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Regional Ehrung für das Lebenswerk des Komikers, Musikers und Grenzgängers
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20:22 02.09.2009
Träger des Satirepreises "Göttinger Elch" 2009: Helge Schneider.
Träger des Satirepreises "Göttinger Elch" 2009: Helge Schneider. Quelle: BB
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Spätestens seit seinem Durchbruch mit dem Album „Es gibt Reis, Baby“ im Jahre 1993 fasziniert und spaltet er die Massen gleichermaßen. Das Spektrum, in dem sich Helge Schneider bewegt, beschränkt sich keineswegs nur auf Kabarett. Er fühlt sich in vielen Künsten zu Hause – vor allem aber in der Musik.

So nennt die Jury des Elch-Preises auch seine „Verbindung von exzellenter Musik und kauzigem Entertainment“ als Bereicherung der Komik, mit dem Helge Schneider ganz neue Ausdrucksformen erschlossen habe. Einen „Kontrapunkt“ setze er gegen die standardisierte Comedy-Landschaft, geistige Freiheit gegen Anpassung an „einen gleichgeschalteten Massengeschmack“. So wüchsen „Sinn und Unsinn, Qualität und Quatsch zusammen, weil sie zusammen gehören.“

„Eduscho-Studium“

Der 1955 in Mülheim an der Ruhr geborene Helge Schneider begab sich früh auf einen Schlingerkurs zu dem, was er heute ist. Weder die Schule noch ein Klavierstudium am Duisburger Konservatorium, an das er durch eine Begabtenprüfung gelangte, brachte er zu Ende. Stattdessen beschäftigte er sich damit, was er sein „Eduscho-Studium“ nennt: Die Beobachtung von Menschen beim Kaffee-Trinken. Gesprächsfetzen arbeitete er um in Clownerien und Hörspiele.

Zusätzlich war Helge Schneider auch immer Musiker. Der Multiinstrumentalist ist seit jeher ein anerkannter Jazzer, was seiner absurden Kunst eine ernste Seite hinzufügt. So sind seine musikalischen Veröffentlichungen zwar von streitbarer Komik geprägt, gleichzeitig aber auf musikalisch hohem Niveau, wobei sich Schneider selbst auf gleicher Ebene bewegt wie beispielsweise Schlagzeuger Pete York und Gitarrist Sandro Giampietro, die derzeit Teil des Schneiderschen Ensembles sind.

Doch auch inhaltlich hat Helge Schneider oft einen ernsten Kern. Obwohl er sich nicht endgültig vereinnahmen lassen will und in vielen Interviews Interpretationen seiner Texte relativiert, blitzt bei allem dadaistischen und chaotischen Charakter doch manchmal eine kultur- und gesellschaftskritische Note auf. Sie verdeutlicht, dass sich Helge Schneider sehr genau mit seiner Umwelt auseinandersetzt.

Vielfach ausgezeichnet

Seine Sonderstellung in Musik- und Humorszene wurde schon oft honoriert: Schneider ist unter anderem zweifacher Preisträger des Deutschen Comedypreises und wurde 2008 vom Bundesverband Klavier zum „Klavierspieler des Jahres“ gekürt. Nun folgt der „Göttinger Elch“, der das Lebenswerk Schneiders ehrt. Das umfasst neben Musik auch Filme, Musicals und Bücher, zuletzt erschien die Autobiographie „Bonbon aus Wurst. Mein Leben“.

Der Satirepreis „Göttinger Elch“ wurde 1997 begründet und wird seit 1999 regelmäßig verliehen. Er soll das Ansehen derjenigen steigern, die sich den komischen Künsten verschrieben haben. Die Auszeichnung ist dotiert mit 3333 Euro, einer silbernen Elchbrosche und 99 Dosen „Original Göttinger Elch-Süppchen“. Die Verleihung findet am Sonnabend, 5. Dezember, im Deutschen Theater, Theaterplatz 11, statt.

Der Vorverkauf beginnt am 2. November. Karten für die Preisverleihung sind an der Kasse des Deutschen Theaters, Telefon 05   51/49   69   11, erhältlich.

Von Helge Dickau

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