willkommen sind. Die Leute grüßen und sprechen einen an.“ Ein Verdienst, dass sie nicht zuletzt der Arbeit von Claus zuschreibt. Der Intendant setzte sich mit der Stadt auseinander, sagt Domann, „er bindet uns auf gute Weise in das kleinstädtische Leben ein“.

Seit 2002 spielt Domann jetzt in Göttingen. Sie habe sich beworben und Zurmühle ihr einen festen Vertrag angeboten. Mit ihm habe sie in Wien zusammen studiert und gemeinsam auf der Bühne gestanden. „Wer hätte gedacht, dass er mal mein Chef wird?“, sagt Domann. Dann lacht sie wieder ganz vergnügt.

Von Peter Krüger-Lenz

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