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Regional Erfolgreiche Kooperation von Theater und Schulen
Nachrichten Kultur Regional Erfolgreiche Kooperation von Theater und Schulen
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15:58 30.10.2019
Lehrer der Kooperationsschulen zu Gast im Deutschen Theater Göttingen. Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Göttingen

„Wir sind angetreten, das Haus neu aufzustellen“, sagte Sidler zu Begrüßung der deutlich mehr als 50 Lehrer, die mit ihren Klassen auf das Angebot des Theaters eingegangen sind. Das Theater sollte „sich öffnen und die Schwelle senken“, Vorstellungen zu besuchen. Zwei wesentliche Pfeiler dieses Programms: zeitgenössische Dramatik verankern und die Zusammenarbeit mit Schulen. Mit dem Abschließen eines Vertrages sollte das Verhältnis verbindlich werden.

Direkteren Zugang

Auch den Vorteil einer solchen Kooperation für die Schulen und Schüler nannte Sidler: Inhalte ließen sich schneller transportieren, wenn sie auf Erlebnissen gründeten. Und: „Wir stehen als Theater für die analoge Begegnung.“ Das sei vielleicht manchmal anstrengend, fördere aber die Kompetenz, Erlebtes zu beschreiben. Das seien „Werte, die wir zum schulischen Alltag beitragen können“. Alle Schulformen sollten dabei vorkommen.

Durch die theaterpädagogische Abteilung erhielten Lehrer und Schüler einen direkteren Zugang. Die Mitarbeiterinnen sorgten dafür, Lerninhalte mit Theater zu bereichern.

Interessierte Schulen im neuen Teil des Landkreises

35 Schulen aus der Stadt, dem Landkreis – aber auch darüber hinaus – haben sich dem theaterpädagogischen Programm angeschlossen. Auch die Schulen im neuen Teil des Landkreises nach dem Zusammenschluss zeigten sich laut Sidler sehr interessiert an dem Angebot.

Zudem seien die Theaterabteilungen den Schulklassen gegenüber sehr aufgeschlossen und unterstützten die Arbeit. „Es ist toll, wenn junge Menschen hier herumwuseln“, sagte Sidler. „Man weiß nicht, wem man begegnet, aber er fühlt sich hier sehr zu Hause.“

Teilnahme am kulturellen Leben

Und Sidler konnte eine weitere positive Nachricht verkünden. „Die Theaterpädagogik hat jetzt ein eigenes Gebäude auf dem Gelände“.

Petra Broistedt, Kulturdezernentin der Stadt Göttingen, dankte den Lehrer: „Ihre Arbeit ist uns wichtig.“ Sie leisteten einen großen Beitrag zur kulturellen Bildung. Theater sei eine Möglichkeit der Teilnahme am kulturellen Leben und biete dem Austausch über aktuelle Themen. Theater darf Kritik üben.“ Es dürfe übertreiben und andere Positionen einnehmen. Hier finde sich „gelebtes demokratisches Grundverständnis“.

Spende eines Unternehmers

Sie sprach auch von dem neuen Raum, zusammengesetzt aus fünf Container, gespendet von einem ortsansässigen Unternehmer. „Mit der Spende entstanden die Probleme“, sagte Broistedt lachend. Es habe seinen Platz finden müssen zwischen dem Naturdenkmal Wall, dem denkmalgeschützten Theaterbau, passend zu den Gebäudefluchten und ohne Parkplätze zu belegen. Zu der Zusammenarbeit mit den Schulen bekannte Broistedt: „Ich hoffe, dass wir die Kooperationen noch weiter ausbauen können.“

Broistedt habe ihm aus dem Herzen gesprochen, sagte Marcel Riethig anschließend. Der Kreisrat des Landkreises, erläuterte, dass es Aufgabe eines Theaters sei, sich einzumischen. Er würde es begrüßen, wenn es neben der Theaterkooperation weitere außerschulische Angebote gäbe. „Lernen ist ein sozialer Prozess“, erklärte er.

Transport finanziert

„2472 Schüler aus dem Landkreis Göttingen sind ins Theater gegangen“, sagte Riethig. Der Landkreis unterstütze das Projekt. „Es darf nicht vom Geldbeutel abhängen“, ob Kinder und Jugendliche ins Theater gehen können. Gut 14300 Euro habe der Landkreis für den Transport der Schüler ins Theater gezahlt.

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Von Peter Krüger-Lenz