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Regional Hessisches Ensemble gibt Babykonzert in Göttingen
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00:20 03.07.2019
Das Ensemble „Kreatonal“ gab in den Räumen der St.-Jacobi-Gemeinde ein Konzert für Babys und kleine Kinder. Quelle: Meinhard
Göttingen

Ein Babykonzert ist am Sonntag in den Räumen der evangelischen St.-Jacobi-Gemeinde erklungen. Die Veranstaltung gehörte zum Programm der Internationalen Händel-Festspielen 2019, die am 26. Mai zu Ende gegangen waren. Das im Mai ausgefallene Konzert mit dem Ensemble „Kreatonal“ ist jetzt nachgeholt worden. Es stand unter dem Motto „Kuckuck, was klingt denn da?“

Ein Babykonzert? Klassische Konzerte für Kinder und Jugendliche schön und gut, damit der Nachwuchs reinschnuppern kann in die Welt der großen Meister. Aber ein Konzert für Babys? Hören die denn überhaupt hin? Die Frage kann mit einem Ja beantwortet werden. Und das geht so.

Töne, sanft anschwellend

Eine Frau schläft inmitten eines Raumes. Um sie herum liegen Dinge, die Töne machen können, wie Trommeln, ein Xylophon, Klangstäbe, Rasseln, ein Tamburin... Die Frau schläft und erst als hinter einem Vorhang etwas erklingt, das sich wie der Ruf eines Vogels anhört, wacht sie auf und staunt, wer da alles gekommen ist. Eltern mit ihren kleinen Kindern, auch Großeltern, ein größeres Geschwisterkind ist dabei. Die Kleinen schauen fragend. Hören staunend auf die Töne, die im Raum erklingen: gesungen und von Instrumenten wie Akkordeon, Violine und Violoncello erzeugt. Zuerst wie Rufe, dann Töne immer mehr sich verbindend, sanft anschwellend bis hin zu einem Musikstück.

Eine Welt, nur aus Klängen

Da ist auch Angst bei einigen Kindern. Aber alles ist gut. Das zeigt sich schnell für die Kinderseelen. Alles klingt, fließt, trommelt, klopft, schwingt. Mal leiser, mal lauter. Heiter ist das alles. Lustig. Lächeln zeigt sich auf den Gesichtern, zuerst auf denen der Großen, dann auf denen der Kleinen. Bei denen, die schon laufen können, wächst der Mut, da auch mitmachen zu wollen, beim Trommeln, Rasseln, beim Töne erzeugen. Da hat sich eine Tür aufgetan. Wer hindurch ist, findet sich wieder in einer Welt aus Farben und Klängen. Unbekanntes Gelände. Neue Aussichten. Wohltuend und verlockend. Kein Gerede. Keine Ermahnung.

Dann ein Lied, das jedes Kind kennt, kennen muss, vom Kuckuck, der aus dem Wald ruft. Ein Mädchen entdeckt den Rhythmus zuerst, bewegt sich wie eine kleine Tänzerin. Erwachsene müssen also gar nicht immer nur reden. Hier sprechen heute nur Töne, die hüpfen und sich aneinander schmiegen.

„Wohin geht die Musik?“

Die Entdeckungslust ist geweckt. Musik macht, dass man sich bewegen will. Tanzen. Mit dem Kopf wackeln. Und zwischen dem Geklingel, Gebimmel und Kuckuck rufen die vollendete Harmonie von Händels Menuetten – ein Einstimmen, ein Hinübergleiten in die Welt der Klassik. Ohne Anstrengung. Wer Ohren hat zu hören, in dessen Herz werden heute Wurzeln gepflanzt, die niemand mehr ausreißen kann. Und als die Musikerinnen winkend, singend und musizierend den Raum verlassen, stiefelt ein Dreikäsehoch forsch hinterher. „Wohin geht die Musik“, fragt ein Mädchen besorgt.

„Das ist eine unglaublich schöne Erfahrung“, sagt Doortje H., die zusammen mit Töchterchen Fenja und ihrem Mann zum Konzert gekommen ist. Nein, so etwas habe sie noch nicht erlebt. Auch Johanna Schmidt vom Team der Händel-Festspiele ist berührt, steht lächelnd im Raum. „Sehr eindrucksvoll“, findet sie. Alle, die kamen, kamen (wohl) ohne Lied. Alle die gehen, gehen mit einer Melodie auf den Lippen. Summend.

Eines der Anliegen des Ensembles „Kreatonal“ aus Langen (Hessen) ist es, kleinen Kindern die erste sinnliche Konzerterfahrung zu vermitteln. „Kreatonal“ sind Sonja Catalano (Gesang), Corinna de la Ossa (Violine), Sophia Grest (Violoncello) und Christa Sehring (Akkordeon). Weitere Informationen unter http://www.kreatonal-musikvermittlung.de/konzepte/.

Von Ulrich Meinhard

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