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20:28 16.09.2012
Melodische, poppige Songs: Jamie Scott (re.) von „Graffiti6“.
Melodische, poppige Songs: Jamie Scott (re.) von „Graffiti6“. Quelle: Jan Vetter
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Doch auch den Rest der Umstehenden überzeugt der ehemalige Singer-Songwriter im Verlauf des Konzerts nicht nur optisch, sondern auch musikalisch. Zwar füllt das Publikum die Konzerthalle an diesem Abend nur zur Hälfte, der Stimmung tut das keinen Abbruch.

Die poppigen, melodischen Songs von Graffiti6 handeln von Liebe. Dementsprechend gefühlvoll setzt Scott seine hohe, weiche Stimme ein – und klingt dabei doch überraschend vielfältig. Beim Folk-Song „Stare into the sun“  erinnert Scotts Gesang an Gnarls Barkley, in den ruhigeren Nummern kommt der 28-jährige Brite in raueren Stimmlagen Paolo Nutini nahe.

Scotts packende Stimme lenkt schon fast vom klangfarbenfrohen Zusammenspiel der restlichen Bandmitglieder ab. In langen Instrumental-Abschnitten holen sie alles aus ihren Instrumenten heraus: Band-Mitbegründer  TommyD macht auf seiner Gitarre Dampf, Leonn Meade heizt am Schlagzeug ein ­– und Keyboarder Joe Glossop gibt dem ganzen eine funky, psychedelische Note.  Nach „Goodbye Geoffrey Drake“ ist auch der letzte Zuschauer aufgetaut.

Sänger Scott gibt sich etwas wortkarg. Vielleicht, weil die britische Band an diesem Freitag zu ersten Mal in Deutschland spielt. Trotzdem bringt die Formation das Publikum zum Mitklatschen und zum Mitsingen: Beim Bee Gees-Tribute „To love somebody“ und dem Song „Free“ beweisen jüngere wie ältere Umstehende Textsicherheit.

Von Katharina Kilburger