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Regional Drei-in-Eins-Konzert mit Road-Trip-Feeling
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19:32 26.09.2012
Musik aus ihrer Heimat: Kate Stables (links) und Rozi Plain.
Musik aus ihrer Heimat: Kate Stables (links) und Rozi Plain. Quelle: CH
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Göttingen

Die Akustikgitarre kommt dabei genauso zum Einsatz wie das Banjo und elektrische Gitarren. Nicht zuletzt sanfte Schlagzeug-Rhythmen von Jamie Withby-Coles verleiten die rund 20 Besucher zum Fußwippen. Auch wenn alle drei Künstler in der Welt des British Folk beheimatet sind, variieren Klangfarben und Arrangements zwischen den drei Folk-Auftritten. Auch schaffen es die drei Bands, jeweils unterschiedliche Stimmungen entstehen zu lassen.

Rozi Plain spielt E-Gitarre und ist eher im experimental-Folk anzusiedeln. Psychedelische Elemente gehen einher mit dynamisch wechselnden Tonhöhen der Britin. Ihre Stimme erinnert an Katie Melua, ihre Melodien sind manchmal schlecht greifbar, ziehen die Aufmerksamkeit deshalb umso mehr auf ihre Stimme und die Akustik-Gitarre, mit der Harrison die Singer/Songwriterin begleitet. Die meisten Lieder sind melancholisch, einige machen einem gute Laune und verführen sogar ein bisschen zum Tanzen.

Bluesiger Folk-Rock gespickt mit langen Instrumental-Abschnitten

Nach 30 Minuten macht Rozi Plain Platz für Jamie Harrison. Die melancholische Stimmung weicht einer verspielten, fröhlichen Atmosphäre. Sein bluesiger Folk-Rock ist gespickt mit langen Instrumental-Abschnitten. Die ersten Lieder spielt er allein mit seiner Akustik-Gitarre. Seine Texte sind simpel und einfach gestrickt, seine Gitarren-Arrangements sind dafür umso komplizierter. Humorvoll und eingängig kommt der Call-and-Response-Song „The Bear“ daher. 

Den Abschluss des „Drei-in-eins“-Konzerts bildet nach etwas zu langer Pause Kate Stables aka „This Is The Kit“. Gefühlvoll setzt sie ihre Stimme ein, man nimmt ihr ab, was sie singt: Die Songs „Misunderstanding“, „Nits“ und „The Tulip turned“ bleiben im Kopf, ihre tiefere, kräftigere Stimme und die unbeschwerten Melodien bilden einen netten Kontrast zu Rozi Plains hoher, zerbrechlicherer Stimme und den etwas schwermütigeren Liedern.

Die drei Musiker zeigen an diesem Abend in drei mal 30 Minuten, welch unterschiedliche Stimmungen British Folk erzeugen kann. Das Grundgefühl nach den drei Konzerten bleibt jedoch: Man fühlt sich irgendwie befreit, berührt, die Gedanken schweifen ab und im Geiste begibt man sich auf einen entspannten Road-Trip mit Freunden ins britische, herbstliche Hinterland und genießt die Aussicht.

Von Katharina Kilburger

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