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Regional „Dresdner Salondamen“ swingen im Mündener Welfenschloss
Nachrichten Kultur Regional „Dresdner Salondamen“ swingen im Mündener Welfenschloss
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13:31 31.12.2017
Die „Dresdner Salondamen“ spielen im Rittersaal des Welfenschlosses Evergreens und Filmmelodien der 20er bis 50er Jahre. Quelle: Niklas Richter
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Hann. Münden

Am Ende blieben pfeifende Konzertgäste, die mit einem Lächeln und eines der zuvor gehörten Liedern auf den Lippen den Konzertsaal verließen. Hinter ihnen lag ein vergnüglicher Musik-Abend mit »grandioser Optik« und »verzaubernder Mimik«, wie es Brunhilde Ulbricht vom Kulturring den 300 Zuschauern zu Beginn ankündigte.

Lieder von Marlene Dietrich und Hildegard Knef

»Ich öffne mit dem Notenschlüssel jede Türe weit und breit«, sang Susann Jacobi. Mit dem Opener des Abends »Mit Musik geht alles besser« aus der Feder des Komponisten Werner Bochmann gaben die Salondamen das Motto des Abends vor. Filmmelodien, Schlager, Lieder von Marlene Dietrich und Hildegard Knef standen auf dem beschwingten Programm, das sehr unaufgeregt und ohne allzu große Schwankungen in Stimmung und Tempo über die Bühne ging.

»Sei mal verliebt« von Hildegard Knef, »Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt« von Marlene Dietrich aus dem Film „Der blaue Engel“ waren ebenso Teil des Konzertes wie »Ich brauche keine Millionen (Musik, Musik, Musik)« oder ein Potpourri aus »Wochenend und Sonnenschein« und »Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen«. Murmelnd-brummend sangen die Zuhörer mit. Dem Angebot und der Aufforderung zum Tanzen vor die Bühne zu kommen, kam das Mündener nicht nach. »Ihr seid ein gemütliches Völkchen«, scherzte Jacobi. Gespickt war der Abend auch noch mit weihnachtlichen Liedern über Tannenbäume oder das Backen eines Dresdener Stollens und dessen unverzichtbaren Zutaten. Melancholisch wurde es mit dem Stück Marlene-Dietrich-Stück »Wenn ich mir was wünschen dürfte« von Friedrich Holländer. »Wenn ich mir was wünschen dürfte, möchte ich etwas glücklich sein. Denn wenn ich gar zu glücklich wär’, hätt’ ich Heimweh nach dem Traurigsein«, heißt es darin.

Dunkel-rot und schillern-blau

Sieben Frauen gehören zu dem Ensemble aus der sächsischen Landeshauptstadt. Immer fünf stehen bei Auftritten auf der Bühne. In Münden spielten Silke Krause (Klavier, Akkordeon), Cecile Pfeiff (Klarinette, Saxophon), Beate Hofmann (Cello, Kontrabass), Franziska Graefe (Geige, Percussion) und Susann Jacobi (Gesang, Geige). Ihre professionelle Musikausbildung war ihnen anzuhören. Jacobi führte gekonnt durch das Programm, auch wenn nicht immer jeder Witz zünden wollte und nicht jedes schauspielerische Element saß. Umso beeindruckender waren die langen Kleider des Quintetts - dunkelrot vor der Pause, schillernd-blau nach der Pause - kombiniert mit viel Schmuck und aufwändigen Hüten.

Das Konzert in Münden war zugleich eine Rückschau auf 20 Jahre Dresdner Salondamen. Fünf CDs sind seitdem entstanden. Fünf wilde, junge Frauen seien sie damals gewesen, erzählt Jacobi. Sie seien angetreten, die drei »klassischen Ks« für Frauen - Kinder, Küche, Kirche - mit drei weiteren Ks - Konzertpodium, Klunker, Klamotten - zu erweitern. »Es kann zu Spannungen kommen«, berichtete Jacobi mit ironischem Unterton über die Arbeit im Ensemble. Jede habe gelernt, nachzugeben und Kompromisse einzugehen. Das Publikum nimmt die Anekdoten von den Tourneen - die Kreuzfahrt auf der Biscaya im Frühling bei Windstärke 10 - amüsiert zur Kenntnis.

Wohlwollender Applaus

Nicht immer saß jeder Ton der Salondamen beim Mündener Konzert. Nicht jeder Rhythmus- und Tempowechsel gelang. Das Mündener Publikum verzieh. Und bedachte das Dresdener Frauen-Quintett am Ende mit wohlwollendem Applaus, der die Salondamen für eine Zugabe zurück auf die Bühne brachte.

Von Michael Brakemeier

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