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Regional Duo „Theatro Divadlo“ im Cheltenhampark Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Duo „Theatro Divadlo“ im Cheltenhampark Göttingen
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16:09 28.06.2013
Schaffen eine sommerliche Atmosphäre: Kahula Mai (A. Gülck, links) und George McOwl (J. Sovka). Quelle: EF
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Göttingen

„Bitte geben sie ihren Revolver vorne ab“, mahnt George McOwl, gespielt von Jirka Sova, und stimmt den Jazzklassiker „It don’t mean a thing (If it ain’t got that Swing)“ von 1931 an.

Zusammen mit Angela Gülck als Charleston-Girl Kahula Mai bildet der Multiinstrumentalist die Formation Theatro Divadlo, die zur Zeit im Cheltenhampark in Göttingen gastiert.

Gespielt wird in einem Zelt, in dem den Zuschauern kalte Getränke ebenso wie warme Decken angeboten werden, und Gasheizer die Wärme des Sommers zumindest imitieren.

Sommer, Reisen und „Tropical Feelings“ sind die Leitgedanken des Jazzclubs „Coconut Island“, das dem Programm den Namen gibt. Das Bühnenbild aus alten Mikrofonen, einem gemalten Hintergrund aus Sonnenuntergang und Palmen sowie einem alten Radio wird ergänzt mit allerlei Koffern, die als Sitzgelegenheit oder schmeichelhafte Verkleidung der neumodischen Technik dienen.

Schwerpunkte 20er und 30er Jahre

Musik aus den 20er und 30er Jahren bildet den Schwerpunkt der Revue. Unterschiedliche Saiteninstrumente, von Ukulele bis Banjo, kommen zum Einsatz. Abgerundet wird das Programm mit Tanzeinlagen und komischen Schauspiel.

Aus einem Geigenkoffer nimmt Jova, vorgestellt als klassischer Musiker Steve, seine „Stradivari-Schuhe“ und trommelt Mozarts sogenannten „Türkischen Marsch“ im Stepptanz auf die Bühne. Auch die moderne Musikrichtung des Raps wird persifliert und als indianisches Kulturstück des „Double Talks“ identifiziert.

Die angeblichen Urform des Raps erweist sich als sprachakrobatischer Höhepunkt der Veranstaltung. Die Musiker karikieren die Musikstile durchaus charmant. Das einzig tölpelhafte im Coconut Island sind vereinzelte Slapsticknummern, die sich als Erinnerung an den Stummfilm der beschriebenen Zeit, gut in das Programm einfügen.

Die authentische Ausstattung, abwechslungsreicher Witz und eindrucksvolle Instrumentenbeherrschung, hervorzuheben ist Savos virtuoses Spiel an der Hawaiigitarre, die ähnlich wie eine Zither gespielt wird, machen den Abend zu einem erfrischenden Sommervergnügen, bei den die Decken und Heizstrahler hoffentlich bald nicht mehr gebraucht werden.

Bis Sonntag, 14. Juli, ist „Coconut Island“ täglich (außer montags und dienstags) im Cheltenhampark Göttingen in der Nähe des Rohns‘schen Badehauses zu sehen. Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.

Von Daniela Lottmann