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Regional Duo Tanja Tetzlaff und Florian Donderer in der Reinhäuser Kirche
Nachrichten Kultur Regional Duo Tanja Tetzlaff und Florian Donderer in der Reinhäuser Kirche
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16:46 26.08.2013
Pultführer mit Liebe zur Kammermusik: Tanja Tetzlaff und Florian Donderer. Quelle: Schäfer
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Reinhausen

In der Reihe „Kultur im Kreis“ gastierten sie am Freitag mit einem Duoprogramm in der Reinhäuser Kirche – allerdings vor einem ziemlich überschaubaren Publikum. Doch auch rund 30 Zuhörer können so begeistert sein, dass der Beifall wie in einer voll besetzten Kirche prasselt.

Duos für Violine und Violoncello sind rar – unter anderem aus dem einfachen Grund, dass Dreiklänge mit zwei Instrumenten nicht leicht darstellbar sind. Doch Komponisten kennen viele Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen.

Mit einem gediegenen, zugleich graziös-galanten Duo des Mozart-Zeitgenossen Franz Anton Hoffmeister eröffneten Tetzlaff und Donderer den Abend und zeigten dabei sogleich ihre hohen kammermusikalischen Quali­täten: die genaue dynamische Abstimmung von Haupt- und Nebenstimmen, die deckungsgleiche Formung des Ausdrucks bis hin in die feinsten dynamischen Abstufungen.

Zarteste, wehmütige Lyrik

Das galt gleichermaßen für die überaus spannende Sonatine von Arthur Honegger, die Tetzlaff und Donderer erstmals öffentlich spielten: ein kontrastreiches, spielfreudiges, hochvirtuoses Stück, in dem der Springbogen hüpft, dass es eine Freude ist.

Mit acht empfindungsreichen Miniaturen des russischen Spätromantikers Reinhold Glière beendeten sie die erste Hälfte des Abends: zum Schwelgen schön, in den Ausdrucksqualitäten von zartester, wehmütiger Lyrik bis ins wild Tänzerische reichend.

Das Präludium zur abschließenden Ravel-Duosonate waren sechs zweistimmige Inventionen von Bach, Cembalowerke, die sich in der Klarheit ihrer Stimmführung ohne jede Verbiegung ebenso für Violine und Violoncello eignen. Die Streicherfassung klang so, als hätte sie Bach gar nicht anders meinen können.

Staunenswerter Leichtigkeit

Die Linearität dieser Stücke war die perfekte Einstimmung auf Ravels Sonate, der sich hier, Anfang der 1920er Jahre, von der subtilen Farbkunst seiner früheren Werke abwendet und stattdessen zu einer viel mehr der Linie als dem Klang verpflichteten Faktur findet. Diese dennoch ausgesprochen farbige Musik lag bei Tetzlaff und Donderer in besten Händen.

Dank ihrer hohen technischen Souveränität bewältigten sie die virtuosen Schwierigkeiten dieser Sonate mit staunenswerter Leichtigkeit, spielten empfindsam und mitreißend temperamentvoll. Dementsprechend lautstark war die Begeisterung der Zuhörer.

Von Michael Schäfer

Nächster Termin „Kultur im Kreis“: „Eine kleine Lachmusik“ mit den „Classic Buskers“ am Mittwoch, 28. August, um 19.30 Uhr in der Gaststätte „König von Hannover“ in Landwehrhagen. Karten unter anderem bei Nota bene in Göttingen, Burgstraße 33.