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Regional Eistanz und Akrobatik in einer Revue
Nachrichten Kultur Regional Eistanz und Akrobatik in einer Revue
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00:18 30.12.2017
Fliegende Reifen in buntem Licht: Moscow-Circus gastiert in Göttingen Quelle: Foto: Kracht
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Göttingen

Eine Kombination aus Eisshow und Varieté ist ja eher selten zu sehen. Wo sonst gibt es schon Schlittschuhkunst, Einrad-Akrobatik, Lichtshow und Clownerie in einer einzigen Revue zu sehen?

Die Eisbahn auf der Bühne bestand natürlich nicht aus echtem Eis, auf dem auf der Bühne ausgerollten hellen Untergrund aber tanzten die Akrobaten auf ihren Kufen wie auf echtem Eis. Eine Schatztruhe und zwei Liebende gaben den roten Faden für die Geschichten, die im schnellen Wechsel mal Hochtempo-, mal träumerische Nummern zeigten. Klassischer Eistanz - oder eher Eisballett - mit bis zu 20 Schauspielern auf der Bühne erinnerten manchmal an die westlichen Holiday-on-Ice-Revuen. In silbernen Federn-Fernsehballett-Kostümen beispielsweise eröffneten die Akrobaten den zweiten Teil des Programms nach der Pause.

Die Show „Moscow Circus on Ice“ hat am Mittwoch in der Göttinger Stadthalle gastiert – und von all dem etwas gezeigt.

Zuvor hat sie bereits gezeigt, über welche Körperbeherrschung die Männer und Frauen verfügen. Wenn die Ballerina in den hoch über der Bühne schwebenden Ringen atemberaubende Artistik zeigt, vergisst der Zuschauer schnell, dass er statt in einem Zirkuszelt in der Stadthalle sitzt. Schlittschuhe auf Stelzen, auch das gibt es. Schneekönigin, Dämon und die Liebe rauschten auf etwa einen halben Meter hohen Kufen-Stelzen über die Bühne. Halsbrecherisch statt fussbrecherisch ging es in einigen anderen Nummern zu, wenn sich beispielsweise die Akrobatinnen nur an einem Kopfband gehalten in wilden Pirouetten durch die Luft wirbeln. Auf die rasanten Darbietungen folgten meist leise, tänzerische und romantische Geschichten, die den Tänzern und dem Publikum ein wenig Zeit zum Luftholen gönnten.

Bombastisch-elektronische Musik à la Vangelis

Mit Zwischenapplaus belohnt wurden vor allem die Schwarzlicht-Nummern, von denen mehrere zum fast zweistündigen Programm zählten. Mit riesigen fluoreszierenden geometrischen Gerüsten oder mit überdimensionalen Jo-Jos jonglierten die Artisten zu wummernden elektronischen Beats, auch die Kostüme leuchteten effektvoll auf abgedunkelter Bühne. Wie oft die 20 Künstler während der Vorstellung ihre Kostüme wechselten, ist kaum zu zählen, mal im Rallye-Anzug, mal im Retro-Röckchen, mal in wallenden Fantasy-Kostümen glitten sie über die Bühne, mal mit klassischer, meist aber mit eher bombastisch-elektronischer Musik á la Vangelis untermalt. Eines eint fast alle Nummern, die fast makellose Akrobatik. Nur zwei-, dreimal während der gesamten Show rutschte einmal eine Jonglier-Keule oder ein Diabolo zu Boden.

200 Millionen Besuchern

Der Moscow-Circus existiert bereits seit 1964. Nach eigenen Angaben war er der erste Eiszirkus, das Ensemble gastierte bereits in mehr als 50 Ländern vor insgesamt 200 Millionen Besuchern. In Göttingen zeigten die Künstler ihr neues Programm namens „Triumph!” unter der Leitung von Kirill Kirillov.

Wieviel harte Arbeit, Training und Disziplin in den Darbietungen steckt, kann man nur ahnen. Beispielsweise dann, wenn die Artisten zu zweit in einem Rhönrad die Schwerkraft außer Wirkung zu setzen scheinen und nur knapp über dem Boden in dem flach rotierenden Rad kreiseln. Zur Erholung gibt es dann eine kleine Lachnummer, einige Kinder und Eltern dürfen bei der Ball-Nummer mitmachen und sind begeistert dabei. Wenn aber die Artisten eine schnelle Jonglage-Nummer mit bunten, wirbelnden Lichtern auf schummriger Bühne zeigen, dann halten auch einige Besucher den Atem an.

Von Britta Bielefeld

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