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Regional Duo Burstein-Legnani im Holbornschen Haus
Nachrichten Kultur Regional Duo Burstein-Legnani im Holbornschen Haus
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14:50 03.07.2019
Können einander blind vertrauen: Gitarrist Roberto Legnani und Cellistin Ariana Burstein im Holbornschen Haus. Quelle: Schäfer
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Göttingen

Seit mehr als 20 Jahren touren Burstein und Legnani durch die Lande und geben Konzerte meist in kleinen Sälen – das passt auch zur Besetzung am besten. Denn eine unverstärkte Gitarre kann sehr zart im Klang sein. Überhaupt haben die beiden etwas gegen den konventionellen Musikbetrieb. Der sei „verkrustet“, wie die Cellistin einmal in einem Interview sagte: Immer dasselbe Repertoire, immer die gleichen Besetzungen.

So haben sie für ihre ungewöhnliche Duobesetzung sehr spezielle Arrangements geschrieben. Ihr Programm ist eine bunte Mischung aus Volksliedern, Eigenkompositionen, die mal orientalisch getönt sind, mal Swing- oder Blueselemente vereinen, aus Tangos und klassisch-romantischen Stücken. Prinzipiell arbeiten sie gleichberechtigt – sie wechseln sich in Melodieführung und Begleitung fast durchweg ab.

Blindes Vertrauen im Zusammenspiel

Das ist ein reizvolles Konzept, für das sie vor 19 und zwölf Jahren mit dem Kulturförderpreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet wurden, wie im Internetmagazin Cafébabel nachzulesen ist. Beide Musiker bringen jahrzehntelange Erfahrung in ihrem Metier mit, Burstein war von 1978 bis 1980 Solocellistin im Städtischen Orchester Bremerhaven, Legnani hatte mehr als zehn Jahre lang Lehraufträge an der Universität Freiburg. Sie können also im Zusammenspiel geradezu blind einander vertrauen, da stimmt jedes Ritardando, jede Zäsur. Freilich nicht ganz perfekt, sondern immer mit einem Hauch Lässigkeit. Musikalische Konturen müssen nicht unbedingt rasiermesserscharf sein, keine Frage.

Doch ein paar Einwände drängten sich an diesem entspannten, durchaus unterhaltsamen Abend hier und da auf. Wenn die Cellistin eindeutig als Begleiterin fungiert, etwa an vielen Stellen im D-Dur-Konzert Vivaldis, sollte sie ihre Basstöne nicht so laut spielen, dass man die fein verzierten Linien der Gitarre kaum wahrnimmt. Ein Cello hat nun einmal einen deutlich größeren Resonanzraum, da ist ein Forte-Spiel schon etwas unfair. Burstein liebt auch das Vibrato, was ja den Celloton im Ausdruck durchaus intensivieren kann. Wenn dieses Vibrato aber in fast jedem Stück in etwa gleicher (eher langsamer) Geschwindigkeit und gleicher Schwankungsbreite der Tonhöhe praktiziert wird, entsteht eine gewisse Einförmigkeit, eine melancholische Grundstimmung. Zum Glück hatten aber einzelne Titel einen anderen Charakter und belebten dadurch den Ablauf erheblich, etwa Legnanis wunderhübsch miauende „Chat de Paris“, das vor allem im Gitarrenpart virtuos gespielte „Asturias“ von Isaac Albéniz oder die Farruca aus Manuel de Fallas Ballett „Der Dreispitz“.

Zwei Zugaben

Am Ende des vor allem in der zweiten Hälfte unterhaltsamen Abends spendeten die Zuhörer freundlichen Applaus. Dafür gab es zwei Zugaben: ein spanisches Stück aus dem 16. Jahrhundert und etwas Südamerikanisches zum Dessert.

Gitarrist Roberto Legnani gibt am Dienstag, 29. Oktober, einen Soloabend im Holbornschen Haus in Göttingen. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Von Michael Schäfer

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